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Grimma Gymnasiasten von St. Augustin Grimma testen russische Sprachkenntnisse in Kasan
Region Grimma Gymnasiasten von St. Augustin Grimma testen russische Sprachkenntnisse in Kasan
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12:00 27.03.2016
Russischlehrer Michael Mühlner (M.) hat das Projekt mit ins Leben gerufen. Verena Fulde (15, v. l.), Pauline Steg (15), Alessandro Krug (16) und Anja Höfer (15) vom Gymnasium St. Augustin in Grimma halten Kontakt zu Gymnasiasten in Kasan. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Jedes Jahr aufs Neue beginnt eine Klasse im Gymnasium St. Augustin sich mit kyrillischen Buchstaben auseinanderzusetzen. Die Schüler lernen Russisch. 17 von ihnen hatten nun die Gelegenheit, ihre Kenntnisse in der Praxis zu testen. Sie reisten zum Austausch nach Kasan, der Hauptstadt von Tatarstan.

Seit 2013 besteht der Schüleraustausch zwischen beiden Bildungsstätten. Die Russen werden mit sieben Jahren eingeschult, können bereits in der elften Klasse ihr Abitur ablegen. Das Gymnasium Nr. 94 mit 900 Schülern gehört zu den Einrichtungen, in denen die Mädchen und Jungen ab Klasse zwei fünfmal in der Woche Deutsch als Fremdsprache lernen.

„Kasan ist eine moderne Stadt mit U-Bahn, vielseitiger Industrie und vielen Sehenwürdigkeiten“, sagt der Organisator des Austausches, Michael Mühlner, der mit Birgit Nickel und Heidrun Zimmermann die Schüler nach Kasan begleitet hatte. In diesem Jahr gab es mehr Bewerber, als dass Plätze vorhanden waren. Denn mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass zwar in erster Linie die Sprachkenntnisse vertieft werden sollen, aber es zum anderen auch zu vielfältigen Kontakten von Gleichaltrigen mit anderen Kulturen kommt.

Denn in Kasan leben 53 Prozent Tataren und 40 Prozent Russen. Während die Tataren an der Schule Russisch lernen, erwerben die Russen Kennnisse in der tatarischen Sprache. „Das Zusammenleben von Russen und Tataren erfolgt problemlos“, erzählt der Russischlehrer. Als Zeichen der Toleranz wurde in der 1,1 Millionen Einwohner zählenden Stadt im Kremlgelände eine Moschee in den 1990er-Jahren errichtet.

„Kasan ist eine total schöne Stadt“, sagte Pauline Steg (15). Die Zehntklässlerin war besonders von der Gastfreundschaft der Menschen angetan. Mit Erstaunen stellte sie fest, dass die Erst- bis Viertklässler einheitliche Schulkleidung tragen. „Obwohl dies für die oberen Klassen freiwillig ist, tragen die Jungen, angelehnt an die Schulkleidung, Anzüge und die Mädchen vorwiegend einen dunklen Rock und helle Blusen“, ergänzte Michael Mühlner. Alessandro Krug (16) hatte bereits einen Austauschschüler zu Besuch und wollte dessen Heimatstadt Kasan kennenlernen. „Das ist mir auch gelungen“, freute er sich. „Es war ein Erlebnis, den russischen Winter kennenzulernen“, meinte dagegen Verena Fulde (15). Für Anja Höfer (15) war interessant, verschiedene neue russische Wörter für einen Begriff zu studieren. „Meine Großmutter stammt aus Russland, und ich fahre hin und wieder in den Ferien zu ihr“, erzählte die 15-Jährige.

Alle 17 Schüler freuen sich schon heute auf den Gegenbesuch der Kasaner Schüler in Grimma, der vom 29. Oktober bis zum 7. November stattfinden soll. „Wir sind gerade dabei, ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen“, sagte der Russischlehrer. Das sei sehr schwierig, denn den Schülern wurde in den zehn Tagen in Kasan, angefangen von sportlichen über schulische bis hin zu kulturellen Aktivitäten – unter anderem dem Besuch des Balletts „Der Nussknacker“ – viel geboten.

Von Cornelia Braun

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