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Haba-Beton hält an Plänen für Windrad in Großsteinberg fest

Haba-Beton hält an Plänen für Windrad in Großsteinberg fest

Parthenstein/Großsteinberg. Das Thema Windkraft wird die Bewohner von Großsteinberg und darüber hinaus weiter beschäftigen. Wie das Umweltamt des Landratsamtes gegenüber Vertretern der Bürgerinitiative "Gegenwind Parthenstein" bestätigte, hat die Firma Haba-Beton Johann Bartlechner bereits am 8. Mai dieses Jahres einen Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung einer Enercon-E-70-Windenergieanlage mit 2300 Kilowatt Nennleistung gestellt.

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Vorbild: Dieses baugleiche Windkraftrad präsentierte Haba-Beton interessierten Parthensteinern Einwohnern und Gemeinderäten 2012 in Frankenheim.

Quelle: Ralf Saupe

Diese soll auf dem Firmengelände an der Pomßener Landstraße in Großsteinberg errichtet werden. Bei einer Nabenhöhe von 98,2 Metern und einem Rotordurchmesser von 71 Metern würde die Anlage damit eine Gesamthöhe von fast 134 Metern erreichen.

Wie berichtet, hatte Ende Januar dieses Jahres der Parthensteiner Gemeinderat nach einer langen und kontrovers geführten Debatte in Anwesenheit zahlreicher Einwohner das Einvernehmen zu diesem Vorhaben in äußerst knapper Entscheidung verweigert. "Diese Beschlusslage werden wir auch in unserer Stellungnahme zum aktuellen Haba-Antrag an das Landratsamt weitergeben", versicherte Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) auf Anfrage.

Hoffen auf politische Entscheidung

Deutlich mehr Unruhe verursachte das Anfang Mai angeschobene Genehmigungsverfahren bei der Parthensteiner Bürgerinitiative, die erst nach aktiver Nachfrage beim Landratsamt über das Vorliegen des Antrags Kenntnis erhielt. Dieses Informationsdefizit potenziell Betroffener bestätigte auch "Gegenwind"-Aktivist Peter Hoffmann: "Unsere Gespräche haben gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation nicht informiert sind."

Große Hoffnung setzen die Parthensteiner Windkraft-Gegner nunmehr vor allem in den taufrischen Bundesratsbeschluss vom 11. Juli dieses Jahres. Darin hat die Länderkammer einer Änderung des Baugesetzbuches zugestimmt, die den Bundesländern mehr Spielraum bei der Regelung der Mindestabstände zu Windkraftanlagen einräumt. Wie die entsprechende Umsetzung durch die sächsische Landesregierung erfolgt, wird sich voraussichtlich erst nach der Landtagswahl im September zeigen.

Geht es nach Sven Morlock (FDP), so eine aktuelle Pressemitteilung des sächsischen Staatsministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, soll die 10H-Abstandsregelung in Sachsen zügig umgesetzt werden. Die von zahlreichen Bürgerinitiativen landesweit geforderte Regelung besagt, dass der Mindestabstand von Windkraftanlagen zur nächstgelegenen Wohnbebauung dem Zehnfachen der Gesamthöhe der Anlage entsprechen soll. Die Umsetzung dieser Regelung würde zugleich das Aus für die Haba-Beton-Pläne zur Errichtung einer 134 Meter hohen Windkraftanlage bedeuten, weil damit die notwendigen Abstände insbesondere zur Wohnbebauung am Großsteinberger See nicht eingehalten würden.

Weitere Aktionen in Aussicht

Eine Umsetzung der 10H-Abstandsregelung kann sich Matthias Constantin (FDP), der im Parthensteiner Gemeinderat sitzt und sich für die "Gegenwind"-Bürgerinitiative engagiert, jedoch nur vorstellen, wenn Schwarz-Gelb nach der Landtagswahl weiter das Sagen in Sachsen hat. Danach sieht es momentan nicht aus, weil die Liberalen schwächeln und um den Einzug ins Parlament bangen müssen. "Wir sind die Einzigen, die sich gegen den Wildwuchs der Windkraftanlagen wenden", sagte Constantin. CDU und SPD, die voraussichtlich eine Koalition eingehen würden, hätten schon erklärt, eine entsprechende Reform ablehnen zu wollen.

Aufgeben wollen die Windkraftgegner vor Ort dennoch nicht. "Unsere Bürgerinitiative wird sich in absehbarer Zeit zusammensetzen und weitere Aktionen beschließen", kündigte Constantin an.

Betrieb will wettbewerbsfähig bleiben

Haba-Beton hingegen will mit dem Windrad Energie erzeugen, die für die Produktion gebraucht wird. Das Unternehmen betreibt in Großsteinberg nach eigenen Angaben seit 1992 das modernste und größte seiner acht Werke in Europa und beschäftigt dort 65 Mitarbeiter. Am Standort, so Johann Bartlechner, verbraucht es jährlich 1,7 Millionen Kilowattstunden Energie. Das geplante Windkraftrad sei für die Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich.

Schon im September 2012 war die Firmenleitung auf die Gemeindevertreter mit ihrem Anliegen zugegangen und hatte für alle Parthensteiner Interessenten sogar eine Busexkursion zu einem baugleichen Windkraftrad in Frankenheim westlich von Leipzig organisiert. Mit diesem Vorstoß wollte das Unternehmen Bedenken ausräumen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2014
Saupe Ralf und Pfeifer, Frank

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