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Grimma Größe des Feuerwerks in Podelwitz entscheidend
Region Grimma Größe des Feuerwerks in Podelwitz entscheidend
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13:53 19.05.2015

Letztlich, so erfuhr die LVZ, handelt es sich um eine Frage der Zuständigkeit.

"Wir haben einige Beschwerden über Feuerwerke erhalten", informiert Ordnungsamtsleiter Silvio Gleffe. Ein größeres Höhenfeuerwerk habe es am 7. Juni gegeben. Durch den Betreiberwechsel im Wasserschloss würden nun viele Bürger eine Häufung befürchten.

Im konkreten Fall wiegelt die Stadt ab. "Höhenfeuerwerke können wir als Kommune gar nicht genehmigen. Dafür ist der Landkreis zuständig", sagt Gleffe. "Die Stadt kann lediglich Feuerwerke bis Klasse zwei erlauben. Das tun wir aber nur in Ausnahmefällen." Meistens würde es sich dann um außerordentliche Anlässe handeln. Ein 55. Geburtstag oder ein Schulanfang zum Beispiel würden nicht unter diese Kategorie fallen. Fünf bis zehn angemeldete Feuerwerke gebe es jährlich in der Stadt. Gleffe: "Diese verteilen sich aber über das gesamte Gemeindegebiet."

Wenn es um den Schlosspark Podelwitz geht, verzichtet die Stadt schon seit einiger Zeit darauf, Genehmigungen zu erteilen. "Dort ist doch fast jede Woche eine Feierlichkeit, da können wir den Anwohnern nicht jedes Mal ein Feuerwerk zumuten", begründet Gleffe die Ablehnung. Neben der Rücksicht auf die Anwohner spiele ein weiterer Parameter eine Rolle - der Naturschutz. "Die Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses - also entlang der Freiberger Mulde von Döbeln bis Sermuth - liegen in einem Naturschutzgebiet, in dem auch Vögel brüten. Da kann man nicht einfach so Raketen in die Luft jagen."

Mit einer Genehmigung des Landkreises sei das allerdings möglich, wie die Pressesprecherin der Kreisbehörde, Brigitte Laux, erklärt. "Der Landkreis ist nur für die gewerblichen Pyrotechniker zuständig, die ein Feuerwerk beim Landratsamt lediglich anzeigen müssen. Hier werden dann verschiedene Punkte geprüft, wie zum Beispiel Schutzmaßnahmen und Abstände, Sonn- und Feiertage oder mögliche Gefährdungen sowie Belange des Naturschutzes."

Um ein Feuerwerk zu untersagen, genüge es nicht, nur auf ein Natur- oder Vogelschutzgebiet zu verweisen. "Es müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, dass innerhalb eines Radius' von einem Kilometer in der Vogelbrutzeit ein Nest durch eine geschützte Vogelart belegt ist. Für den Schlosspark Podelwitz gibt es hier keine Hinweise. Insbesondere ist auch kein Nest des Weißstorchs bekannt, der dort aktuell brütet", erläutert Brigitte Laux. Auf den Schutzradius weise das Landratsamt die Kommunen regelmäßig hin.

Das heißt also: Für den Schlosspark Podelwitz können gewerbliche Pyrotechniker Höhenfeuerwerke beim Landratsamt anzeigen. Wer ein kleines Privatfeuerwerk zünden will, muss einen Antrag im Rathaus stellen, das die Gesuche in der Regel zurückweist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2014
Seidler, Robin

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