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Grimma Grimmaer Urgesteinmit sozialem Gewissen
Region Grimma Grimmaer Urgesteinmit sozialem Gewissen
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15:36 19.05.2015
Offenes Gesicht und ansteckendes Lachen: Ruth Laube bei einer Schifffahrt. Die weltoffene Frau liebte es, zu reisen. Quelle: Privat

t. "Abends habe ich mit meiner Omi telefoniert, ihr zum Geburtstag gratuliert und ein bisschen geplaudert", so der ehemalige Grimmaer. Es sei ihr gut gegangen, nichts habe darauf hingedeutet, dass sie nur wenige Tage später für immer einschlafen würde.

Wie Weggefährten von Laube bestätigen, sei die Lehrerin eine vielbeachtete Kollegin gewesen. "Sie empfand eine große Liebe zu Kindern", sagte Gerhard Gimpel, in den 50-er Jahren an der Alfred-Frank-Oberschule in Grimma tätig. Ihr soziales Gewissen habe sie getrieben, sich den Schwachen zuzu- wenden und Kinder sowie Jugendliche mit geistiger Behinderung zu fördern. Der betagte Schulleiter, der Laube seit seiner Jugend kennt, hat aber auch die gesellige Seite der Pädagogin kennengelernt. "Sie hatte viele Freunde und Bekannte", so Gimpel weiter.

Als Sekretärin beim Maschinenbau Grimma machte Laube, Jahrgang 1927, erste berufliche Erfahrungen. Nach Stationen in den Sekretariaten der Alfred-Frank-Oberschule und der damaligen EOS Grimma entschied sie sich für ein Fernstudium. Danach arbeitete sie als Lehrerin in der Sonderschule von Hohnstädt. "Durch ihre direkte und unverblümte Art hatte sie den Respekt selbst der schwierigsten Schüler", sagte Fischer. Schüler, bei denen andere Lehrer verzweifelten, wurden zu zahmen Lämmchen unter ihren Fittichen. "Viele nahmen sich die Zeit, meine Oma sogar privat zu besuchen - selbst lange noch, nachdem sie die Schule abgeschlossen hatten", erinnerte er sich. Durch den engen Kontakt zu seiner Großmutter - sie sei seine beste Freundin gewesen - gebe es viele Anekdoten aus ihrer Laufbahn als Lehrerin. Unter Augenzwinkern hätte Laube erzählt, wie ein Schüler mit einem imaginären Lenkrad durch das Klassenzimmer gedüst sei und Motorgeräusche von sich gegeben habe. "Sie schaffte es, ihn zum Parken zu bewegen und sich dem Unterricht zu widmen", so Fischer.

Seine lebenslustige und weltoffene Großmutter wird ihm fehlen, gibt der Mann offen zu. "Wir haben sehr viel miteinander unternommen, haben zusammen gelacht und geweint", sagte Fischer. Er sei froh, dass er ihr einen Lebenstraum erfüllen konnte. "Seit ich ein kleiner Junge war, träumte sie von London", so der Enkel. 1999 buchte er eine Reise in die englische Metropole, die er nie vergessen werde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Schöppenthau, Birgit

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