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Grimma Helmut Kupke tritt nach fast 30 Jahren in zweite Reihe der Threnaer Feuerwehr
Region Grimma Helmut Kupke tritt nach fast 30 Jahren in zweite Reihe der Threnaer Feuerwehr
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00:19 24.06.2017
Mit so einer Uniform aus DDR-Zeiten hatte er angefangen. Jetzt gab Helmut Kupke seinen Wehrleiterposten ab, bleibt aber weiter bei der aktiven Truppe. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Belgershain/Threna

Nach fast 30 Jahren als Feuerwehrleiter von Threna rückte Helmut Kupke in die zweite Reihe. Seinem Nachfolger Michael Steinbach übergab er das Dienstsiegel. Von der Bildfläche verschwindet er aber nicht.

Für die nächste Wahlperiode bleibt Kupke der stellvertretende Wehrleiter. „Für mich gilt aber genauso wie für alle anderen, dass der neue Chef das Sagen hat“, betont der 65-Jährige. „Mit ihm ist unsere Wehr gut aufgestellt. Er war lange Zeit Gerätewart und kennt die Leute. Die Entscheidung fiel für den Richtigen.“

Wichtige Entscheidungen prägten Kupkes Dienstlaufbahn. Die erste, eine mutige persönliche, führte zu seinem Eintritt in die Wehr. Der gebürtige Threnaer hatte 1973 den Dienst im Funkmeldewesen der Nationalen Volksarmee hinter sich gebracht und arbeitete als Schlosser im Landtechnischen Instandsetzungswerk Liebertwolkwitz, als ihn Funktionäre der Staatspartei SED drängten, eine Nachrichtenabteilung der Betriebskampfgruppen aufzubauen. „Ich wollte das nicht, sondern war froh, gerade die Flinte abgelegt zu haben“, blickt er zurück. „Aber sie beknieten mich immer wieder.“

Helmut Kupke vorm neuen Threnaer Gerätehaus, der umgebauten ehemaligen Schule. Im Oktober vergangenen Jahres wurde es eingeweiht. Quelle: Thomas Kube

Kupke ging zum damaligen Threnaer Feuerwehrleiter Manfred Berger, füllte bei ihm umgehend den Aufnahmeantrag aus und hatte zwei Wochen später den Dienstausweis in der Tasche stecken. „Als die Genossen wiederkamen, zeigte ich ihnen diesen. Damit war der Drops gelutscht“, beschreibt er seine Taktik, mit der er den Kadern ein Schnippchen schlug. Zu Einsätzen konnte er nur in einer Uniform erscheinen, und das war fortan die der Feuerwehr.

1976 heiratete er Karin, mit der er zwei Kinder hat. Eine Wohnung fand sich nur in Leipzig, wo er beruflich zum Leuchtenbau wechselte. „Dieser Betrieb hatte eine gut funktionierende Betriebsfeuerwehr. In ihr absolvierte ich die Lehrgänge zum Maschinisten, Truppführer, Atemschutzträger und Wehrleiter“, zählt er auf. Ab 1985 war er stellvertretender Chef.

Als er 1987 in sein Threnaer Elternhaus zurückzog, begann er im August in der Dorfwehr sofort als Leiter. 30 Mitglieder standen auf dem Papier, aber nur drei waren aktiv. Wieder eine Entscheidung mit Tragweite: Er fragte herum, wer bleiben will, und viele schieden aus. So musste er junge Kameraden finden.

Auch in der Folgezeit schickte er manche nach Hause, mit deren Ausbildung und Einsatzbereitschaft er unzufrieden war. „Überfällig, was jetzt in Fuchshain geschah“, kommentiert er mit Blick auf den Nachbarort, wo eine solche Auseinandersetzung die Wellen hochschlagen ließ. „Kameraden, die nicht richtig mitziehen, müssen entlassen werden, denn sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar.“

Als nach der Wiedervereinigung die Ausrüstung der Threnaer Wehr modernisiert und ein neues Löschfahrzeug angeschafft wurde, als das alte Gerätehaus ausgebaut und das neue geschaffen wurde, wirkte Kupke an den Entscheidungsfindungen maßgeblich mit. Er war beim größten Brandeinsatz dabei, als im April 2013 ein Großfeuer in der Lindhardter Kaserne ausgebrochen war. Er half mit seinen Kameraden bei den Hochwasserkatastrophen: 2002 in Grimma und 2013 flussabwärts von Wurzen.

Helmut Kupke, Vize-Bürgermeister Bernd Weisbrich und Michael Steinbach (v.l.) bei der Übergabe des Staffelstabs. Quelle: privat

Heute gehören der Truppe 17 aktive Kameraden an. Die Jugendfeuerwehr kann sich mit 14 Mitgliedern sehen lassen. „Technisch und personell sind wir hervorragend aufgestellt“, urteilt Kupke. „Die Alters- und Ehrenabteilung mit ihren vier Kameraden unterstützt uns kräftig bei der Technikpflege sowie der Vor- und Nachbereitung von Festen.“

Knapp 30 Jahre wären aber eine lange Zeit. „Irgendwann schmorst du im eigenen Saft“, meint der Rentner. Deshalb sei der Wechsel an der Spitze für ihn gerechtfertigt. Seinem Nachfolger wünscht er stets eine aktive Einsatzabteilung und Akzeptanz in ihr.

Dieser will fortführen, für was sein Vorgänger die Grundlagen schuf. „Wir werden weiter Mitglieder werben, wie gerade eben bei einem Tag des offenen Gerätehauses oder bei Dorffesten“, sagt der 36-jährige Michael Steinbach, der als Qualitätsentwickler in einem Automobilwerk arbeitet. „Ende des Jahres erhalten wir hoffentlich ein neues Fahrzeug, einen Mannschaftstransportwagen.“

Von Frank Pfeifer

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