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Grimmas OBM: "Mit Spenden helfen, wo Not am größten ist"

Grimmas OBM: "Mit Spenden helfen, wo Not am größten ist"

Frage: Grimma ist aufgeräumt, die Infrastruktur funktioniert wieder. Für den Wiederaufbau brauchen die Menschen aber Geld. Matthias Berger: Es wird entscheidend darauf ankommen, was die sächsische Staatsregierung heute im Kabinett beschließt.

gierung heute im Kabinett beschließt. Nach allem, was wir wissen, können Gewerbetreibende voraussichtlich damit rechnen, dass die Hälfte ihres Schadens ersetzt wird. Der Rest kann über einen Kredit mit einem Zinssatz von 0,5 Prozent gedeckt werden. Wir gehen davon aus, das 95 Prozent der betroffenen Gewerbetreibenden Verluste in dieser Dimension verkraften müssen.

Und größere Schadensfälle?

Alles darüber hinaus wird als Einzelfall behandelt, egal ob Papierfabrik Golzern oder Einzelhändler.

Wie wird betroffenen Hauseigentümern geholfen?

Dort soll es ähnlich laufen, eine Deckelung ist mir bis heute nicht bekannt. Das Besondere nach dem Junihochwasser ist die Akzeptanz von Versicherungssummen und Spenden als Eigenanteil für das zinsgünstige Darlehen. Das war 2002 nicht so, da wurde das Geld auf die Förderung angerechnet.

Und privaten Haushalten?

Da ist bislang nichts bekannt. Wer nicht versichert ist, wird vermutlich auf Spenden hoffen müssen.

Da sind die Kommunen vermutlich in einer komfortableren Situation?

Nicht unbedingt, denn die Elementarschadensrichtlinie des Freistaates verlangt, dass Fördermittel nur fließen, wenn Kommunen versichert sind oder nachweisen können, dass keine Versicherung das Risiko tragen wollte. Wir haben in einer europaweiten Ausschreibung nach einer Versicherung gesucht. Über einen Makler ist uns das gelungen. Das hat uns 100 000 Euro gekostet.

Welchen Vorteil hat die Stadt Grimma jetzt dadurch?

Wir rechnen fest damit, dass in unserem Fall die Förderung greift. Wie hoch der Anteil zwischen Förderung und Eigenanteil ist, das wird wohl heute entschieden. In der Diskussion bewegt sich die Spanne zwischen 75 und 90 Prozent Förderung. Mit den Versicherungssummen sind wir hoffentlich in der Lage, einen Großteil der Eigenmittel zu schultern.

Alle warten darauf, das Spenden ausgereicht werden. Wann und wie wird das passieren?

Am 29. Juli haben wir den Ältestenrat einberufen. Dann wissen wir, wie hoch die Förderung aus dem Flutfonds sein wird. Spenden sollen dort helfen, wo die Not am größten ist. Wichtiger ist aber ein Veranstaltung am 23. Juli im Rathaus. Hier werden alle Grimmaer über die Möglichkeiten und Antragstellung zu Fördergelder informiert.

Nach dem zurückliegenden Hochwasser ist die Angst vor derartigen Naturkatastrophen extrem gestiegen. Damit auch die Bereitschaft zur Umsiedlung. Wird es dafür Geld geben?

Im Moment ist mir kein Programm bekannt. Aber im Fall Golzern setzen wir alles daran, einen Neuanfang im Gewerbegebiet Mutzschen zu ermöglichen. Dann könnten wir die alte Fabrik an der Mulde abbrechen, das würde den Fluss im Hochwasserfall entlasten. Im Fall Dorna, wo fünf Häuser immer wieder überflutet werden, soll es eine andere Lösung geben. Nach einem Vor-Ort-Termin hat der Chef des Wieder- aufbaustabes, Staatssekretär Fritz Jäckel, versprochen, den Hochwasserschutz zu verbessern. Auch wenn das mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Schöppenthau, Birgit

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