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Grimmas Ortsteil Dorna ist jetzt vor Hochwasser gewappnet

Projekt-Abschluss Grimmas Ortsteil Dorna ist jetzt vor Hochwasser gewappnet

In den letzten sieben Monaten wurden drei Durchlässe bei Dorna im Durchmesser verkleinert und mit einem System zum Abschotten versehen. Damit ist das Dorf bei Grimma jetzt besser vor einem Hochwasser der Mulde geschützt. Zur Übergabe der Bauwerke rückte auch der Chef der Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, an. Er hatte die Dornaer seinerzeit umgestimmt.

Mit einer Kurbel lässt sich der Durchlass schließen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Dorna. Ein grauer, regnerischer Novembertag – wie gemacht für düstere Erinnerungen an die Mulde-Hochwasser 2002 und 2013. Denn die dramatischen Ereignisse jener Tage hatte am Freitagnachmittag wohl jeder vor Augen, als in Dorna nur wenige Meter neben der träge dahinfließenden Mulde ein Hochwasserschutz-Projekt seinen Abschluss fand. In den letzten sieben Monaten wurden hier drei Durchlässe des ehemaligen Bahndamms, auf dem jetzt der Muldental-Radweg verläuft, verkleinert und mit einem System zum Abschotten versehen. Damit soll Dorna nun sogar vor einem Hochwasser Schutz finden, das theoretisch nur alle 50 Jahre auftritt (HQ50).

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) sprach von einem kleinen Wunder. Nach der verheerenden Flut 2002 hatten die Leute der etwa zehn Gehöfte an der Straße dank der Fördergelder ihre Grundstücke gerade wieder in Schuss, als sie 2013 erneut ein Opfer der Wassermassen wurden. „Ich habe ihnen damals empfohlen, wegzuziehen, alle wollten raus“, blickte der Rathauschef zurück. Nur eine Woche später habe sich Fritz Jaeckel Dorna angeschaut, einen Hochwasserschutz garantiert und die Bewohner umgestimmt. Der CDU-Politiker, seinerzeit Chef des Hochwasserstabes und jetzt Chef der Staatskanzlei, ließ es sich nicht nehmen, am Freitag an der Kurbel Hand anzulegen, um die sogenannte Schütztafel am Durchlass nach unten zu bewegen.

Ein Wunder ist für Berger vor allem, wie das Dorna-Projekt ins Laufen kam. Es stand die Frage im Raum, sind es Durchlässe oder Siele? Bei erstem wäre die Stadt, bei zweitem der Freistaat in der Pflicht gewesen. „Wir gaben uns die Hand und sagten, die Stadt baut es im Auftrag des Landes.“ Auch die Frage der Finanzierung wurde zwischen Berger und Jaeckel unkompliziert geregelt. Das Geld, das bei der Sanierung der Grimmaer Hängebrücke übrig blieb, wurde nach Dorna gepumpt. „Gemessen am üblichen bürokratischen Unsinn waren diese zwei Handschläge wohltuend“, so Berger.

Uwe Gaitzsch gehört zu jenen Dornaern, die zweimal abgesoffen sind. „Nach der ersten Flut fanden wir nicht richtig Gehör“, erzählte er. Nach 2013 sei aber der Vorschlag aufgegriffen worden, die Durchlässe im Ernstfall zu schließen. Das sei kein hundertprozentiger Schutz, aber ein Teilerfolg. Jetzt hoffen die Dornaer noch, dass die alte Papierfabrik in Golzern abgebrochen wird, die bei Hochwasser für einen Rückstau in der Mulde sorgt. Laut Berger würde der Pegel in Dorna ohne die Barriere sechs bis sieben Zentimeter niedriger liegen. „Die Papierfabrik ist ein etwas dickeres Brett, aber wir lassen da nicht nach“, versprach Jaekel.

Am südlichen Durchlass wurde vor den Häusern auch eine Mulde geschaffen, die 14 000 Kubikmeter Wasser fasst. Das Projekt verschlang etwa 100 000 Euro Planungs- und rund 600 000 Euro Baukosten, die Bund und Land finanzieren. Das Wurzener Ingenieurbüro Zimmermann zeichnete für Planung und Bauleitung verantwortlich, für die Bauarbeiten hatte die Umwelt 2000 GmbH den Zuschlag erhalten. Damit ist die erste Teilanlage des Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Grimma fertig gestellt.

Von Frank Prenzel

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