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Grimma Hähnewettkrähen in Köllmichen
Region Grimma Hähnewettkrähen in Köllmichen
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05:00 03.04.2010
Wer es schafft, am Ostersonntag vor Sonnenaufgang Osterwasser zu schöpfen, ohne dass ein Wort über seine Lippen dringt, der hat bekanntlich die ewige Jugend gepachtet. Quelle: Klaus Peschel
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Mutzschen/Köllmichen

Anders in Köllmichen. Beim Teufel auf der Rinne  kräht offensichtlich kein Hahn danach. Denn dort wurde gestern gehörig Krach geschlagen. Beim 10. Wettkrähen waren 162 Schreihälse am Start. Absoluter Rekord!

Statt sich zu bekreuzigen, erwartete die Besucher am Hof von Wilfried dem Großen ein Warnschild: „Betrunkene Leute kreuzen.“ Blau aber war nur einer – der Hahnekamm des zehnjährigen, schnittig-frisierten Andreas Kaldenhoff. Züchter Eberhard Peterson: „Nur die Kämme der Seidenhühner gehen etwas ins Bläulich-Violette. Ansonsten sind alle glatten, spitzen oder gehörnten Hahnekämme blutrot. Es ist ein Zeichen für Vitalität. Das sieht man nach dem Schlachten. Sobald das Blut aus den Gefäßen raus ist, wird der Hahnekamm blass, ja sogar weiß.“

Doch gestern ging es nicht um Goldbroiler, auch nicht um Goldene Hennen, sondern um Goldene Hähne. Die begehrten Pokale sicherten sich Lara Schulze bei den Zwerghähnen mit 107 Anschlägen sowie Joachim Hänsel bei den Großen Hähnen mit 93 Schreien in der Stunde. Kurios der Zieleinlauf bei den Ur-Zwergen.

Hier krähten sowohl Sieger als auch zweiter Sieger jeweils 88 mal. Die Entscheidung, wer von beiden den Cup mit nach Hause nehmen durfte, fiel Wilfried Große und seinem Rassegeflügelzuchtverein Mutzschen-Wermsdorf dennoch leicht: „Platz 1 und 2 belegt ein und derselbe Züchter – Thomas Wilsdorf! So was gab’s noch nie! Glückwunsch!“ Ebenfalls platziert: Marko Kurschus. Zwar reiste der mit einer winzigen Karnickelbox an, in der manche Lästermäuler nur eine bemitleidenswerte Krääatur vermuteten – am Ende entpuppte sich das Suppenhuhn jedoch als echter Kampfhahn.

Die Massen tobten. Lena Brade, Traudel Ruebner und Marianne Wittig klöppelten. Die Kühe muuhten. Musike kam von DJ Dieter Bereiter und den Spielleuten. Heiko Große, Clemens Höhme und die Gebrüder Wentzlaff lieferten sich packende Duelle mit ihren Kutschen. Die Stars: Pony Moritz als Arbeiter und sein Spannemann Esel Anton, der Faulenzer.

Lammfromm wie immer die bereits in aller Herrgottsfrühe zahlreich herbeigeströmte Festgemeinde. Denn so laut die Hähne auch krähten – die Gesetzeshüter können ruhig weiter schlafen. Schließlich prophezeite Jesus seinem Jünger Petrus: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“   

Haig Latchinian

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