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Grimmaerinnen mit viel Stimme und Herz

Grimmaerinnen mit viel Stimme und Herz


Grimma. Wenn am Sonnabend die Festwoche zum 450-jährigen Bestehen der Kantorei der Frauenkirche eröffnet wird, erheben mit Gisela Büchner und Helga Fruck auch zwei langjährige Chormitglieder ihre Stimmen.

. Doch bevor sie mit anderen Sangeslustigen unter Leitung des jetzigen Kantors Tobias Nicolaus ein Bach-Oratorium anstimmen, blicken sie gerne auf ihre Kurrendezeit zurück.

„Da muss ich zuerst an Kirchenmusikdirektor Willi Hellmann denken, bei ihm habe ich 1949 angefangen zu singen", sagt die damals zehnjährige Gisela Büchner. „Ein strenger Kantor mit sehr hohen Ansprüchen an seinen Chor, eine Respektsperson, wenn Sie so wollen eine Institution. Wenn er etwas sagte, waren alle anderen mucksmäuschenstill. Aber wir respektierten das, weil wir sehr viel gelernt haben." Zwar sei dieses Engagement durch ihr Elternhaus vorgegeben, der Vater stand im Kirchendienst, „aber wir verlebten trotz der Strenge eine glückliche Kindheit." Eine Erinnerung, die Helga Fruck nur teilen kann, obgleich sie erst 1963 als Jugendliche in die Kurrende eintrat. Damals unter Kantor Frieder Kircheis, der aber bald von Kantor Peter Rabast beerbt wurde. „Und er war ein junger und dynamischer Kantor – das ganze Gegenteil von Willi Hellmann. Aber nicht minder fordernd", erinnert sich Helga Fruck. Und seine Art, so ergänzt Gisela Büchner, „tat uns gut und gab uns auch einen Motivationsschub, denn wir waren ja inzwischen auch älter geworden und wechselten von der Kurrende in den Kirchenchor."

Beide Frauen, und wie sie versicherten nicht nur sie, sahen besonders zu DDR-Zeit in der Kirche ein zweites Zuhause, wo sie sich wohlfühlten. „Wir machten keinen Hehl daraus und mussten uns auch nicht verstecken", sagt Helga Fruck. Warum auch, stellt Gisela Büchner die Gegenfrage, denn wie überall ging man gewissenhaft und durchaus auch gern seiner Arbeit nach. Wenn dieser Zeit etwas anzulasten sei, dann die Tatsache, dass besonders in den 70-er Jahren mit den Jugendweihen der Nachwuchs in der Kurrende abbrach. Aber auch das galt es zu akzeptieren. Obgleich die Entwicklung im Kirchenchor nach der politischen Wende nicht abzusehen gewesen sei. Doch es sollte eine positive sein. Denn 1992 nahm Kantor Tobias Nicolaus den Taktstock in die Hand. „Ich bin hier der Chef", soll er gelegentlich augenzwinkernd sagen, wenn es mal nicht so läuft. „Besonders dann, wenn er etwas Neues und Anspruchsvolles mit uns einstudieren möchte, wo mancher im Chor Zweifel hegt, ob das zu schaffen ist", gesteht Helga Fruck. „Aber Kantor Nicolaus versteht es, uns und vor allem auch die Jugend erfolgreich zu begeistern", pflichtet ihr Gisela Büchner bei. Und genau das trage dazu bei, „dass wir im Kirchenchor ein wirklich gutes Miteinander haben und pflegen."

Frank Schmidt

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