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Grimma Grimmas Gäste sollen auf den Geschmack kommen
Region Grimma Grimmas Gäste sollen auf den Geschmack kommen
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00:33 26.02.2018
Nicole Mania (re.) und Ines Schneider sind in der Stadtinformation Grimma am Markt Ansprechpartner für Einwohner und Gäste der Stadt. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Grimma ist nicht nur bekannt für seine schöne Altstadt, die Ausflugsziele in Höfgen, Nimbschen und Kössern oder den Verleger Göschen und den Dichter Seume. Grimma hat auch seine kulinarischen Reize – und die Tourismusförderer der Stadt haben das als Trendthema erkannt. Für die kulinarische Stadtführung, die Frank Ziegra bislang auf eigene Faust anbot, übernimmt die Stadtinformation seit Jahresanfang den Vertrieb und die Buchungen. Das gilt auch für die Grimmaer Bierführung und den kulinarischen Dorfspaziergang in Höfgen. Sie sind alle ins Programm der Stadt gerückt.

„Wir wollen die Touren ins Obstland ausbauen“, nennt Rathaussprecher Sebastian Bachran eine weitere Facette. Immerhin sei die Gegend rund um Dürrweitzschen Sachsens größtes Obstanbaugebiet. Da gibt es aber auch die Gänsefarm in Mutzschen oder die Saftmanufaktur in Papsdorf. Alles für Heimische wie Auswärtige interessante Ziele, die die Stadt thematisch bündeln möchte. Passend kommt demnächst ein kulinarischer Reiseführer übers Land heraus, „Dorfköstlich“ genannt und von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen in Auftrag gegeben. Darin sind auch Höfgen, Kössern, Grimmas Tortenwelt und Nerchaus Bier erwähnt. Erstmals soll das Buch zur Internationalen Tourismusbörse im März in Berlin zu haben sein. Vielleicht kommt ja der ein oder andere Leser auf den Geschmack, die Grimmaer Gegend auch mit der Zunge zu erkunden.

Ein zweites Trendthema seien Gärten, sagt Bachran. Hier sei die Stadt dabei, mit Gärtnerin Heike Raubold eine neue Führung zu etablieren. Mit der Fachfrau werden die Teilnehmer den Alinepark und Stadtpark ansteuern, aber auch die Gärten der Villen in Leipziger Straße und Karl-Marx-Straße – also im Gründerzeitviertel – erkunden. Das blühende Angebot soll zum Tag der offen Gartenpforte am 16. Juni seine Premiere erleben.

Führungen sind ein wichtiges Element in der Grimmaer Tourismusstrategie. Im vorigen Jahr vermittelte die Stadtinformation 123 Stadtführungen und damit ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. „Das waren Führungen, die zum Beispiel von Reiseveranstaltern oder privaten Gruppen gebucht wurden“, erläutert Bachran. 2521 Personen nahmen teil. Zudem lud Grimma von Mai bis Oktober jeden Sonnabend zur öffentlichen Stadtführung ein. 134 Teilnehmer wurden bei den 22 Exkursionen gezählt. Bei neun Rathausführungen fanden sich 215 Besucher ein. Neu im Portfolio ist seit vorigem Jahr eine Steinmetz-Führung durch Kössern, auch „Dorf der Baumeister“ genannt.

Und Bachran bringt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ins Spiel: die touristische Vermarktung des Hochwasserschutzes. Seit 2016 werden seinen Worten zufolge Touren über die größte Baustelle der Stadt angeboten. Es seien zum Beispiel Ingenieure, die sich für den Bau der Flutschutzanlage interessieren. Auch diese „Hochwasser-Route“ will die Stadt ausbauen und mit anderen Sehenswürdigkeiten mixen. Zudem stricken die städtischen Leute für Tourismus und Stadtmarketing an einer neuen Broschüre, die Tipps gibt, wie man Grimma in 24 Stunden erkunden kann. Die Sehenswürdigkeiten sind in ihr ebenso beschrieben wie ein Gastgeber-Verzeichnis enthalten ist. Die Stadt lässt derzeit auch ihren Internet-Auftritt überarbeiten und möchte dort die touristischen Angebote zeitgemäß offerieren.

Sieben Stadtführer sind im Auftrag der Kommune unterwegs – zwei Frauen und fünf Männer. „Wir brauchen aber dringend Nachwuchs“, verdeutlicht Bachran. Sechs der sieben Führer seien bereits im Rentenalter. Wenn sich die Besucherzahlen weiter positiv entwickeln, ist Bachrans Hilferuf nicht von der Hand zu weisen. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Übernachtungsgäste in der Stadt verdoppelt“, sagt der Rathaussprecher. Auf rund 50 000 im Jahr. Dabei sind in dieser Statistik nur Bleiben ab zehn Betten erfasst.

Diesen Gästeschub bekommt auch die Stadtinformation zu spüren. Immer wieder gebe es Touristen, die eine Unterkunft suchen, berichtet Ines Schneider, die hier seit 2012 zu Diensten ist. Mit ihrer Kollegin Nicole Mania teilt sie sich in den Früh- und Spätdienst. Die Information am Markt öffnet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 17 Uhr, Sonnabend von 10 bis 14 Uhr. Sonntags ist geschlossen, Grimma-Gäste können dann im Göschenhaus, der Rathausgalerie und im Kreismuseum fündig werden.

Von Frank Prenzel

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