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Grimma Großbardau: Umzug krönt 800-Jahr-Feier
Region Grimma Großbardau: Umzug krönt 800-Jahr-Feier
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09:32 11.06.2018
1947 wurde die legendäre Theatergruppe gegründet, die 30 Jahre in Großbardau existierte. Margot Weber, Edith Gregori, Helge Goerz und Martin Eibeck spielten einst mit – und hatten sich für den Festumzug Kostüme ausgeliehen. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Grossbardau

„Wir treffen uns in 50 Jahren wieder“, witzelte der langjährige Großbardauer Wehrleiter Andreas Wittig, als am Sonntag das letzte Umzugsfahrzeug vorbei war. Mit Grimmas Rathauschef Matthias Berger moderierte er in Höhe der Feuerwehr den eineinhalbstündigen Festumzug zur 800-Jahr-Feier von Großbardau. Beide kramten angesichts der farbenfrohen und ideenreichen Bilder so manche Episode hervor.

Etwa 300 Mitwirkende erzählten die wechselvolle Geschichte des Parthedorfes. An der Spitze trottete ein riesiges Mammut durch die dicht gesäumten Straßen – umringt von einer wilden Menschenhorde. Das von den Heimatfreunden aus Hohnbach geformte Steinzeit-Tier erwies sich als einer von vielen Hinguckern. Hoch zu Ross folgte Otto der Reiche, dem die Besiedlung der Großbardauer Flur zu verdanken ist. In das gelbe Kostüm war die Grethener Eva Gallus geschlüpft und zügelte ihr Pferd Joe.

Der Streifzug durch die Zeit ließ kaum Wünsche offen. Reformation, Pest, Salzstraße, Husaren oder beide Weltkriege markierten Einschnitte in der langen Historie. Der Grimmaer Silvio Mücke und seine Mitstreiter symbolisieren in originalen Uniformen und Fahrzeugen den Einmarsch der Amerikaner und Russen. Breiten Raum nahm die Zeit nach 1945 ein – ob LPG-Gründung, Kindergarten, Schule oder Glockenweihe... Und natürlich präsentieren sich die Gewerke von einst und heute ebenso wie Feuerwehr und Vereine. Auch die Partnerfeuerwehr aus dem bayerischen Lauterbach und die befreundeten Sportler aus dem tschechischen Breznik marschierten mit.

Der Festumzug war zweifelsohne der Höhepunkt der 800-Jahr-Feier des Grimmaer Ortsteiles Großbardau. Zuvor gab’s Sport, Festgottesdienst, Musik, Schulfest und Gaudi.

Am Abend zuvor heizte die Weimarer Band „Rockpirat“ den Jubiläumsgästen ein, die am Nachmittag bei Gluthitze eher die Schattenplätze suchten. Auch unter den Bäumen im Schulhof des Evangelischen Schulzentrums Muldental, das sein traditionelles Frühlingshoffest in das Dorf-Jubiläum integrierte. Die Gute-Taten-Auktion avancierte dabei zum Höhepunkt. Eltern und Schüler hatten mehr als 20 Angebote unterbreitet, die meistbietend versteigert wurden – darunter eine Hot-Stone-Massage, eine Fensterwartung, eine Buffet-Ausstattung und ein Nähkurs, aber auch ein Ständchen und eine Lesestunde. Den Erlös erhalte die Großbardauer Kirche, so Schul-Geschäftsführer Niko Kleinknecht.

Musik und viele leckere Kuchen

Auf dem Festplatz sorgte derweil die Happy-Junior-Band vom Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich für Stimmung, während die Bardauer Rad-Madl im Zelt Kaffee und Kuchen an den Mann und die Frau brachten. Das halbe Dorf hatte beim Backen geholfen. „Wir haben 54 Kuchen“, verriet Madl-Chefin Heike Schraub – einer leckerer als der andere. Jedes Stück kostete, wie auch der Kaffee, einen Euro – die Einnahmen gehen komplett in die Fest-Kasse.

Schwitzen beim Milchkannenstoßen

Wer wollte, konnte bei Melker Detlef Hanitzsch zusätzlich ins Schwitzen kommen. Der 58-jährige Albrechtshainer bot sein Milchkannenstoßen an, das er sich 1999 mit seiner Frau Petra ausgedacht hatte. Immerhin bringt die Männerkanne dreieinhalb Kilo auf die Waage. Andreas Graupner (20) vom Team der Großbardauer Jugend, der nebenan einen Kinderstand mitbetreute, ließ sich den Spaß nicht entgehen und brachte es auf 9,50 Meter. Der Tagesrekord betrug 12,70 Meter.

Schwitzen konnte man auch nebenan bei der Mitmachschmiede von Hartmut Lehmann. Der 43-jährige Colditzer, von Beruf Anlagenfahrer von Biogasanlagen, bereichert mit seiner Feldschmiede seit fünf Jahren die Ganztagsangebote am Schulzentrum Großbardau. Kinder ab sieben Jahren konnten beim Fest den Hammer in die Hand nehmen und das alte Handwerk ausprobieren.

Landrat zeigt sich beeindruckt

Beeindruckt, wie sich die Großbardauer für ihr Jubiläum ins Zeug gelegt haben, zeigte sich Landrat Henry Graichen (CDU), der am Freitag beim Sport Open Air vorbei schaute. Es sei viel wert, wenn ein Ort zusammenhalte, so der Kreischef. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieser Zusammenhalt immer weiter trägt“, betonte er.

Von Frank Prenzel

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