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Grimma Großbucher Umzug schlägt alle Rekorde
Region Grimma Großbucher Umzug schlägt alle Rekorde
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05:00 01.06.2010
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. Doch nichts von alledem ereignete sich am Sonntag Punkt 14 Uhr, als sich in Großbuch der große, aus insgesamt über 50 Bildern bestehende Festumzug, gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss der 725-Jahrfeier, in Bewegung setzte. Vielmehr brach die Sonne über dem Otterwischer Ortsteil hervor und bescherte Mitwirkenden wie Schaulustigen bestes T-Shirt-Wetter.

Ihre Regenschirme getrost unter den Sitzen lassen konnten auch die Damen der Großbucher Strickrunde, die auf einem der Wagen Platz genommen hatten. „Wenn Engel unterwegs sind…", meinte Liane Bernert in Abwandlung eines geflügelten Satzes, um anzufügen, dass es in Großbuch gute Tradition zu Festivitäten aller Art sei, dass sich spätestens ab dem Mittag das Wetter bessere. Ob dieser positiven meteorologischen Fügung hatten die Seniorinnen auch kein Problem damit, als letztes Bild den Umzug zu beenden. „Hinter uns kommen doch noch zwei Feuerwehrautos", nahm es die 75-Jährige mit Humor. Unmittelbar vor den Großbucher Seniorinnen hatte Jörg Schipanski seinen 71er GAS 69 gestartet, in dem er sowie einige in Uniformen der Sowjetarmee gekleidete Mitstreiter Platz genommen hatten. „Die Russen hatten in Otterwisch einen Truppenübungsplatz, und weil sie deshalb ganz sicher auch regelmäßig durch Großbuch gekommen sind, sind wir heute in diesem Aufzug hier", so der Hobby-Offizier.

Wie sich der Umzug überhaupt dadurch auszeichnete, dass sehr viel Wert auf Detailtreue und Geschichtsnähe gelegt wurde. Und so bekamen die Fest-Besucher eben auch – aber nicht nur – jede Menge farbenfrohe Kostüme, sondern ebenso lebende Schweine und Schafe und sogar frischen Dung zu sehen und zu riechen. „Für uns war weniger die Schönheit als vielmehr die Korrektheit der Bilder wichtig", so Ortschronist Karl-Heinz Herfurth, der den Umzugs-Organisatoren beratend zur Seite gestanden hatte. „Fast alle Bilder haben Bezug zu Großbuch, und das war für uns das Entscheidende." Logisch, dass auch das Bild „Bäcker 1890-1980" einen unmittelbaren Bezug zum Otterwischer Ortsteil hatte. Denn auf dem Wagen saß mit Dorothea Hoffmann eine, die im Sommer 1981 in dritter Generation die letzten Brötchen über die Ladentheke gereicht hatte. „In Gedanken fährt heute auch unsere Oma Liesbeth mit, die die gute Seele des Geschäftes war", so die Bäckersfrau a. D.

Außer Dienst war zu diesem Zeitpunkt Petra Koitz noch lange nicht. Die positive Wetterwendung, so verriet die Fest-Cheforganisatorin, habe bei ihr für große Erleichterung gesorgt. „Das Wetter hat uns für die viele Arbeit der vergangenen Monate belohnt", so Koitz, die gestand, während der Vorbereitungen des Festes ein ums andere Mal mit dem Kopf geschüttelt zu haben. „Als mir klar wurde, welche Ausmaße allein der Umzug annehmen wird, da habe ich bei mir gedacht: ‚Mein Gott, was sind wir doch für ein verrücktes Dorf.‘" Sich nur wundern konnte am Sonntagnachmittag auch Festbesucher Manfred Morban. „Das bunte Programm am Sonnabend war schon vom Allerfeinsten, aber was die Großbucher mit ihrem Umzug auf die Beine gestellt haben, das schlägt vor dem Hintergrund der Größe des Ortes alle Rekorde", so der Otterwischer.

Roger Dietze

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