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Großeinsatz in Großbardau: Polizei lässt 140 Rinder einfangen

Lebensmittel- und Veterinäramt Großeinsatz in Großbardau: Polizei lässt 140 Rinder einfangen

Wegen Verstößen gegen den Tierschutz wurde am Montag die Rinderherde eines Landwirtes aus dem Grimmaer Ortsteil Großbardau mit rund 140 Tieren beschlagnahmt. Die Landkreis-Behörde wirft dem Besitzer mangelndes Herdenmanagement vor.

Polizeieinsatz in Großbardau.

Quelle: Frank Schmidt

Großbardau. Wegen Verstößen gegen den Tierschutz muss ein Landwirt aus dem Grimmaer Ortsteil Großbardau eine Rinderherde mit rund 140 Tieren abgeben. Die Rinder werden seit Montag mit Unterstützung eines Spezialunternehmens auf den Weiden des Landwirts eingefangen. Bei den Tieren handelt es sich großteils um Schottische Hochlandrinder. Die Maßnahme des Lebensmittels- und Veterinäramtes wurde von Kräften der Polizei abgesichert. Dafür ist vorübergehend auch ein Hubschrauber im Einsatz gewesen.

Schottisches Hochlandrind Grossbardau schaut in die Kamera

Polizeieinsatz bei Grimma: In Großbardau werden 140 Rinder auf Anordnung des Veterinäramtes eingefangen.

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Dem 66-jährigen Tierhalter wird „fehlendes Herdenmanagement“ vorgeworfen, teilte Behördensprecherin Brigitte Laux mit. „Aktuell ist nach Ansicht des Landratsamtes weder der Tierschutz, der Verbraucherschutz noch Seuchenschutzmaßnahmen des Bestandes gewährleistet.“ Soll heißen, „dass seit mehreren Jahren immer wieder veterinärrechtliche Verstöße festgestellt wurden.“ Die Behörde geht von etwa 140 Rindern aus. „Viele der Tiere haben keine Ohrmarken und manche haben falsche Ohrmarken, so dass diese Rinder seit längerer Zeit seuchenrechtlich nicht mehr überprüft werden konnten. Zudem ist der Halter nicht in der Lage, die Tiere so zusammenzutreiben, dass es ihm möglich ist, eine genaue Zahl der inzwischen verwilderten Rinder festzustellen“, erklärte Laux. Diesen Job hatte nun eine norddeutsche Spezialfirma als Dienstleister im Behördenauftrag übernommen. Um die Rinder einzufangen, sei es aus Gründen des Tierwohles und des Schutzes von Personen notwendig gewesen, einzelne Tiere mittels Narkosegewehr zu beruhigen beziehungsweise zu betäuben. „Im Ergebnis werden ordnungsgemäß gekennzeichnete Rinder an andere Tierhalter abgegeben. Rinder, deren Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, müssen getötet werden“, ließ Laux aufhorchen. Dabei handelt es sich um eine auf mehrere Tage angelegte Aktion. Denn alle Tiere müssen einzeln überprüft und tierseuchenrechtlich untersucht werden.

Bis alle Ergebnisse vorliegen, werde es einige Tage in Anspruch nehmen, stellt Laux klar. Ziel sei es zu verhindern, dass nicht gekennzeichnete Rinder in die Vermarktung kommen, damit sie auch nicht in den Kreislauf der Nahrungskette gelangen können. „Trotz zahlreicher Informationsgespräche, wiederholter Beratungen vor Ort, amtlichen Anordnungen und der Anwendung von Zwangsmitteln wurden die von der Behörde festgestellten Verstöße durch den Tierhalter nie behoben. Darüber hinaus kann jetzt nicht mehr zweifelsfrei davon ausgegangen werden, dass den elementaren Pflichten eines Tierhalters, wie etwa die tägliche Versorgung und Kontrolle der Tiere, nachgekommen wird“, beleuchtete Laux weitere Hintergründe. Das habe dazu geführt, so die Behördensprecherin weiter, „eben die Identifikation und Beprobung der Rinder in Ersatzvornahme durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Leipzig durchzuführen.“ Der Tierhalter selbst war am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Von Frank Schmidt (mit dpa)

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