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Grimma Highland Games in Trebsen: Kraftprotze stemmen 110-Kilo-Steinkugeln
Region Grimma Highland Games in Trebsen: Kraftprotze stemmen 110-Kilo-Steinkugeln
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00:19 20.09.2017
Die 17. Talisker Highland Games haben am Wochenende Tausende Besucher in Schloss und Park Trebsen gezogen. Hier bahnen sich die Pipe-Bands mit den Teilnehmern und Offiziellen einen Weg durch die Besuchermassen. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

„Wir sind förmlich überrannt worden“, sprach Uwe Schimmel von einem Luxusproblem, über das er sich letztendlich freuen kann. Als Chefstratege der 17. Talisker Highland Games im federführenden Förderverein Rittergut Trebsen erlebte er einen so großen Run auf Schloss und Park Trebsen, dass einige Besucher nicht pünktlich zur Eröffnungszeremonie auf dem Festgelände sein konnten.

Was soll’s, die „Faszination Schottland“, wie es sich Schimmel als Slogan auf die Fahne geschrieben hat, war ja schon weithin zu hören, als die Pipe-Bands mit den Teilnehmern und Offiziellen im Schlepptau sich einen Weg durch die Besuchermassen bis hin zur großen Bühne im Schlosspark bahnen mussten. Dort angekommen versprach Kerstin Rath als Vertreterin der britischen Botschaft – wohl auch in Anspielung auf den Brexit –, „ich werde in der britischen Handelsabteilung dafür sorgen, dass Sie weiterhin ihren Whisky bekommen sowie schottische und britische Produkte kaufen können.“ Trebsens Stadtoberhaupt Stefan Müller (CDU) vermochte darauf nicht zu vertrauen und machte einen „unkonventionellen Vorschlag“: Wohl wissend, dass die Schotten mehrheitlich pro EU eingestellt seien, „könnten wir Trebsener Schottland durchaus als Ortsteil unserer Stadt verkraften und die Scotis könnten so in der EU bleiben.“

Die 17. Talisker Highland Games haben am Wochenende Tausende Besucher in Schloss und Park Trebsen gezogen. Zum Programm gehörten die Wettkämpfe der Amateurmannschaften aus ganz Deutschland sowie die Championships und Deutschen Meisterschaften mit Athleten aus Deutschland, Schottland, Schweiz, Ungarn, Polen und Japan.

Chancen hätte das wohl nur, wenn die Realisierung genau so einfach wäre wie beispielsweise der Baumstamm-Slalom aussieht. Von wegen. „Hier kommt es darauf an, dass die Mannschaft funktioniert, denn diese Disziplin ist weniger eine Frage von Kraft, sondern von Geschicklichkeit“, wusste Barbara vom Clan „Boarische Madln“. Übrigens eines von drei Frauenteams, die gemeinsam mit 15 Männermannschaften in der Arena standen. Wie auch der Clan „Mc Bats“. „Wir sind eine zusammengewürfelte Truppe mit Frauen aus Trebsen, Wurzen und Zwickau“, ließ Michaela Lazari wissen. „Definitiv, wir sind stolz, hier mitmischen zu können, um Kraft und sportliche Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, also zu zeigen, dass wir nicht nur Hausfrauen oder Mütter sind.“

Genau das wusste auch Martin Kupfer von den „Kleinpösnaer Dudelsäcken“ mit gebührendem Respekt zu würdigen. „Du kannst ja mal hingehen und die Frauen belächeln, die falten dich locker zusammen. Nein, Spaß beiseite. Gut die Hälfte der Frauen haben soviel Power wie manch einer unserer Männer, damit müssen sie sich nicht verstecken“, zog sich Kupfer seinen karierten Rock glatt. Sorry, Kilt heißt die pflichtgemäße Wettkampfgarderobe, denn „wer Rock sagt, wird gekillt“, kündigte Moderator Stefan Ziehm augenzwinkernd an.

„Oh mein Gott, wenn ich das sehe, dann kriegt meine Bandscheibe einen Infarkt“, sagte Bernd Hartmann beim Anblick der 110 Kilogramm schweren Steinkugel, die zu stemmen war. Seine Frau habe sich deshalb zur Pipe-Band-Competition hingezogen gefühlt. Eine gute Wahl, denn diese musikalischen Wettkämpfe waren nicht minder beliebt und deshalb dicht umringt. „Ich glaube, was wir hier erleben ist etwas schottischer als die schottischen Highland Games. Viel mehr Disziplinen und weit mehr interessierte Zuschauer, während die Highland Games in Schottland nur Dorffestcharakter tragen“, sagte Andreas Mierisch, der die Sportwettkämpfe moderierte.

Von Frank Schmidt

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