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Historische Baustoffe: Sonderverkauf von über 25.000 Teilen

Bergelager Trebsen Historische Baustoffe: Sonderverkauf von über 25.000 Teilen

Alles muss raus: Das Bergelager Trebsen in den Räumen der ehemaligen Papierfabrik wird wegen der Hochwasserproblematik geräumt. Historische Baustoffe verschiedener Epochen – Fenster, Türen, Beschläge und vieles mehr – sind dort nicht sicher. Am 18. März können Kunden bei einem Sonderverkauf zuschlagen.

Alles muss raus: Uwe Bielefeld sieht sich gezwungen das Bergerlager und Sächsische Bauteilearchiv in Trebsen aufzulösen und startet dafür eine Sonderverkauf.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Fenster, Türen und Beschläge, aber auch Kachelöfen, Parkett, Dach- und Mauerziegel sowie Treppenteile, Gusssäulen und Stuckornamente sind nur ein Bruchteil von dem, was das Bergelager für historische Baustoffe Trebsen in seinem Fundus hat. Wohl über 25 000 Teilen aus verschiedene Zeitepochen schlummern noch in den Räumen der ehemaligen Papierfabrik Trebsen. Um diesen Bestand nachhaltig zu minimieren, findet am 18. März von 10 bis 16 Uhr ein Sonderverkauf historischer Baustoffen statt.

„Diese Verkaufsaktion hat einen besonderen Hintergrund“, weiß Uwe Bielefeld vom Förderverein Rittergut Trebsen, zu dem das Bergelager gehört, zu berichten. „Wir wollen, nein wie müssen dieses Objekt verlassen, da es aufgrund der Hochwasserproblematik kein sicherer Standort mehr für diese wertvollen Bauschätze ist. Und diesen Auszug möchten wir mit diesem Sonderverkauf beschleunigen.“ Anreiz soll ein Rabatt von 20 Prozent auf alle Bauteile sein, vom Dachziegel über Fenster- und Türbeschläge bis hin zu Säulen oder wertvollen Balkendecken. „Von der Verkaufsmaßnahme betroffen sind aber nicht nur Teile im Bergelager, für das wir ja über viele Jahre hinweg gesammelt haben, sondern auch die Sammlung des 2002 begründeten Sächsischen Bauteilearchivs, welches wir auch auflösen, da wir niemand gefunden haben, der die Sammlung in Gänze hätte übernehmen wollen“, lässt Bielefeld aufhorchen. „Das heißt, es gibt also sehr wertvollere Türen und Bleiglasfenster beispielsweise, die sonst nicht für den Verkauf bestimmt waren.“

Bei Bielefeld schlagen nun zwei Herzen in der Brust. „Sowohl im Bergelager als auch im Sächsischen Bauteilearchiv stecken viel Herzblut und Arbeit drin. Aber auch Geld, da wir insbesondere das Bauteilearchiv öffentlich gefördert bekommen haben. Beispielsweise durch den Kulturraum Leipziger Raum und dem Jobcenter. Aber wenn es darüber hinaus im Freistaat keinen gibt, der das honoriert, ist damit auch ein Stück weit Kulturgut in Gefahr, das ist Fakt“, macht sich Bielefeld Luft.

Alternativen zur Lagerung in der Papierfabrik Trebsen würde es nicht geben. Gleichwohl schon Teile davon wie die Stucksammlung sowie Schlösser- und Beschläge ins Rittergut Trebsen ausgelagert worden sind. Doch die Lagerkapazität sei begrenzt. Für andere, vor allem größere Bauteile sei kein Platz. Und so stehen Bleiglasfenster vom Reichsgericht Leipzig zum Verkauf, Renaissance-Balkendecke aus Freiberg, Kristallleuchter aus dem Rathaus Zwickau, Natur-Sandsteine von der Frauenkirche Dresden und Gusssäulen vom Bahnhof Dresden-Neustadt, um nur einige Beispiele zu benennen. „In der Summe stammen die Teile von renommierten Gebäuden und Industriebauten oder aus zeitgenössischen Villen von Industriellen“, spannt Bielefeld einen weiten Bogen über die Herkunft. Und er ist davon überzeugt, dass es dafür Interessenten gibt. „Das sind ja bautechnische Schmeckerchen, die um einiges teurer werden, wollte man die im Denkmalbereich neu anfertigen. Beispiel Haustür, die es hier für etwa 800 Euro gibt, bekommt man nur für ein Vielfaches nachgebaut und hat dann noch nicht einmal ein Original, welches sich durch Alterungsspuren auszeichnet“, weiß Bielefeld.

Die etwas anderen Schmeckerchen gibt es an diesem Tag aus der Betriebskantine, kündigt Bielefeld schmunzelnd an. „Für Trebsener und ehemalige Mitarbeiter der Papierfabrik stehen einige Räume zur Besichtigung offen, um in alten Erinnerungen zu schwelgen. Und im großen Speiseraum schmeckt bestimmt eine Bockwurst mit Brötchen, Brühe mit Ei oder Soljanka, die dann zum Verzehr angeboten werden“, macht Bielefeld auch darauf Appetit.

Von Frank Schmidt

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