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Grimma Großbaustelle Mutzschen?
Region Grimma Großbaustelle Mutzschen?
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05:00 25.03.2010
Noch in diesem Jahr: Mutzschen soll zur Großbaustelle werden. Quelle: LVZ Archiv
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Mutzschen

Auf einer Einwohnerversammlung wollen wir den Grundstücksbesitzern die Höhe des Mehrkostenbeitrages bekannt geben. So wir uns einigen, sollen danach die Arbeiten ausgeschrieben werden.“

Gero Weigelt von der Mutzschener Abwassergruppe dementiert Mutmaßungen der Verbandsspitze, wonach die Bereitschaft der Mutzschener zur Übernahme von freiwilligen Baukostenzuschüssen gewachsen sei: „Dem ist nicht so. Wenn wir etwas bezahlen, dann müssten wir von Anfang bis Ende maßgeblich an den Entscheidungen mitwirken. Ich mache, du bezahlst – so wird es jedenfalls nicht laufen! Die Gebühren und Kosten müssen fair berechnet werden.“ Das sehe er nicht anders, ließ Kunath gestern wissen. Das beauftragte Ingenieurbüro sei bereits in engem Kontakt mit den Grundstückseigentümern.

Seitdem die Mutzschener behördlich aufgefordert wurden, in Eigenregie bis Ende 2008 auf biologische Kleinkläranlagen umzurüsten, trifft sich die aus Bürgern, Stadträten und Verwaltung bestehende Abwassergruppe regelmäßig. Die Mitglieder holten Angebote ein und stellten darauf basierend Kostenvergleiche an. Am Beispiel der Grimmaischen Straße und der Florian-Geyer-Siedlung kam man zu dem Schluss, dass dezentrale Gruppenlösungen gegenüber Einzelkläranlagen eindeutig wirtschaftlicher, stabiler und zukunftsträchtiger sind. Bürgermeister Carsten Graf betonte auf der jüngsten Ratssitzung: „Nur durch die Berechnungen der Abwassergruppe konnte man verhindern, dass in Mutzschen 365 ineffektive Einzelkläranlagen errichtet werden!“

Durch die Initiative nicht zuletzt auch von Bürgermeister Graf höchstpersönlich, der sogar im Landtag sprach, erarbeitete das namhafte Fraunhofer Institut in einem bundesweiten Pilotprojekt die für Mutzschen wirtschaftlichste Entsorgungsvariante. Anhand der vorliegenden Ergebnisse fühlten sich die Mutzschener bestärkt: „Die Gruppenkläranlagen sind die für uns günstigste Lösung. Daran gibt es keinen Zweifel mehr.“ In der Zwischenzeit beauftragte der Versorgungsverband ein privates Ingenieurbüro aus Gerichshain mit der Feinplanung. Manchen mag dies überraschen. Denn ursprünglich sollte das Fraunhofer Institut nicht nur die Planung, sondern als Option auch die Umsetzung und Evaluierung des Pilotprojekts vorantreiben. Kunath: „Die Studie des Fraunhofer Institutes hatte in Bezug auf die konkreten Kostenansätze nicht die gewünschte Schärfe.“ Es sei nicht vorgesehen, den Vertrag mit dem Institut zu verlängern. „So wird es auch keine vom Institut angeregte Hygienisierung des Abwassers geben. Statt dessen werden wir genau die Kläranlagen mit entsprechenden Reinigungsleistungen errichten, wie sie das Landratsamt vorschreibt“, so Kunath.Zwar legt der Verband die Ergebnisse der Planung erst Ende des Monats vor. Laut Gero Weigelt von der Abwassergruppe sei aber bereits einiges durchgesickert: „Demnach sind die Kosten für Installation, Finanzierung und Betrieb der Anlagen über 25 Jahre nicht zwingend höher als das, was man über Gebühren einnehmen würde. Das heißt: Vor drei Jahren lagen wir mit unseren Berechnungen genau richtig. Dagegen hat sich gezeigt, dass das nach wie vor gültige Abwasserbeseitigungskonzept des Verbandes, das für Mutzschen Einzelkläranlagen ausweist, fehlerhaft ist.“

Haig Latchinian

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