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14:31 19.05.2015
Reifenwechsel: Eric Dähnel (l.) und Philipp Thiel absolvieren ihre Lehre im Technikcenter Grimma in Mutzschen. Das Schrauben gehört genauso zur Ausbildung wie Fehler mit dem Laptop aufzuspüren. Quelle: Andreas Röse

Geeignete Lehrlinge zu finden, sei schwierig geworden. "Deshalb versuchen wir, über Praktika geeignete Bewerber zu gewinnen und diese an unser Unternehmen zu binden", sagte Mannschatz. Philipp Thiel (18) hat diesen Weg gewählt, bevor er in Mutzschen seine Lehre begann. "Ich habe in der achten Klasse ein Praktikum absolviert", sagte der heutige 18-Jährige, der aus dem Landkreis Meißen kommt. Sein Vater ist auch wie das Technikcenter Grimma für die Firma Claas tätig, die zu den Markt- und Technologieführern in der Erntetechnik gehören. Beim Vater sah er oft zu. So entwickelte sich seine Begeisterung für Mähdrescher und Traktoren. "In den Ferien habe ich auch bei Bauern gearbeitet", schilderte Philipp Thiel, wie sein Wunsch entstand, einen grünen Beruf zu ergreifen. Eric Dähnel ist hobbymäßig in der Landwirtschaft großgeworden. "Ich habe schon immer gern geschraubt", sagte er. Sein Praktikum und seine Lehre absolvierte er in einer anderen Firma. "Im zweiten Lehrjahr habe ich zum Technikcenter Grimma gewechselt. Mir gefällt gut, dass man immer mit der neuesten Technik zu tun hat und stets etwas dazulernt", erklärte er. Beide besuchen die Berufsschule in Grimma und absolvieren überbetriebliche Lehrgänge in Borsdorf bei Leipzig.

Ihr Ausbilder Marcel Mannschatz schätzt an den beiden Jungs, dass sie sehr flexibel einsetzbar und motiviert sind. "Man merkt, dass sie aus Familien stammen, für die Landtechnik kein Fremdwort ist", sagte der Lehrmeister. Pro Lehrjahr würden sich etwa 20 Lehrlinge bewerben. "Früher waren es weitaus mehr", sagte er. Um gute Lehrlinge zu bekommen, würde das Technikcenter jedoch nicht nur auf Bewerbungen warten. "Wir gehen in die umliegenden Schulen und nehmen an Berufsorientierungstagen teil", so Mannschatz. Denn trotz Lehrlingsmangel könnte nicht jeder eingestellt werden. Der Reiz dieses Berufes liege in der Vielfalt der Aufgaben und der zu betreuenden Geräte. Quasi als Tausendsassa repariere der Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik so ziemlich alles. "Wirklich ein Wahnsinnsspektrum, das handwerkliches Geschick, Metallbearbeitung und den Umgang mit Hightech erfordert", sagte Mannschatz. "Für das Lehrjahr 2014/2015 konnten wir bereits einen Azubi einstellen. Er beginnt seine Lehre im August. Auch für die kommenden Lehrjahre suchen wir schon jetzt geeignete Bewerber", erklärte der Werkstattleiter. Interessenten sollten sich deshalb schon jetzt für ein Praktikum anmelden. "Auch der junge Mann, der im August bei uns anfängt, hat ein solches absolviert. Das ist gut für ihn, dadurch lernt er das Betriebsklima kennen. Das ist gut für uns, um ihn zu testen, ob er für den Beruf infrage kommt", so Mannschatz. Dabei verrät der Lehrmeister, dass bei den einzureichenden Unterlagen nicht nur auf den Bewerbungstext gesehen wird, sondern die Kopfnoten eine entscheidende Rolle spielen. Nicht zu letzt sind die Noten in Mathematik, Physik und Deutsch wichtig. "Letztere Note ist entscheidend, da die Lehrlinge auch das Unternehmen nach außen präsentieren müssen. Schließlich sollen sie mit den Kunden vor Ort Gespräche führen sowie Arbeitstexte schreiben können", begründete er. Für Philipp Thiel und Eric Dähnel ist das kein Problem. "Wir sind gern bei den Kunden draußen. "Mit etwas Ausdauer findet man jeden Fehler und wenn die Maschinen dann wieder laufen, ist das ein tolles Gefühl", sagte Philipp Thiel.

Cornelia Braun

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2014
Cornelia Braun

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