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Hilft bei Problemen: die Neue in der Kindereinrichtung „Kleine Strolche“

Sozialpädagogin unterstützt in Dürrweitzschen Hilft bei Problemen: die Neue in der Kindereinrichtung „Kleine Strolche“

Eine spezielle Förderung gibt es in der Dürrweitzschener Kindereinrichtung „Kleine Strolche“. Die Stadtverwaltung machte sich stark, um Kinder mit erhöhten Lern- und Lebenserschwernissen zu helfen.

Gut gelaunt bei der Sache: die Mädchen und Jungen der Kita „Kleine Strolche“.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Dürrweitzschen. Jacob, Marlene und Pia aus der Dinogruppe kleben und zeichnen kräftig. Denn am Dienstag nächster Woche ist Fasching angesagt. Da sollen Rasseln für gute Stimmung sorgen. Mit von der Partie ist Nora Krause – die Neue in der Dürrweitzschener Kindertagesstätte „Kleine Strolche“. Die 27-jährige Mutter ist Sozialpädagogin und freute sich, dass nach der Elternzeit eine Stelle im Grimmaer Ortsteil Dürrweitzschen zur Auswahl stand.

Damit betrat sie dort Neuland und ist mittlerweile die zweite Fachkraft in Grimma, die durch eine spezielle Förderung vom Freistaat Sachsen in einer Kindertagesstätte tätig sein kann. Bereits im Mai vorigen Jahres konnte durch die Finanzspritze in Mutzschen eine Fachkraft gebunden werden. Gefördert wird die zusätzliche Unterstützung in Dürrweitzschen vorerst bis in das Jahr 2018. 70 000 Euro für die Stelle stammen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). „Die Stadtverwaltung machte sich stark, um Kindern mit erhöhten Lern- und Lebenserschwernissen schon früh zu helfen“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Susanne Streich. Der Bedarf liegt in der Einrichtung bei etwa bei 20 Prozent.

Seit Dezember ist Nora Krause in der Kita „Kleine Strolche“ tätig. Sie fördert nicht nur Kinder, denen das Lernen schwer fällt, sondern alle Kinder, um sie in ihren Fähigkeiten zu stärken. Dazu zählt es auch, die Eltern und Erzieher fachkundig zu unterstützen. „In den ersten Wochen habe ich erst einmal den Alltag der Einrichtung kennengelernt und mich bei den Eltern bekannt gemacht“, erzählt die Bahrenerin, die in Leipzig ihr Abitur ablegte und in Merseburg studierte. Die Arbeit in einer Kindereinrichtung war für die Sozialarbeiterin nichts Neues. Zuvor hatte sie bereits fünf Jahre im Bereich Familie und Bildung bei einem freien Träger in Döbeln gearbeitet und vielfältige Kontakte mit Kindereinrichtungen geknüpft.

„In dieser Woche geben wir einen Elternbrief raus“, freut sich die Pädagogin. Er soll den Eltern aufzeigen, welche Angebote im Rahmen des Projektes „Kinder stärken“ geplant oder bereits durchgeführt werden. Es sind sowohl Angebote für Kinder als auch für Eltern enthalten. Gleichzeitig schlüsselte sie auf, zu welchen Themen sie die Eltern individuell beraten und unterstützen kann. Voraussetzung sei allerdings, dass die Eltern solche Hilfen zum Beispiel bei finanziellen Schwierigkeiten oder Konfliktsituationen in der Familie annehmen. „Letzteres ist besonders wichtig, wenn Eltern in Scheidung leben. Das geht an den Kindern nicht spurlos vorbei“, nennt die 27-Jährige ein Beispiel und wirbt für Beratungsgespräche, die jederzeit bei ihr in Anspruch genommen werden können. „Die Kinder entwickeln sich im Vorschulalter unterschiedlich und einige haben Besonderheiten oder Auffälligkeiten, ob es nun die sprachliche oder die soziale Kompetenz oder die mathematischen Bildung betrifft“, weiß sie. Sie helfe gern dabei, den Eltern den Zugang zu Ärzten oder Therapeuten zu erleichtern und sie bei den individuellen Lern- und Erziehungsbedürfnissen ihres Kindes zu begleiten.

„Mein Ziel ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu stärken und eventuelle Entwicklungsrückstände zu kompensieren, damit die Kinder ihren weiteren Bildungsweg erfolgreich gestalten können“, erzählt sie und ergänzt: „Ich bin mir bewusst, dass die Hemmschwelle groß ist, Hilfe anzunehmen.“ Deshalb nutzt sie auch die Abholzeiten der Kinder, um mit den Eltern bekannt zu werden. Kontakte hat sie ebenso zum Elternrat der Einrichtung geknüpft. Das Elterncafé, das einmal im Quartal stattfindet, sieht sie als eine Chance, mit den betroffenen Eltern ins Gespräch zu kommen. „Ich will auch versuchen, Themen anzubieten, die den Eltern bei der Stärkung ihrer Kinder helfen könnten.“ So könne sie sich vorstellen, die Trotzphase bei Kindern zu thematisieren. Dabei weiß sie, dass sie nichts über das Knie brechen kann. Denn in ihrem Beruf ist Vertrauen das A und O. Deshalb ist Nora Krause oft in der Dinogruppe anzutreffen. Denn die Vorschulkinder stellen die größte Gruppe in der 84 Kinder zählenden Einrichtung. Und für die Faschingszeit gibt es viel vorzubereiten. Am Rosenmontag sind nicht nur Jacob, Marlene und Pia beim Umzug durch Dürrweitzschen dabei.

Von Cornelia Braun

Grimma/Dürrweitzschen 51.2089044 12.8606055
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