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Handwerker im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen bereit zu Fusion

Wirtschaft Handwerker im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen bereit zu Fusion

Die Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig steht einer Fusion mit der Kreishandwerkerschaft Nordsachsen prinzipiell positiv gegenüber. Aber wegen klammer Kassen in Nordsachsen dringt Kreishandwerkschafts-Geschäftsführer Ingo Schöne auf eine saubere Bilanz. Die Nordsachsen hatten im Juli einen Insolvenzantrag gestellt.

Die Kreishandwerkerschaft Nordsachsen.

Quelle: Archiv

Borna/Eilenburg. Die Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig steht einer Fusion mit der Kreishandwerkerschaft Nordsachsen prinzipiell positiv gegenüber. Das hat Kreishandwerkschafts-Geschäftsführer Ingo Schöne auf LVZ-Anfrage klar gemacht. Voraussetzung dafür sei aber, dass das Insolvenzverfahren für die Kreishandwerkerschaft Nordsachsen in Gang kommt. Die war wegen Schulden in Höhe von 300 000 Euro für eine Immobilie in Eilenburg in die Bredouille geraten.

Ingo Schöne

Ingo Schöne

Quelle: Archiv

Schöne erklärte, der Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig sei durchaus daran gelegen, „dass das organisierte Handwerk in Nordsachsen nicht ausdünnt“. Dabei gehe es nicht nur um das Image der Betriebe, sondern um das Handwerk generell. Hinzu komme, dass es sich bei den ehemaligen Landkreisen Eilenburg, Delitzsch, Oschatz und Torgau um eine unmittelbare Nachbarregion handle. Unausweichlich sei ein Zusammenschluss beider Kreishandwerkerschaften aber keineswegs. Schöne: „Wir müssen die nicht zwangsläufig beglücken.“

Voraussetzung für ein Zusammengehen mit den insgesamt neun Handwerksinnungen in Nordsachsen sei der Eröffnungsbeschluss des zuständigen Amtsgerichts, mit dem das Insolvenzverfahren für die Handwerkervertretung mit Sitz in Eilenburg laufe. „Wir können keine Schulden übernehmen“, so der Chef der Kreishandwerkerschaft mit Sitz in Borna. Dazu sei die Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig schon durch die geltenden Gesetze verpflichtet.

Damit es zu einem Zusammenschluss der Innungen in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen kommt, müsse zudem eine neue Kreishandwerkschaft in Nordsachsen gegründet werden, mit der die Handwerkvertretung im Landkreis Leipzig fusionieren könnte, sagt Schöne. Die Innungsobermeister in Nordsachsen hätten jedenfalls großes Interesse an einer Fusion mit dem Landkreis Leipzig. Die Alternative, mit der Kreishandwerkerschaft der Stadt Leipzig zusammenzugehen, reize die Handwerker nördlich der Großstadt wenig.

Sollten die Voraussetzungen für eine Fusion gegeben sein, „wäre der 1. Januar 2017 unser Ziel“. Entweder rückwirkend oder ein Zusammenschluss zu diesem Zeitpunkt. Dass die neue Kreishandwerkerschaft ihren Sitz in Borna haben würde, sei betriebswirtschaftlich begründet. „Hier habe wir eine abbezahlte Immobilie“, so der Geschäftsführer weiter. Klar sei auch, dass nach einer Fusion ein Mitarbeiter für Nordsachsen eingestellt werde. Die Belange des nordsächsischen Raums würden so entsprechend berücksichtigt.

Nordsachsen haben Insolvenz-Antrag gestellt

Der Sitz der Kreishandwerkerschaft Nordsachsen hatte das Netzwerk in eine tiefe Schuldenkrise gestürzt. Das Netzwerk des Landkreises Delitzsch hatte Ende der 1990er-Jahre das Eilenburger Bürgermeisterhaus vor dem Verfall gerettet. In Erbpacht von der Stadt Eilenburg übernommen, war die Immobilie – das Angerhaus 29 – saniert worden. 1997 konnten die Räume dann wieder genutzt werden. Doch die Jahrhundertflut von 2002 machte die Aufbauarbeit der Handwerker zunichte. Bis Juli dieses Jahres, als die Organisation einen Insolvenzantrag stellen musste, waren vermutlich Schulden in Höhe von 300 000 Euro aufgelaufen. Experten sehen ungünstige Finanzierungsverträge als eine Ursache. Außerdem muss die Kreishandwerkerschaft jährlich 8000 Euro Pacht für die Immobilie aufbringen.

Trotz der Vorbehalte der nordsächsischen Innungsobermeister gegen ein denkbares Zusammengehen mit den Kollegen in der Stadt Leipzig will Schöne das in der Perspektive nicht ausschließen. Schließlich sei klar, dass die Zahl der Handwerksbetriebe weiter sinken werde. „Dann würde wir uns einem Zusammenschuss vielleicht auch nicht verschließen.“ Das sei aber erst ein übernächster Schritt.

Von Nikos Natsidis

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