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Grimmas Stadtwerke kaufen Dresden Anteile ab und integrieren Energie-Tochter

Versorgung Grimmas Stadtwerke kaufen Dresden Anteile ab und integrieren Energie-Tochter

Nur wenige Jahre nach der Gründung geht die Stadt Grimma als Gesellschafter der Stadtwerke Grimma einen Schritt zurück. Die eigens für den Ausbau erneuerbarer Energien gegründete Erzeugungstochter wird zurück in das Mutterunternehmen integriert. Der Zug sei abgefahren, mit der grünen Energie Geld zu verdienen, so das Argument.

Hagen Böhme managt das Energiegeschaft der Stadtwerke Grimma.

Quelle: Andreas Röse

Grimma. Grimmas Stadtrat hat der Unternehmensverschmelzung von Grimma Energie GmbH (GEG) und Stadtwerke Grimma GmbH (SWG) einmütig zugestimmt. Ebenso dem geänderten Gesellschaftsvertrag der Stadtwerke. Jetzt fehlt nur noch das Amen der Rechtsaufsicht, um die Änderung bei der städtischen Tochtergesellschaft perfekt zu machen. Die GEG, die keine eigenen Arbeitnehmer beschäftigt, verschwindet bei dieser Fusion von der Bildfläche. Vermögen und Geschäftsfelder gehen auf die Stadtwerke über.

Wie berichtet, wurden die Weichen dafür schon im Januar gestellt, als der Stadtrat zum Erwerb von GEG-Anteilen Ja sagte. 49 Prozent an der Grimmaer Energiefirma hatte die Drewag-Stadtwerke Dresden gehalten und strich nun für den Verkauf knapp 400 000 Euro ein. Der Kaufvertrag war im März notariell besiegel worden. In dem Moment, als sich mit rechtlicher Genehmigung alle GEG-Anteile in Hand der Stadtwerke Grimma befanden, war der Weg für die Verschmelzung frei.

Hintergrund für den Schritt sind die schlechter gewordenen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien. Grimma hatte die Energie-Tochter im Jahr 2013 mit dem Ziel gegründet, auf diesem Sektor tätig zu werden. Doch laut Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) macht der Neubau von Windkraft-, Solar- oder Biogasanlagen nach der Novellierung des Erneuerbare-Energie-Gesetz für kleine Unternehmen derzeit wenig Sinn. Die Rendite wäre zu gering, das Risiko zu hoch. Dennoch machte die kleine Energiefirma jährliche Umsatzerlöse von rund 420 000 Euro. Ihr oblag das Heizhaus Grimma-West und die Wärmeversorgung der angeschlossenen kommunalen Objekte sowie zweier Wohnblöcke der Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft (GWB), außerdem das Betreiben von zwei Photovoltaikanlagen. Diese Aufgaben übernehmen jetzt die Stadtwerke.

Mit der Fusion und den damit verbundenen Synergieeffekten sollen vor allem die Fernwärmepreise konkurrenzfähig werden. Das sei entscheidend für das Unternehmen, sagte Grimmas Justiziarin Kerstin Ulbricht. Sonst werde das Geschäft in Frage gestellt. Nach dem Zusammenschluss werden Kosten für Dienstleistungen, kaufmännische Verwaltung und Jahresabschlussprüfung ebenso gespart wie die Aufwandsentschädigung des GEG-Aufsichtsrates. Zudem kommt das Gas fürs Heizwerk von den Stadtwerken. Das alles wirkt sich positiv auf die Kalkulation der Wärmepreise aus. So will man die GWB als Kunden halten. Ulbricht räumt der Fusion mehr Chancen als Risiken ein. Die derzeit wenigen Geschäftsfelder würden jedenfalls einen Bestand der GEG nicht rechtfertigen.

Hans-Jörg Dossin, Fraktionschef der Bürger für Grimma und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, sprach von einer anderen strategischen Ausrichtung aufgrund der Rahmenbedingungen. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Zugleich appellierte er an die Stadträte, gegenüber den Stadtwerke loyal zu sein und an einen Energieversorgerwechsel zu denken.

„Ich vermisse dennoch Aktivitäten, bei den erneuerbaren Energien Akzente zu setzen“, monierte Johannes Heine (Freie Wähler). Derzeit gebe es Kredite mit 0,5 Prozent Zinsen, „wir haben die Leute dafür, sowas für eine Anlage mal durchzurechnen“. Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Böhme konterte. „Wir müssen schauen, was wir uns leisten können und welche Geschäftsfelder wir angehen.“ Dennoch hätten die Stadtwerke das Feld der regenerativen Energie weiter „auf dem Schirm“. Dazu sei mit der Drewag in der Landeshauptstadt ein Kooperationsvertrag geschlossen worden.

Von Frank Prenzel

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