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Grimma Heimatverein Seelingstädt konzentriert sich auf Verschönerung der Landschaft
Region Grimma Heimatverein Seelingstädt konzentriert sich auf Verschönerung der Landschaft
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00:25 12.04.2018
Mit dem Speicher verfügen die Seelingstädter über einen stilvollen Dorfmittelpunkt. Manfred Müller, Chef des Heimatvereins Seelingstädt, kann einen Besuch nur empfehlen. In einem Video auf lvz.de führt er durch das Gebäude. Quelle: Thomas Kube
Trebsen/Seelingstädt

Auch für dieses Jahr schreibt sich der äußerst aktive Heimatverein Seelingstädt zahlreiche Projekte auf die Fahnen. Zu kämpfen hat er dabei aber mit einigen äußeren und inneren Widrigkeiten. Manches würde sich erübrigen, wenn Vandalen nicht das Geschaffene zerstörten.

Zwei Bänke standen am Weg von den ehemaligen Tabakhallen nach Beiersdorf. Im Schatten einer Eiche und Pappel, von Kinder liebevoll „der Lange und der Dicke“ genannt, luden sie ein zum Verweilen. „Leider gibt es immer wieder dumme und gedankenlose Mitmenschen“, urteilt Heinrich Eickers, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. „Die erste Bank aus Gusseisen wurde komplett im Sommer 2017 zerstört und lag dort noch als Schrotthaufen bis zum Januar 2018 rum.“ Ein Spender hatte bereits Ersatz angekündigt, da traf die nächste Hiobsbotschaft ein: Die zweite Bank schnitten Unbekannte Anfang dieses Jahres mit einem Bolzenschneider los und klauten sie.

Zerstörte Bänke am Wegesrand ersetzen

„Wir wollen beide ersetzen“, kündigt Vereinschef Müller an. Überhaupt geht es dem Verein darum, sich fürs natürliche Umfeld einzusetzen. „Wir konzentrieren uns auf die Wege. Wo Bäume fehlen, wollen wir welche nachpflanzen“, so Müller. „Großen Bedarf sehen wir an der Kreisstraße nach Grimma, aber dort sind uns die Hände gebunden, weil sie nicht der Kommune gehört.“

Vereinsvorsitzender Manfred Müller in der Bibliothek des Speichers Seelingstädt. Hier können Besucher gelesene Bücher abstellen und neue mitnehmen. Quelle: Thomas Kube

An der Alten Straße nach Altenhain, an der der Verein vor reichlich einem Jahr 24 Obstbäume in die Erde brachte, sollen jene ersetzt werden, die nicht anwuchsen. Bei der Pflege will der Kindergarten „Pusteblume“ den Verein unterstützen. „Wir werden ein Wasserfass aufstellen, damit es die Kleinen leichter haben“, kündigt Müller an. „Außerdem möchten wir dort einen überdachten Rastplatz mit Tisch und Bänken hinbringen, gefertigt von ortsansässigen Handwerkern und Eltern.“

Bergbau rund um Seelingstädt

Ein Videoprojekt will Eickers mit der Jugend starten, dazu hat er schon Kontakt mit dem Geopark Porphyrland aufgenommen. Befassen soll sich der Streifen mit der Entstehung des Bergbaus rund um Seelingstädt, den Steinbrüchen und Gesteinsarten, den Transportwegen, dem Nutzen und den Schäden durch den Abbau sowie mit der Rekultivierung.

Außerdem soll zum Tag des offenen Denkmals den Besuchern die Entwicklung des Speichers zum Dorf- und Gemeinschaftshaus per Video vorgestellt werden. Dieses historische Gebäude stellt den Dreh- und Angelpunkt nicht nur des Vereins, sondern des ganzen Ortes dar; über 3000 Gäste wurden im vergangenen Jahr gezählt. „Hierher kommen nicht nur Leute von uns, sondern auch aus der Umgebung und vom Caritas-Altenpflegeheim“, erklärt Müller.

Öffentliche und private Veranstaltungen wechseln sich ab. Im Speicher treffen sich Arbeits- und Sportgruppen, laufen Vorträge zu spannenden Themen und Konzerte, werden Bücher getauscht und wird beim Kaffeeklatsch über die Neuigkeiten im Dorfe geplaudert. Der Line-Dance-Kurs ist so beliebt, dass momentan gar keine neuen Mitglieder aufgenommen werden können.

Backhaus in Eigeninitiative gebaut

Gern möchte Müller in diesem Jahr die Dielung im Obergeschoss des Speichers komplettieren, um dort Utensilien lagern zu können. Doch, so redete er dem reichlich 60-köpfigen Verein kürzlich zur Jahreshauptversammlung ins Gewissen, „der Enthusiasmus des Neuen“ werde mittlerweile „gegen die Belastung eines Alltags“ abgewogen. Es sei ernüchternd, wenn zu Arbeitseinsätzen und Vorbereitungen von Veranstaltungen nur einige kämen. Oft würden wenige Mitglieder viele Stunden aufbringen. Als gelungenes Beispiel, wie es funktionieren sollte, nennt er den Bau des Backhauses, der im vergangenen Jahr „dank eines großen Engagements aller Beteiligten von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung über die Bühne ging.“

Von Frank Pfeifer

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