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Grimma Hilfe im richtigen Moment
Region Grimma Hilfe im richtigen Moment
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05:00 21.07.2010
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. Günz war Ende Juni gemeinsam mit Frauen, Männern und Jugendlichen aus Threna, Köhra und Belgershain sowie Helfern vom Jugendclub der Volkssolidarität in Wiederitzsch mit einem Hilfstransport in die rumänische Region von Suceava aufgebrochen, um den Familien dort unter anderem Kleidung, Fahrräder, Werkzeuge und Brotpatenschaften zu überbringen. Inzwischen ist der Transport wieder zurückgekehrt.

„Das waren Tage intensiven Erlebens", meint Günz im Rückblick. Als eine der „erfolgreichsten Missionen" hat auch Andreas Weise, Leiter des Wiederitzscher Jugendclubs den Hilfstransport bezeichnet. Weise koordiniert seit vielen Jahren das Projekt unter der Bezeichnung „Fernsicht".

Ihr Ziel in Rumänien hatten die Helfer zu einer Zeit erreicht, als dort das Land unter Wasser stand. „Die Fluten des Siret hatten, so weit das Auge reichte, Felder und Äcker überschwemmt. Bäche waren zu reißenden Flüssen geworden. Was wir bei unserer Ankunft sahen, waren verwüstete Gärten, unterspülte Lehmhäuser, verdorbene Ernten. Das waren dramatische Bilder, die Erinnerungen an die Jahrhundertflut 2002 im Muldental weckten. Während hier aber Hilfe organisiert wurde, standen dort viele Menschen vorm Nichts", berichtet Günz. Hilfe habe in dieser außergewöhnlichen Situation einen ganz besonderen Stellenwert erhalten und auch die Helfer mit Unerwartetem konfrontiert.

Weise berichtet zum Beispiel davon, dass er mit weiteren Helfern mit dem Kleintransporter Spenden verteilt habe und dabei nur haarscharf den Fluten entkommen sei. „Die Straße, auf der wir kurz zuvor noch gefahren waren, brach wenige Minuten später zusammen und verwandelte sich in einen reißenden Fluß, in dem Baumstämme angeschwemmt wurden." Dennoch habe das Team auch unter solchen Bedingungen alle Aufgaben erfüllt. Die ursprünglich zur Erholung geplanten Tage am Schwarzen Meer wurden nach gemeinschaftlicher Abstimmung aus dem Fahrplan gestrichen. „Wir haben alle Spenden und Brotpatenschaften verteilt und wir haben auch, weil sich das die Einwohner gewünscht hatten, im höher gelegenen Zvoristea ein Kinderfest veranstaltet." Trotz Gewitter und strömenden Regens wurde dort gemeinsam gefeiert. „Es war eine schlichte, aber eine herzliche Athmosphäre, die wir alle gespürt haben", erinnert sich Michael Günz.

Besonders nah gegangen war Teilnehmern des Hilfstransportes auch der Besuch einer Familie mit sechs Kindern, die in einem Lehmhaus ohne Strom- und Trinkwasseranschluss im Wald wohnt und sich dort mit allem Nötigen selbst versorgt. „Wir hatten davon schon vor unserer Reise gehört und deshalb eine Solaranlage samt Batterie, Autoradio und 12-Volt-Fernsehgerät mitgenommen", sagt Michael Günz. „Wir haben das installiert und als das alles dann auch funktioniert hat, standen den Leuten die Tränen in den Augen", erinnert sich der Pfarrer. Auch Jugendklubleiter Andreas Weise kann diese Begegnung so schnell nicht wieder vergessen: „Als wir zwei Tage später noch einmal zum Waldhaus gingen, hörten wir schon von weitem die Radiomusik im Wald. Das war bewegend. Weithin war zu hören, dass Hilfe angekommen und angenommen war."

2011 wird es wieder einen Hilfstransport geben, der sich in Richtung Buda aufmacht.

Andreas Läbe

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