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Grimma Grimmaerin Maria Friese kreiert lustige Puppen
Region Grimma Grimmaerin Maria Friese kreiert lustige Puppen
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05:00 02.07.2011
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Vor neun Jahren verließ Maria Friese ihre Heimat Hattingen im Ruhrgebiet, da ihr Mann einen neuen Arbeitsplatz in Leipzig bekam. Nach einigen Umzügen – nach Großsteinberg und später Döben – wurde Grimma ihre neue Heimat. Die gelernte Bauzeichnerin war nun hauptberuflich Mutter und Hausfrau, die gern für ihre Kinder nähte. Als die jetzt 42-Jährige ihrer Freundin, einer Teddybärsammlerin, einen selbst gefertigten Plüschbären zum Geburtstag schenkte, brachte diese sie mit den Worten „Verkaufst du das?" auf die Idee, weitere Werke dieser Art an den Mann zu bringen. Zunächst geschah dies nebenberuflich, doch seit einem Jahr betreibt sie nun ihr eigenständiges Unternehmen „Kunterbunte Puppenwelt". Um ihre Kreationen vorzustellen, fährt Maria Friese mit ihrer mobilen Espresso-Bar zu Events, verkauft peruanischen Hochlandkaffee in Bioqualität und präsentiert ganz nebenbei das Lavendelmädchen, die Kräuterhexe, die Kaffeetante...

Nach ein bis zwei Tagen entstehen aus Viskosefilz, Leinen, Wollfilz oder Baumwollplüsch Stoffpuppen und -tiere, die unter anderem mit Hirse, Quinoa (Inkareis) und anderem gefüllt werden. Die Materialien für die Puppen selbst bezieht Maria Friese von dem Stoffekontor Leipzig. Auch mit dem Grimmaer Kreativhaus Ziegler arbeitet sie zusammen. Jedes Exemplar wird individuell gestaltet. So entstehen aus Kirschkernen, Traubenkernen oder Dinkel Kissenfüllungen, die aus den Tieren entnommen und angewärmt werden können. Ebenfalls wurden schon Unikate mit einer Spieluhr oder Heu und Kräutern versehen.

Durch die Liebe zum Lavendel kam Maria Friese auf den Gedanken, ihre Puppen mit duftenden Kräutern zu füllen. Ihre in der Region mittlerweile bekannteste Kreation, der Maskottchen-Ziegenbock Hulda für das Dorf der Sinne Höfgen, schnuppert auch schon mal nach Heu. „Zu den Sinnen gehört neben dem Tasten und dem Sehen nun auch einmal das Riechen."

Bevor eine neu entstandene Puppe zum Verkauf freigegeben wird, muss sie an den „Qualitätsprüfern" vorbei. So nennt Maria Friese ihre siebenjährige Tochter Laura und ihren neunjährigen Sohn David, denn die beiden testen, was die frisch angefertigte Biopuppe so alles aushält. „Kindern fallen da ja oft mehr Möglichkeiten ein als uns Erwachsenen", gesteht die kreative Mutter und lässt nur ahnen, was die Puppen so alles über sich ergehen lassen müssen. Wurde der Test der „Qualitätsprüfer" erfolgreich bestanden, sitzen die Stofftiere auf dem Verkaufstisch von Maria Friese und warten auf Kunsthandwerkermärkten auf ihre neuen Besitzer.

Auch internationale Erfahrungen haben die Grimmaer Friese-Puppen schon. Als eine Delegation von Grimma im vorigen Jahr in Kanada war, gab Maria Friese einige Stoffpuppen und -tiere mit. „Wenn unsere Freunde aus Kanada im September dieses Jahres nach Grimma kommen, werden ihnen die Puppen hier noch einmal in Erinnerung gerufen." Maria Friese hofft, später einmal vom Nähen und vom Verkauf der Puppen leben und die Hilfe von weiteren Näherinnen in Anspruch nehmen zu können. Doch bis dahin wird sie ihre Lieblingspuppe, das Lavendelmädchen, weiter selbst anfertigen müssen.

Johanna Langhof

Johanna Langhof

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