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Grimma Grimmaer Wehr beklagt Risse im Gerätehaus
Region Grimma Grimmaer Wehr beklagt Risse im Gerätehaus
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07:00 06.02.2017
Oberbürgermeister Matthias Berger gratuliert Gotthard Weißmüller und Detlef Leonhardt (r.), die Ehrenmitglied der Freiwilligen
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Grimma

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Grimma begann Freitagabend mit halbstündiger Verzögerung: 16.30 Uhr waren die Feuerwehrleute alarmiert worden, weil sich von Grimma bis nach Grechwitz eine etwa sieben Kilometer lange Dieselspur zog. Die Kameraden rückten mit vier Fahrzeugen aus, um die Kurven mit Ölbindemittel zu entschärfen. Die Feuerwehr Döben kam mit einem weiteren Fahrzeug zu Hilfe, die Firma Top Car musste dann die gesamte Straße reinigen.

So mussten sich die Kameraden erst mal ihrer Einsatzkluft entledigen und unter die Dusche springen, ehe sie sich wieder im Gerätehaus versammelten. Wehrleiter Michael Grimm hielt sich in seinem Rechenschaftsbericht nicht lange bei der Vorrede auf. „Seit 2005 - kurz nach der Übergabe des neuen Gerätehauses - kämpfen wir um die Beseitigung von Baumängeln“, beklagte er im Beisein von Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Vor einem Jahr sei versprochen worden, das Thema anzugehen, „aber die Prioritäten liegen halt woanders“.

Laut Grimm bilden sich im Umkleideraum der Jugendfeuerwehr und im Wehrleiterzimmer Risse quer durchs Mauerwerk. „Wir haben hier ein Gerätehaus mit modernster Technik in Millionenhöhe, aber für die langfristige kostengünstige Werterhaltung fehlen die Mittel“, kritisiere der 43-Jährige, der vor einem Jahr das Ruder übernahm. Die Kameraden wären sogar bereit, in ihrer Freizeit einige der Arbeiten fachgerecht vorzunehmen, „aber das Material müsste schon gestellt werden“.

Bevor Grimm die 143 Einsätze des vorigen Jahres Revue passieren ließ, ging er auf weiteres heißes Eisen ein. Die Kameraden erhalten je Einsatzstunde in ihrer Freizeit sechs Euro Aufwandsentschädigung. Die Aufgaben seien nicht weniger und leichter geworden und nach den Eingemeindungen die Zahl der Feuerwehren - und damit auch die Gesamtsumme der Aufwandsentschädigung - gewachsen. Doch bei Diskussionen in der Stadtverwaltung werde immer über Einsatzgeld geredet. „Wir finden das permanente Infragestellen von Einsatztaktiken und die damit verbundene Aufwandsentschädigung nicht mehr akzeptabel“, bekräftigte Grimm und gab noch einen Seitenhieb: „Der Mindestlohn in Deutschland liegt bei 8,50 Euro.“

Grimm verwies auch auf ein für die Wehr besonderes Ereignis im vorigen Jahr. Die Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeuges „ein Tag vor unserer Weihnachtsfeier“. Das sei ein „Traum in Rot“, lobte er.

Bezüglich der Risse im Gerätehaus sagte Rathauschef Berger: „Wir müssen Prioritäten setzen“, Grimma befinde sich in der Haushaltkonsolidierung. „Wir werden das mit den Rissen aber schon irgendwann in Griff kriegen“, versprach er. Den Kommunen werde finanziell der Hahn abgedreht, so Berger. Bei Investitionen wie ins Gerätehaus der Feuerwehr Großbardau habe es bislang 50 bis 60 Prozent Förderung gegeben, jetzt sei es eine Festbedarfsförderung, „da legen wir ’ne Million auf den Tisch“. Das seien Mittel, „die hier fehlen“, sagte Berger, der im gleichen Atemzug die Abschaffung der Feuerwehrabgabe kritisierte. Er bekräftigte auch, dass bezüglich der Einsatzgelder für die Wehren im Stadtgebiet nie ernsthaft eine Kürzung im Gespräch war. Die Entschädigung werde nicht in Frage gestellt.

Rechenschaft über das zurück liegende Jahr legten auch Jugendwart Ronny Granzow für die 30-köpfige Jugendwehr und Andreas Rüssel für die 15-köpfige Alters- und Ehrenabteilung ab. Rüssel hat die Leitung der Abteilung zum Jahreswechsel aus persönlichen Gründen abgegeben. Den finalen Höhepunkt des Abends bildeten Beförderungen und Ehrungen. So wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Reinhard Langner und Jürgen Bäurich ausgezeichnet. Gotthard Weißmüller, Harald Bott und Detlef Leonhardt wurden zum Ehrenmitglied der Grimmaer Feuerwehr ernannt.

Von Frank Prenzel

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