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Grimma Grimmas Stadtfest hat ein anrüchiges Nachspiel
Region Grimma Grimmas Stadtfest hat ein anrüchiges Nachspiel
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21:08 05.10.2018
Hinter dem Rathaus gab es für die Jugend zwei Abende lang „House gemacht“. Einige Anwohnern nervte indes die laute Musik bis nach Mitternacht. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Tausende strömten am vorigen Wochenende durch Grimmas Straßen, um sich beim dreitägigen Stadtfest zu vergnügen. Voll des Lobes war tags darauf auch Oberbürgermeister Matthias Berger. Es habe wieder alles gut geklappt, sagte er zur Sitzung des Technischen Ausschusses und dankte dem Gewerbeverein Grimma, der das Fest seit Jahr und Tag stemmt.

Die Grimmaer Innenstadt war am Stadtfest-Wochenende wieder eine Partymeile.

Es gibt aber auch Nachwehen. Nach mündlichen Beschwerden wollen sich einige Bewohner rund um den Markt jetzt auch noch schriftlich an den Organisator und das städtische Ordnungsamt wenden, weil ihnen vor allem zwei Dinge gegen den Strich gehen. „Ich bin froh, wenn in Grimma etwas passiert“, stellt Rainer Bischoff voran. Es sei gut und schön, dass es das Stadtfest gibt.

Jugendbühne seit drei Jahren Teil des Stadtfestes

Doch die „House-gemacht“-Party hinterm Rathaus „ist für die Anwohner untragbar“, gibt der direkt am Markt wohnende Bischoff zu verstehen. „Bekannte von uns sind in Grimma-Süd und in Kaditzsch zu Hause, noch dort hat man die Musik gehört“, spielt er auf die Lautstärke an. Als Anlieger könne man sich dem erst recht nicht entziehen.

Der Gewerbeverein hat die Jugend-Bühne hinterm Rathaus vor drei Jahren ins Stadtfest etabliert. Hier legen DJs immer am Freitag und Sonnabend bis eine Stunde nach Mitternacht angesagte Musik auf. Doch um 1 Uhr sei eben nicht Schluss, so Bischoff. Dann zögen die Massen grölend durch Grimma. Und er fragt sich wie andere Anwohner, ob der Markt der richtige Ort und das Stadtfest der richtige Rahmen für die „House-gemacht“-Party sei.

Außerdem ist den Anwohnern nicht zum ersten Mal eine andere, anrüchige Sache in die Nase gefahren. Im Marktbereich steht zum Fest ein Toilettenwagen. 50 Cent werden hier für jedes Geschäft fällig. Manchen ist das – gerade zu vorgerückter Stunde und bei wachsendem Alkoholspiegel – offenbar zu viel Geld. Die nur Schritte vom Markt und dem Jugend-Areal entfernte Malzhausgasse „verkommt zum Urinal“, schimpft Bischoff. Hunderte hätten sich dort erleichtert – und bei weitem nicht nur Männer. „Wenn die Leute trinken, muss auch für menschliche Bedürfnisse gesorgt sein“, betont der Anwohner. Nötig seien möglichst kostenfreie, beleuchtete Toiletten in ausreichender Zahl. „Wir möchten gern mit dem Gewerbeverein ins Gespräch kommen, damit solche Zustände künftig ausgeschlossen werden“, bekräftigt Bischoff.

Gewerbeverein nimmt Hinweise ernst

„Wir werden die Probleme mitnehmen“, verspricht Gewerbevereinschefin Anke Rüssel auf LVZ-Anfrage. Ihrer Ansicht nach reicht der eine Toilettenwagen vollkommen aus, er müsse aber eben auch finanziert werden. „Bloß den Dixi-Wagen hinstellen, geht nicht“, bekräftigt Rüssel mit Blick auf die Kosten und die Sauberkeit. Außerdem habe der Gewerbeverein auf das Problem reagiert und die Malzhausgasse Samstagabend mit einem Bauzaun abgesperrt. Weil sich darin Fahrräder befanden, „konnten wir die Gasse aber nicht komplett zumachen“, so Rüssel. Später hätten einige Leute den Bauzaun auch noch verrückt.

Schnelle Lösung ist nicht in Sicht

Die Vorsitzende des Gewerbevereins erklärt, dass an der „House-gemacht“-Bühne punkt 1 Uhr die Musik ausging und schon eine halbe Stunde zuvor der Pegel langsam herunter gedreht wurde. „Wir haben uns zu 100 Prozent an alle Auflagen gehalten.“ Der Verein wolle mit dem Fest Leute jeden Alters ansprechen und auch jungen Leuten etwas bieten. Darauf werde Wert gelegt. „Wir nehmen die Themen der Anwohner ernst und werden sie besprechen“, unterstreicht Rüssel. Eine Lösung gebe es im Moment noch nicht.

Von Frank Prenzel

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