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Grimma Grimmaer bangen um Park am Schwanenteich
Region Grimma Grimmaer bangen um Park am Schwanenteich
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05:09 14.09.2018
Unliebsame Hinterlassenschaften sind nicht selten im Schwanenteichpark in Grimma. Manche Bürger beklagen den Zustand im Park, der Bauhof rückt regelmäßig an. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Als Sieglinde Weinert neulich nach einem sonntäglichen Restaurantbesuch mit ihrer Familie noch gemütlich durch den Grimmaer Schwanenteichpark und zur Scherenschleifer-Figur schlendern wollte, verkürzte sich die Verweildauer drastisch. „Wir kennen den Park seit unserer Kindheit und haben jede freie Zeit darin verbracht. Deshalb sind wir auch so entsetzt, wie wir den Park vorgefunden haben“, schildert sie in einer Mail an die LVZ.

Migranten lassen sich im Park nieder

Der kleine Teich sei total verunkrautet und verwahrlost – „weshalb kümmert sich niemand um diesen Schandfleck“, fragt sich die Grimmaerin. Ansonsten hätten fremdländische, arabisch sprechende Besucher den Park dominiert. „Wir kamen uns vor, wie in einer anderen Welt.“ Die Frauen und Kinder hätten auf den Wiesen vor ausgebreiteten Speisen und Getränken gesessen. Viele Männer hätten mit Handys in Gruppen gestanden oder mit dem Ball gespielt. Auf dem gut frequentierten Spielplatz sei kein deutsches Kind zu sehen gewesen, schildert Sieglinde Weinert. „Rundherum lagen Papier, Essensreste, Flaschen und anderes mehr.“ Wofür gebe es eigentlich eine Sächsische Sicherheitswacht, die vorwiegend im Pep und anderen Geschäften anzutreffen sei“, macht die LVZ-Leserin einen Vorschlag zur Kontrolle.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf bei normalem Freizeitverhalten

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger ist die Situation im Park bekannt. Die Flüchtlinge hätten ein anderes Nutzungsverhalten als die Deutschen – gerade im Sommer. „Die setzen sich mit bis zu 15 Leuten hin und essen“, weiß er zu berichten. „Solange sie ihren Müll wegräumen, muss man das akzeptieren“, sieht Berger keine Handhabe gegen das Freizeitverhalten der Neubürger. Wenn man mit ihnen vernünftig spreche, würden sie sogar die Hinterlassenschaft anderer mit beseitigen.

Hotspot an der Spitzenfabrik wird nicht genutzt

Der Rathauschef erinnert daran, dass die Stadt an der Alten Spitzenfabrik extra einen Hot Spot eingerichtet habe, damit die Asylbewerber dort ihren Treffpunkt etablieren. Er sei aber nicht wie erhofft angenommen worden.

Für den städtischen Bauhof gehört der Schwanenteichpark zu den Schwerpunkten. „Die Mitarbeiter sind täglich im Park, um Mülleimer zu leeren und liegen gelassenen Müll aus der Anlage zu entfernen“, berichtet Bauhofchef Stefan Schuricht. Einmal in der Woche würden auf dem Spielplatz die Geräte kontrolliert.

Bauhof klagt über gewachsene Müllmenge

Nach Bedarf werde regelmäßig der Rasen gemäht und in den Herbstmonaten das Laub eingesammelt. „Die eingezäunten Flächen am großen und kleinen Schwanenteich werden aber erst in der zweiten Jahreshälfte gemäht, um die Enten nicht bei der Brut zu stören“, erklärt Schuricht. Die Hecken verschneide der Bauhof zweimal im Jahr. Der Bauhofleiter verweist auch darauf, dass auf der Seite zum Wallgraben stets drei Beete mit Frühjahrs- oder Sommerblumen bepflanzt sind, die seine Leute täglich gießen und pflegen.

In den letzten zwei Jahren habe sich das Müllaufkommen im Park jedoch vervielfacht, beklagt Schuricht den ungewollten Zuwachs an Arbeit. Der Vandalismus und die Beschädigung an den Spielgeräten sei ebenfalls gestiegen. Das bestätigt Rathauschef Berger – und erhofft sich mehr Zivilcourage, um die Verursacher zu ermitteln. „Auch wenn die Ausländer sehr auffallen, der Müll ist nicht nur von ihnen“, ist sich der Oberbürgermeister sicher. Am besten wären Überwachungskameras, „aber das darf man ja auch Datenschutzgründen nicht“.

Vandalismus in der öffentlichen Toilette

Berger schildert auch zwei Extreme aus den August-Tagen. So war die öffentliche Toilette im Schwanenteichpark eine Woche lang jeden Tag aufs Neue dermaßen vollgestopft und vermüllt worden, dass der zur Reinigung beauftragte Landschaftspflegeverband Muldental schon das Handtuch werfen wollte und mit einer Kündigung drohte. „Wir mussten das Klo täglich reparieren lassen.“ Und auf dem Spielplatz seien die Wasserpumpen bis oben hin mit Steinen befüllt worden. Da gaben sie ihren Geist auf. „Die Reparatur kostete uns 1200 Euro“, ärgert sich Berger über die galoppierende Unvernunft. „Der Vandalismus ist ein echtes Problem.“

Von Frank Prenzel

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