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Grimma Heuboden mit kapellenartigem Flair
Region Grimma Heuboden mit kapellenartigem Flair
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05:00 20.05.2011
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. Sie sind wohl die einzigen, die die Ruhe momentan genießen können. Die Handwerker, die noch in der alten Pfarrscheune zugange sind, haben alle Hände voll zu tun – am 26. Juni soll schließlich der neue Trauer- und Feierraum mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden.

Noch ist der ehemalige Heuboden nur über das Baugerüst erreichbar. Später wird ihn eine Treppe mit dem Friedhof verbinden. Beides auf eine Ebene zu bringen, wie ursprünglich gedacht (LVZ berichtete), hatte sich im Bauverlauf als nicht realisierbar herausgestellt. Oben angekommen, riecht es nach Farbe. Die Trockenbauwände strahlen in frischem Weiß, die ehemals verwebten und jetzt aufgearbeiteten alten Dachbalken bilden dazu einen schönen Kontrast. „Wir haben den Raum bewusst nach oben offen gelassen, damit ein lichter Raum entsteht", erklärt Pfarrerin Anne Straßberger und freut sich, dass es gelungen ist: „Er hat wirklich etwas Kapellenartiges." Und tatsächlich: Sogar die bunten „Butzenscheiben" fehlen nicht, denn auf der Giebelseite werden die Zwischenräume des Fachwerks demnächst mit Glas gefüllt, eingefärbt vom Blau des Himmels und dem Grün der alten Bäume. Für festen Stand beim Betrachten dieses Bildes sorgt der neue Fußboden – das Parkett liegt schon zum Verlegen bereit –, für den extra Eisenträger eingezogen werden mussten. „Vorher war der Heuboden nur durch lose Bretter vom Erdgeschoss getrennt", erinnert sich Anne Straßberger. Neu ist auch ein Schornstein, durch den ein kleiner Bullerjahn später seinen Rauch über das neu gedeckte Dach pusten wird.

„Ich bin glücklich, dass es so voran geht. Es ist zwar ,nur‘ ein Bauwerk, aber wir verbinden damit viel Hoffnung, dass sich hier die Bürger- und die Christengemeinde begegnen", sagt die Pfarrerin und ist überzeugt, „dass die Großbothener staunen und an dem Mehrzweckraum große Freude haben werden." Auch der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger habe sich schon vom Baufortschritt überzeugt und die seinerzeit noch von der Gemeinde Großbothen in Aussicht gestellte Unterstützung in Höhe von 15 000 Euro zugesagt.

Ergänzt wird der Mehrzweckraum durch ein Foyer mit Platz für Garderobe und einem als zweiten Fluchtweg gedachten Ausgang über eine Außentreppe in den Garten. Es gibt zudem einen kleinen Lager- und Umkleideraum sowie eine Küche. Die werde zur Eröffnung aber noch nicht eingerichtet sein, sagt Anne Straßberger. „Für Möbel war unser Budget zu klein."

Und das betrifft auch die Bestuhlung des Trauer- und Feierraumes. Um die benötigten 40 stapelbaren Stühle, von denen einer 79 Euro kostet, zu finanzieren, hat die Pfarrerin zu einer Stuhlpatenschaft aufgerufen. „Wir freuen uns über jede finanzielle Beteiligung, egal ob es für einen ganzen Stuhl oder nur für einen „halben" reicht", sagt sie. Ein „Spendenbarometer" informiert an verschiedenen Stellen im Ort über den Stand – momentan sind 14 Stühle finanziert „Ich hoffe, dass bis Ende Mai, wenn wir sie bestellen müssen, noch Zusagen kommen, sonst wird das hier zur Eröffnung eine Stehparty", lacht Anne Straßberger.

Übrigens sei auch Muskeleinsatz willkommen. So haben am Sonnabend drei Kirchvorsteher Holz für den Bullerjahn aus dem Kirchenwald geholt, das Jugendliche der Diakonie-Waldwerkstatt Grimma im Rahmen eines Sägelehrganges geschnitten hatten. Andere, darunter auch junge Leute, machen sich in einer Konzeptgruppe, die sich vergangene Woche erstmals getroffen hat, Gedanken über die Nutzung des Raumes über weltliche Trauerfeiern hinaus. „Denn das sind nur acht bis zehn pro Jahr, allein dafür kann man keinen Raum vorhalten", sagt die Pfarrerin. „Wir planen Angebote für Familien, für den Spätsommer zum Beispiel einen Kinderflohmarkt und zugunsten der Pfarrscheune ein Benefizkonzert mit Kathrin Meiner-Schlenstedt, auch an private Feiern ist gedacht. Mit Handwerkermarkt, Floristik, Bastelangeboten, Tombola sowie Speis‘ und Trank steht auch schon das Ideengerüst für den 26. Juni, an dem zugleich der Johannistages (24. Juni) nachgefeiert werden soll. „An der kulturellen Umrahmung wird noch gearbeitet", sagt die Pfarrerin, „und natürlich wird es Führungen mit dem Großbothener Architekten Daniel Voigt durch das Objekt geben.

Spenden an die Kassenverwaltung Grimma, Konto: 167 040 90 54 bei der KD-Bank-LKG, BLZ: 350 601 90, Verwendungszweck: Stuhlpatenschaft RT 1519

Ines Alekowa

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