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Großbardauer Rinderzüchter weist Vorwürfe zurück – 23 Tiere eingeschläfert

Nach Beschlagnahme Großbardauer Rinderzüchter weist Vorwürfe zurück – 23 Tiere eingeschläfert

Von einer beschlagnahmten Herde mit etwa 140 Rindern aus Großbardau hat der Landkreis Leipzig 23 Tiere töten lassen. Der Halter der Tiere musste diese am Montag abgeben, weil die Herde Schottischer Hochlandrinder nach Angaben der Behörden verwildert war.

Um diese Tiere geht es: Schottischer Hochlandrinder – auch Highlander genannt.
 

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Großbardau.  Am Tag zwei der Aktion zur Auflösung seines Rinderbestandes hat sich der Tierhalter, Arndt Viehweg, zu Wort gemeldet. Nach Beschlagnahme seiner Rinderherde wehrt er gegen die Beschuldigungen des Landratsamtes. Die Behörde wirft ihm mangelndes Herdenmanagement vor. 23 nicht identifizierbare Tiere mussten inzwischen eingeschläfert werden.

Dass sich der 66-Jährige damit outet, sei für ihn „kein Problem“. Denn: „Ich bin doch bekannt wie ein bunter Hund und jeder wusste, wem der Rinderbestand gehörte“. Die Betonung, so Viehweg, liege auch gehörte. „Es ist Quatsch, wenn in der Zeitung steht, dem Viehweg nimmt man das Vieh weg. Ich habe dem Landratsamt den Bestand mit Datum vom 20. Juni 2016 abgetreten, schriftlich und mit allen Konsequenzen“, betonte der ehemalige Tierhalter. Denn als solcher will er ausdrücklich verstanden wissen.

 Demonstrative Gelassenheit am Dienstag

Demonstrative Gelassenheit am Dienstag: Arndt Viehweg hat mit der Sache abgeschlossen, nachdem er die Rinderherde ans Landratsamt abgetreten hat.

Quelle: Frank Schmidt

Den Vorwurf, er verfüge über „mangelndes Herdenmanagement“ weist er entschieden zurück. „Die Behörde hat meine Rinder als Stalltiere eingestuft und Auflagen erteilt. Das sind aber wild lebende Tiere, die man nicht in einen Stall pferchen kann. Deshalb gab es die Probleme mit der Kennzeichnung – das räume ich ja ein. Aber deshalb auch ist es mir verboten worden, mit Narkosegewehr zu arbeiten, um die Ohrmarken anzubringen, das ist die Wahrheit“, machte sich Viehweg am Dienstag Luft.

„Das Amt erlebt es ja jetzt selbst, wie schwierig das ist. Was von mir als einzelner Tierhalter sogar mit Terminvorgabe verlangt wurde, schaffen die Leute im Großaufgebot selbst nicht in zwei Tagen“, legte Viehweg nach. Mit etwas Abstand betrachtet, gibt er sich demonstrativ gelassen. „Mich haben die Leute angerufen; tue dir bloß nichts an, haben sie gesagt. Aber sehe ich so aus? Ich habe damit schon vor vier Wochen abgeschlossen. Denn da war irgendwie zu erahnen, dass so etwas passiert“, sagte Viehweg.

Schottisches Hochlandrind Grossbardau schaut in die Kamera

Polizeieinsatz bei Grimma: In Großbardau werden 140 Rinder auf Anordnung des Veterinäramtes eingefangen.

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Von der beschlagnahmten Herde mit etwa 140 Rindern aus Großbardau bei Grimma hat der Landkreis Leipzig 23 Tiere töten lassen. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Herkunft der 23 Tiere nicht geklärt werden konnte, wie der Landkreis am Mittwoch in Borna mitteilte. Sie hatten entweder keine Ohrmarken oder falsche, so von geschlachteten Rindern. Laut EU-Recht dürfe es aus Gründen des Verbraucherschutzes keine nicht identifizierbaren Tiere geben, sagte eine Sprecherin. Diese müssten ansonsten getötet werden.

Bislang seien gut 70 Tiere eingefangen, bei den restlichen sollte dies bis Mittwochabend geschehen. Die Untersuchungen dauerten an. Rinder deren Herkunft einwandfrei nachgewiesen werden könne und die frei von Seuchen seien, wolle der Landkreis verkaufen.

Von Frank Schmidt (mit dpa)

Update 17.15 Uhr: Wie das Landratsamt in Borna am Mittwoch mitteilte, hat sich die Zahl der Rinder, die eingeschläfert werden mussten, inzwischen auf 23 erhöht.

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