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Grimmaer Wasser schmeckt nach Natur

Grimmaer Wasser schmeckt nach Natur

Der Weltwassertag am 22. März war für interessierte Bürger und ganze Schulklassen Grund und Möglichkeit, den Wasserwerkern in Grimma über die Schultern zu schauen.

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Beim Tag des Wassers zeigten Schüler viel Interesse im Wasserwerk Grimma.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Die Oewa als Dienstleister für den Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) öffnete dafür die Tore des Wasserwerkes in Grimma und der Kläranlage in Dorna.  Sauberes Wasser sei eben nicht überall auf der Erde selbstverständlich, sagte Mathias Mucha als Niederlassungsleiter der Oewa in Grimma. Vielmehr gebe es Millionen Menschen, die keinen Zugang zu Trinkwasser haben. „In unserer zivilisierten Welt unvorstellbar, weil es selbstverständlich ist, dem Wasserhahn an der Wand das kostbare Nass zu entlocken.“ Kostbar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn die Bereitstellung hat ihren Preis. Von den millionenschweren Investitionen in den letzten zwei Jahrzehnten abgesehen, die beispielsweise zur Modernisierung des 1989 errichteten Wasserwerkes in Grimma vonnöten waren, muss täglich aufs Neue das Wasser aufbereitet werden. Und das unter extrem strengen Auflagen, wie Grit Wolf von der Oewa sagte und anfügte: „Nicht umsonst ist Trinkwasser das am meisten kontrollierte Lebensmittel.“ Im übertragenen Sinn soll für eine vierte Klasse aus Großbothen das Wasser in dieser Woche große Wellen schlagen, denn sie starten dazu ein Schülerprojekt, verriet Lehrerin Ute Lange den Grund für eine Spritztour mit der ganzen Klasse ins Wasserwerk. An einem Modell, das die komplette Wasseraufbereitung en miniature zeigt, verdeutlichte Oewa Mitarbeiter Herbert Scheller den Weg des Wassers. Für Anett Baronius, sie begleitet die Schulklasse als Mutti, relativierte sich mit den gewonnenen Erkenntnissen die Frage nach dem Wasserpreis. „Ich sehe so etwas das erste Mal. Da gehen mir auch die Kosten durch den Kopf. Alles Gute hat halt seinen Preis. Und vor allem ist es gut für die Kinder, mal zu sehen, welchen Weg das Wasser nehmen muss.“ Davon offenbar beeindruckt wurden sie doch etwas nachdenklich. „Das Wasser aus der Leitung ist zwar selbstverständlich, aber wir verbrauchen bestimmt noch zu viel“, meinte Nadine-Sara Weishaupt. Und Joel Focking hat nun gesehen, „dass es viel Arbeit macht, sauberes Wasser herzustellen.“ Was ihn zur Einsicht führte, besonders beim Duschen etwas sparsamer sein zu wollen. Zum Abschluss bekam jeder noch einen Becher Trinkwasser direkt aus dem Wasserwerk zum Kosten. „Das schmeckt nach Natur“, lobte Nadine-Sara die Erfrischung. Ob Frisch- oder Abwasser, es gehört auch ein intaktes Kanalsystem dazu. Und so konnten die Besucher bei René Wutta buchstäblich in die Röhre sehen. Ein extra dafür entwickeltes Kamerasystem macht das möglich. Damit komme man Schäden in eingebauten oder unterirdischen Rohrleitungen auf die Schliche. Vorteil sei es, Havarien ziemlich genau lokalisieren zu können, um blindes Ausschachten für Instandsetzungen, und damit Kosten zu vermeiden.

Frank Schmidt

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