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Grimma Großbardaus Geschichte in 40 Bildern
Region Grimma Großbardaus Geschichte in 40 Bildern
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00:31 03.06.2018
Auch die Steppkes vom Kindergarten „Parthenzwerge“ Großbardau werden sich am Festumzug zur 800-Jahrfeier beteiligen. Transparente und Banner dafür haben sie bereits anfertigen lassen oder selber gebastelt. Quelle: Thomas Kube
Grimma/Grossbardau

Er soll den i-Punkt einer facettenreichen Jubiläumswoche, die am Sonnabend beginnt, setzen: der Festumzug zur Großbardauer 800-Jahrfeier. Der Aufzug am Sonntag, dem 10. Juni, läutet das Finale der neuntätigen großen Sause im Grimmaer Ortsteil ein. Um 13 Uhr setzen sich etwa 300 Mitwirkende in Bewegung und ziehen eine zwei Kilometer lange Schleife durchs Dorf. Dabei führen sie den jahrhundertelangen Werdegang ihres Heimatortes in 40 zentralen Bildern vor Augen – von der Besiedlung bis zur Gegenwart.

Anderthalb Jahre Vorbereitung für Umzug

Schon seit eineinhalb Jahren wird am Festumzug gestrickt. Dazu hat sich eine 15-köpfige Truppe gefunden, an deren Spitze der langjährige Wehrleiter Andreas Wittig steht. Der 61-Jährige sammelte nämlich schon Erfahrung. Als die Großbardauer Kameraden 2015 ihr 75. Bestehen feierten, gab es auch eine Feuerwehr-Parade durchs Dorf. Wittig will sich aber gar nicht als Chef des Organisationsteams verstehen. „Wir sind ein Umzugskomitee, in dem jeder seine Aufgaben hat.“

Bürokratischer Aufwand

Anfangs wurden Ideen gesammelt, in den letzten Tagen ging es an den Feinschliff und an die Arbeit für die Umzugswagen. Die Sitzungstermine der Truppe haben sich seit Anfang des Jahres verdichtet, bekanntlich steckt der Teufel im Detail. Dabei stöhnt Wittig über den „bürokratischen Aufwand“. Schließlich wird die Ortslage in den knapp zwei Umzugsstunden für den Verkehr gesperrt, und die Umzugsteilnehmer müssen auch die Staatsstraße überqueren, um den Endpunkt auf dem Sportplatz zu erreichen. Halteverbote sind ebenfalls auszuschildern. „Es ist Wahnsinn, was da für Anträge auszufüllen waren“, schüttelt der Großbardauer den Kopf.

Befreundete Vereine machen mit

Die größte Herausforderung sei gewesen, die Leute zum Mitmachen zu überreden, verrät Wittig. Längst ist er beruhigt, denn der Festumzug findet viele Unterstützer. Befreundete Heimatvereine aus Großbuch, Schönbach und Otterwisch mischen ebenso mit wie Vereine, Bildungsstätten und Unternehmer des Parthe-Dorfes und der Stadt. Eine große Hilfe sei auch die Grimmaer Spediteurfamilie Lehne, freut sich Wittig. Ulrike Lehne sei im Umzugskomitee vertreten.

Die 40 Umzugsbilder seien teils untergliedert, erzählt Wittig, der ein waschechter Großbardauer ist und als Vertriebsingenieur bei der italienischen Firma Robopac seine Brötchen verdient. Unterm Strich können sich die Zuschauer deshalb auf mehr als 70 Szenen freuen. Dabei laufen sieben Formationen mit, die für den musikalischen Part sorgen.

Mammut marschiert voran

So viel sei schon jetzt verraten: Ganz vorneweg marschiert ein Mammut, das die Heimatfreunde aus Hohnbach leihen. Das Steinzeit-Tier war zur Colditzer Jubiläumsfeier ein Hingucker. Hoch zu Ross darf dann Kaiser Otto II. nicht fehlen, dem die Besiedlung der Großbardauer Flur zu verdanken sein könnte. Mit diesem Bild wird auch die Ersterwähnung vor 800 Jahren vor Augen geführt. Kirchenbau, Reformation, Bauern, Pest, Salzstraße, Mühlen, Völkerschlacht und Weltkriege – die Zeit bis 1945 nimmt ebenso breiten Raum ein wie das Leben in der DDR. Wittig freut sich dabei auch auf die drei Großbardauer Mühlen-Figuren, deren hölzerne Originale heutzutage in der Wassermühle Höfgen zu bestaunen sind.

Verschiedene Zeiten

Drei Akteure schlüpfen dazu in historische Trachten. Landwirtschaftliche Entwicklung (LPG), die Geschichte von Schulen und Kindergarten, das Gesundheitswesen oder der Wohnungsbau sind einige der Darstellungen aus der Zeit des Arbeiter- und Bauernstaates. Und auch die Neuzeit nimmt breiten Raum ein. Die Ortsteile Kleinbardau, Waldbardau und Bernbruch präsentieren sich ebenso wie das Handwerk (einst und jetzt) und die Vereine.

Herausstellen möchte Wittig keines der Bilder. Der Umzug biete einen Querschnitt durch das dörfliche Leben und „lebt von allen, die mitmachen“. Der 61-Jährige steht beim Umzug übrigens in Höhe der Feuerwehr und moderiert mit Oberbürgermeister Matthias Berger das vorbeiziehende Geschehen. Und schon jetzt sagt ihm sein Bauchgefühl: „Der Festumzug wird gut.“

Von Frank Prenzel

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