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Grimmas Gymnasium setzt bei Drogen auf Prävention

Suchtgefahr Grimmas Gymnasium setzt bei Drogen auf Prävention

Mit Unterstützung der Polizei sind Siebtklässler über legale und illegale Substanzen sowie über die Ursachen für deren Gebrauch aufgeklärt worden. Das Interesse unter den Jugendlichen war groß. Die Organisatoren ziehen ein positives Fazit.

Haben gemeinsam Drogenprävention am Grimmaer Gymnasium betrieben (von links): Beratungslehrer Thomas Piotrowski, die Polizisten Marco Neumann und Nicole Salomon sowie Schulsozialarbeiterin Kerstin Wenzel.

Quelle: Matthias Klöppel

Grimma. Vorbeugen ist besser als Heilen: Am Gymnasium St. Augustin in Grimma ist es Tradition, einmal im Jahr Schüler der siebten Klasse für das komplexe Thema „Drogen und Sucht“ zu sensibilisieren, ihnen Erkennungsmerkmale legaler und illegaler Substanzen näher zu bringen und über die Ursachen für deren Gebrauch aufzuklären. „Wir wollen dem Konsum von Rauschmitteln frühzeitig gegensteuern“, umreißt Beratungslehrer Thomas Piotrowski das Ziel der fachübergreifenden Aktion. „Und die Schüler sollen erfahren, wo sie im Ernstfall Hilfe bekommen.“

Eigens dafür holen sich die Organisatoren Experten von der Polizei zur Seite. In diesen Tagen hat Kriminalhauptkommissarin Nicole Salomon vom Fachbereich Prävention der Polizeidirektion Leipzig mehrfach die Bildungsstätte besucht und die vier siebten Klassen jeweils in einer Doppelstunde über die Bedrohungen, die von Drogen ausgehen, informiert. Sie lieferte den Mädchen und Jungen Hintergrundwissen vor allem zu Alkohol und Nikotin, Cannabis und Crystal Meth, setzte mit Bildern und Fotos visuelle Impulse, vermittelte Ansprechpartner. „Manche Schüler kennen sich gut aus“, sagt sie. Andere hätten jedoch nur Scheinwissen. Das sei gefährlich, denn wenn die richtige Einsicht fehle, treffe man unter Umständen die falschen Entscheidungen.

Salomon ist fast täglich in Schulen unterwegs. Die Klassenstufen sechs bis acht sind ihre typische Zielgruppe, „weil es gerade da losgeht, weil die meisten gerade da zum ersten Mal in Kontakt mit Suchtstoffen geraten“. Ihrer Ansicht nach sind Kommunikation und viele Informationen wichtig für die Vorbeugung. „Das hab’ ich ja noch nie gehört“, würden Heranwachsende oft zu ihr sagen. Ein besonderes Lob hat die Polizeibeamtin für Grimmas Gymnasium parat. Die Einrichtung sei sehr gut vernetzt, betreibe zudem nachhaltig Aufklärung auf allen drei Ebenen: Lehrer, Schüler und Eltern. „Nur so kann es gehen“, betont sie.

Als zuständiger Bürgerpolizist und Ansprechpartner ebenfalls vor Ort gewesen ist Marco Neumann. Der Polizeihauptmeister steht in unmittelbaren Kontakt zu Jugendlichen in der Stadt, nimmt regelmäßig an Gesprächsrunden teil. „Das Vertrauensverhältnis ist gut, gerade auch zur Schulleitung“, hält er fest.

Laut Thomas Piotrowski fällt die Veranstaltungsbilanz positiv aus. Die Schüler seien an dem Thema interessiert und würden gern mitreden. Mitunter hätten sie aber falsche Vorstellungen, zieht der Beratungslehrer als Fazit. Eine kleine Feedback-Runde mit einigen Siebtklässlern bestätigt das. „Ich war überrascht, welche Wirkung manche Drogen im Körper hervorrufen können“, meint ein Junge. Ein Mädchen sagt: „Der Vortrag war sehr informativ und anschaulich. Es wäre schön gewesen, wenn er noch etwas länger gedauert hätte.“

Im kommenden Frühjahr findet als Ergänzung ein Elternabend zur Drogen- und Suchtprävention statt. Außerdem ist geplant, dass die Schüler in der achten Klasse eine Exkursion in die Drogenrehabilitationsklinik Wermsdorf unternehmen. Dort sollen sie verschiedene Stationen durchlaufen und in Berührung mit Betroffenen kommen. „Es wird einen intensiven Austausch geben“, erläutert Schulsozialarbeiterin Kerstin Wenzel. „Die Schüler werden direkt mit den Ursachen für Drogenkonsum konfrontiert.“ Die Fahrt habe sich in den vergangenen Jahren bewährt und sei inzwischen fester Bestandteil der Präventionsarbeit am Gymnasium.

Von Matthias Klöppel

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