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Grimma Handwerk poliert Image auf
Region Grimma Handwerk poliert Image auf
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05:00 16.01.2010
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Grimma

Von nebenan.“ Gestern erfolgte im Grimmaer Haus der Wirtschaft der Startschuss für die Kampagne im Landkreis Leipzig.

Ein Steinzeitmenschen-Paar, das mühsam versucht, ein Feuer zu entfachen, darunter der Slogan: „Natürlich geht es auch ohne das Handwerk. Hat ja früher auch geklappt.“ Solche und ähnliche Botschaften werden den deutschen Fernsehzuschauern in den kommenden Monaten des Öfteren im Vorabendprogramm begegnen. Die Kampagne ist nicht zuletzt das Ergebnis einer Umfrage, die Forsa vor knapp zwei Jahren unter 1001 repräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern ab 14 Jahren durchgeführt hatte. Darin gaben beispielsweise lediglich elf Prozent der befragten 14- bis 18-Jährigen an, in letzter Zeit etwas über das Handwerk gehört oder gelesen zu haben, während über 60 Prozent der Meinung sind, dass das Handwerk ein niedriges Ansehen besitzt. „Ich muss ehrlich gestehen, dass ich über diese Ergebnisse erschrocken war“, so Joachim Dirschka, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig. Ganz offensichtlich sei insbesondere in der jüngeren Generation das Bewusstsein für die Bedeutung des Handwerks in den zurückliegenden Jahren stetig gesunken.

Die Kampagne, die auf fünf Jahre angelegt ist und allein im laufenden Jahr rund 10 Millionen Euro kosten wird, solle dabei helfen, die wichtige Rolle des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft wieder stärker zur Geltung zu bringen. „Das Handwerk ist nicht nur mittlerweile der größte Arbeitgeber, sondern auch eine Wirtschaftsmacht“, betonte Dirschka. Allein: Es zieht immer weniger Jugendliche an. „Haben sich vor gut einem Jahrzehnt noch Abiturienten bei uns beworben, so ist die Qualität der Bewerber in den letzten Jahren sukzessive gesunken“, beschrieb der Albrechtshainer Zimmermann Ralf Peukert die Situation. Aus seiner Sicht sei es dringend notwendig, das Image des Handwerks zu verbessern. „Früher konnten wir uns die Lehrlinge aussuchen, heute müssen wir nach ihnen suchen.“ Der Kampf mit der Industrie um den Nachwuchs sei in vollem Gange. Darauf, dass sich auch das regionale Handwerk strategisch besser in diesen Kampf einbringen müsse, wies derweil Landrat Gerhard Gey (CDU) hin. An einer vom Landratsamt initiierten Fachkräftebedarfsanalyse unter rund 600 Unternehmen im Landkreis habe sich lediglich ein gutes Sechstel beteiligt, und auch das Ergebnis sei gleich Null gewesen. „Wenn man über einen Qualitätsanspruch im Handwerk spricht und dafür mittels einer Imagekampagne wirbt, dann kommt man auch nicht umhin, über das Thema Fachkräfte zu sprechen“, forderte Gey die regionale Wirtschaft zu einem größeren Engagement auf. Im Gegenzug versprach er, dass die Kreisverwaltung weiter daran arbeiten werde, die Bürokratie in Grenzen zu halten und kürzere Kommunikationswege zu ermöglichen. „Ich denke“, so der Landrat, „dass wir dies zu leisten in der Lage sind.

Roger Dietze

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