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Großbardauer Feuerwehr zieht um

Großbardauer Feuerwehr zieht um

"Löschwasser marsch" hatte es am künftigen Feuerwehrgerätehaus in Großbardau geheißen, nachdem Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) erfolgreich den symbolischen Baggerbiss übernommen hatte.

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Grimmas Stadtchef Matthias Berger (parteilos) legt selbst den Bagger an. Der Abriss des Großbardauer Waagehäuschens hat begonnen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Für die Gäste gab es Glühwein statt Wasser. Einigermaßen sprachlos zeigte sich der Feuerwehrchef Andreas Wittig angesichts der vielen Schaulustigen, die sich den Abbruch des Waagehäuschens nicht entgehen lassen wollten, sprachlos aber auch, weil nun endlich Baufreiheit für ein neues Feuerwehrgerätehaus auf der ehemaligen Maschinen- und Traktorenstation in der Parthenstraße geschaffen wird. "Vorher befand sich auf dem Gelände die LPG. Über 13 Jahre habe ich hier gearbeitet", erzählte Gerd Fratzscher. "Es wird höchste Zeit, dass der Schandfleck aus dem Ort verschwindet", sagte der 54-Jährige. Das alte Waagehäuschen sei zudem eine Gefahrenquelle gewesen, da dort oft Kinder spielen würden.

 

 

Unzeitgemäß sei das alte Ensemble am Schmiedeteich für Feuerwehr-Bedürfnisse längst gewesen, schilderte Wehrleiter Wittig. Der alte Standort wäre nicht mehr entwicklungsfähig. Gravierend kam hinzu, dass das Gebäude im Hochwasserbereich der Parthe liege. Nun sollen in den nächsten zwei Jahren 1,3 Millionen Euro am neuen Standort investiert werden. "Das Feuerwehrgerätehaus wird nach der aktuellsten Energiesparverordnung gebaut und biete auf 435 Quadratmetern genügend Platz für zwei Fahrzeuge und unsere 60 aktiven Kameraden", ergänzte Horst Weigelt, stellvertretender Wehrleiter von der Feuerwehr Großbardau. Die Altbauten wird die Naunhofer Firma Umwelt 2000 abreißen. Kosten: 185 000 Euro. "Der Abriss wird zu 75 Prozent gefördert. Vom Freistaat erwarten wir einen Zuschuss von 235 000 Euro für den Neubau. Die restlichen 928 000 Euro werden aus der Stadtkasse gezahlt", erklärte Berger. Perspektivisch ist angedacht, dass auf dem Gelände eine Kindertagesstätte entsteht. Was ganz nach dem Geschmack der Leiterin der Großbardauer Einrichtung, Annett Riedel, wäre. "Wir haben derzeit 63 Kinder in der Kita. Wir würden uns freuen, wenn wir eines Tages auf das großzügige, zentrale Areal ziehen könnten", sagte die 45-Jährige.

 

 

Dagegen sehen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großbardau dem Umzug mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen freuen sie sich riesig, zum anderen verlassen sie nur ungern den Schmiedeteich. Denn in den 60er Jahren legten die Kameraden selbst mit Hand an, um es zu bauen. Dabei war auch Manfred Drobeck (74). Er erinnerte sich auch an das erste eigene Löschfahrzeug der Wehr 1964. Er sei schon gespannt auf das moderne Feuerwehrgerätehaus. Zuvor steht jedoch noch ein großes Fest an. Im Juni feiert die Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Diese bereiten gegenwärtig die 120 Mitglieder des Fördervereins der Wehr vor. Höhepunkt wird der Festumzug am 21. Juni sein. An dem es bestimmt wieder "Wasser marsch" heißen wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.01.2015
Cornelia Braun

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