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Grimma Grimmas Stadtchef ficht Urteil wegen Baumfällaktion an
Region Grimma Grimmas Stadtchef ficht Urteil wegen Baumfällaktion an
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16:49 10.11.2015
Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger hatte 2014 veranlasst, dass im Stadtwald von Grimma Bäume, die seiner Ansicht nach instabil waren, abgeholzt wurden – das Amtsgericht Grimma verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Der parteilose Oberbürgermeister von Grimma, Matthias Berger, ficht das Urteil wegen einer umstrittenen Baumfällaktion an. Sein Verteidiger legte Rechtsmittel gegen die Geldstrafe ein, wie das Amtsgericht Grimma am Dienstag mitteilte.  Berger war vor einer Woche zu einer Geldstrafe von 10.150 Euro verurteilt worden. Er hatte im Februar 2014 ohne Genehmigung das Abholzen von 6300 Quadratmetern geschützten Waldes veranlasst. Das Gericht sprach ihn daher wegen leichtfertiger Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete schuldig.

Wegen des Urteils sammeln Bürger aus Grimma derzeit Spenden für den Oberbürgermeister. Bis zum 23. November seien mehrere Sammelbüchsen in Geschäften, Cafés und dem Kino aufgestellt, sagte Mitinitiator Sören Müller. „Die Aktion wird schon gut angenommen.“ Für Berger war die Aktion Teil der Aufräumarbeiten nach dem schweren Hochwasser im Sommer 2013, wie er am Dienstag sagte. „Ich halte die Strafzumessung für unangemessen“, so Berger. Er wolle nun die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. "Mir liegt die Urteilsbegründung noch nicht vor. Um künftig alle Optionen zu haben, hat mein Anwalt deswegen vor Ablauf der einwöchigen Widerspruchsfrist Rechtsmittel eingelegt. Ob wir gegen das Urteil schlussendlich in Berufung gehen, werden wir entscheiden, wenn uns die Begründung dafür vorliegt", sagte Berger gegenüber der LVZ.

Das Geld aus der Sammelaktion will Berger nach der Übergabe weiterspenden. Für die Initiatoren ist das kein Problem. Ihnen geht es vor allem um das Symbol, wie Müller sagte. Darüber freut sich Berger auch. „Es tut gut, dass die Bürger sich hinter mich stellen.“

thl/dpa

 

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