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Grimma Hitzestau im Grimmaer Krankenhaus
Region Grimma Hitzestau im Grimmaer Krankenhaus
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05:00 20.07.2010
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Muldental

he im Grimmaer Krankenhaus erlebte. Draußen herrschten Temperaturen um 40 Grad Celsius. Drinnen im Krankenhaus war es aber kein bisschen kühler. „Es war ungeheuer heiß. Die Patienten stöhnten in ihren Betten wegen der Hitze. Ihre Haare waren klatschnass geschwitzt“, sagt Lipfert, die eine Bekannte besuchte. Für sie unerträgliche Zustände. „Nicht mal einen Ventilator gab es auf den Zimmern. Dabei knallte die Sonne richtig gegen die Fenster“, sagt Lipfert. Banken und Versicherungen leisteten sich wohltemperierte Gebäude für ihre Angestellte, aber das Krankenhaus schaffe das nicht. „Das ist doch unmöglich.“

Uwe Krause, Medizinischer Geschäftsführer der Muldentalkliniken, kann die Aufregung gut verstehen. Aber ihm sind leider die Hände gebunden. „Draußen ist es eben sehr warm, das können wir auch nicht ändern. Es gibt in einem Krankenhaus gewisse Regeln, die man beachten muss.“ Die machen es den Ärzten fast unmöglich, für ausreichend Kühlung bei den Patienten zu sorgen: „Wir bedauern das sehr.“

Mit einer Klimaanlage sind im Grimmaer Krankenhaus nur die Intensivstation, der OP- und der Kreißsaal ausgestattet. Alle anderen Stationen werden mit Frischluft durch eine Anlage versorgt, die für eine Zirkulation zwischen dem Gebäude-Inneren und der Außenwelt sorgt. Was bei normalen Temperaturen oder im Winter kaum auffällt, sorgt bei der momentanen Hitze dafür, dass die enorme Wärme in das Krankenhaus importiert wird.

„Natürlich wollen wir es den Patienten so angenehm wie möglich machen“, sagt Krause. „Aber die hygienischen Bestimmungen machen es sehr schwer.“ Ventilatoren könne er nicht in den Zimmern aufstellen lassen. Dadurch verbreiteten sich Keime zu schnell. „Mit diesem Problem haben auch andere Häuser – zum Beispiel das Leipziger Uniklinikum – zu kämpfen.“ Hinzu käme, dass beim Bau des Grimmaer Krankenhauses nicht daran gedacht worden sei, dass Temperaturen jenseits der 30 Grad normal sein könnten. Der erste Abschnitt wurde 1996 errichtet, der zweite im Jahr 2004. „Im Wurzener Krankenhaus ist es da noch ein bisschen besser, weil der Altbau im Sommer länger kühl bleibt“, sagt Krause.

Krause denkt mittlerweile über Pläne nach, den gesamten Grimmaer Komplex mit einer Klimaanlage auszustatten. „Aber das sind erhebliche Mehrkosten.“ Und schnell könne die Aufrüstung auch nicht erfolgen.

Momentan sucht der Geschäftsführer deshalb nach technischen Lösungen, die ein Aufheizen der Krankenzimmer verhindern. Denn die nächste Hitzewelle steht Ende der Woche bevor. „Wir prüfen gerade, ob wir die Raumluftanlage kurzfristig abschalten. Das hat keine negativen Auswirkungen für die Patienten, sorgt aber dafür, dass die Temperatur im Krankenhaus kühler blieben.“

Kai Kollenberg

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