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Hochglanz-Heft würdigt Grimma als Reformations-Ort

Luther und Kloster Nimbschen Hochglanz-Heft würdigt Grimma als Reformations-Ort

Was haben Prag, Hamburg, Leipzig und Grimma gemeinsam? Sie sind alle „Orte der Reformation“ und als solche Gegenstand eines dicken Heftes in einer Reihe, die die Evangelische Verlagsanstalt Leipzig seit fünf Jahren herausgibt.

Kloster Nimbschen, von wo aus Katharina von Bora floh, die spätere Frau von Martin Luther.

Quelle: Klaus Peschel

Grimma. Was haben Prag, Hamburg, Leipzig und Grimma gemeinsam? Sie sind alle „Orte der Reformation“ und als solche Gegenstand je eines dicken Heftes in einer Reihe, die die Evangelische Verlagsanstalt (EVA) Leipzig seit fünf Jahren herausgibt. Das Heft über Grimma liegt seit dem letzten Jahr vor. Insgesamt gibt es 38 „Orte der Reformation“ von der EVA. 29 Hefte sind aktuell lieferbar. Grimma ist die kleinste Stadt, die im Rahmen der international vertriebenen Reihe porträtiert wird. Was sich durchaus als Auszeichnung verstehen lässt.

Für Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) auch ein Ergebnis guter Netzwerkarbeit. Die Kontakte zum Leipziger Verlag entstanden im Vorjahr, als in Grimma das Festival der Reformation stattfand. Für Berger ist es überhaupt keine Frage, dass die „Perle des Muldentals“ mit der 800-jährigen Geschichte ein „Ort der Reformation“ ist. Wobei damit keineswegs nur die bekannte Flucht der Katharina von Bora aus dem Kloster Nimbschen zu ihrem späteren Gatten, Reformator Martin Luther, gemeint ist.

Die Entscheidung des Leipziger Verlages, die Stadt an der Mulde in eine Publikationsreihe mit Weimar, Worms und Wittenberg aufzunehmen, sei eine für die Stadt und die gesamte Muldenregion gewesen, sagt EVA-Sprecher Johannes Popp. „Grimma ist die mit Abstand kleinste Stadt in dieser Reihe“, in der aus dem Großraum Leipzig lediglich noch Torgau als bedeutender Reformationsort beleuchtet wird.

Gründe für das Grimma-Heft gibt es viele, teilt der Verlag mit. Die Stadt habe „einen unaufgeregten, fast reibungslosen Übergang zur Reformation“ erlebt. Hier nahm Luther bereits im Jahr vor seinem Wittenberger Thesenanschlag 1517 das Kloster seines Ordens in Augenschein. Später predigte der Reformator in der Klosterkirche. Im Grimma-Heft geht es aber auch um die Stadt als Geburtsort von Albrecht dem Beherzten, dem Stammvater des späteren sächsischen Königshauses. Und die Kreise schließen sich, da dessen Enkel Moritz im ehemaligen Grimmaer Augustinerkloster eine der berühmten sächsischen Landesschulen gründete.

Wobei im Grimma-Heft zum Thema Reformation auch andere Facetten der Stadtgeschichte beleuchtet werden. Etwa die Kirchen, Grimma als Ersatzort für bedrängte Leipziger Drucker sowie das Ausweichquartier, das der Thomanerchor nach dem schweren Bombenangriff auf Leipzig im Dezember1943 in der Muldenstadt fand.

Dass Grimma in die Reihe der illustren „Orte der Reformation“ gehört, hängt sicherlich auch mit der gut erhaltenen Bausubstanz zusammen. Anders als etwa die Stadt Borna, die sich mit Blick auf die insgesamt 23 Besuche Luthers bei seinem Gewährsmann Michael von der Straßen mit einem jährlichen Lutherfest nebst speziell dafür verfasstem Lutherstück darum bemüht, auch als Ort wahrgenommen zu werden, der für Luther von Bedeutung war. „Aber uns fehlen historische Bauten“, sagt die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Und damit in gewisser Weise wohl auch die Basis für schönen Bilder, die das Grimmaer Reformationsheft schmücken.

Borna und/oder auch Neukieritzsch, in dessen Ortsteil Lippendorf Katharina von Bora geboren wurde, sind jedenfalls kein Gegenstand für ein Hochglanzprodukt der EVA. Dabei wird die Reihe fortgesetzt, sagt Verlagssprecher Popp. So ist eine Leipzig-Ausgabe auf Englisch geplant. In Vorbereitung ist zudem ein Heft, in dem es um Luthers Wirken und seine Folgen in Leisnig und Oschatz geht..

Matthias Berger, Herausgeber im Auftrag der Stadt Grimma: Orte der Reformation – Grimma. Heft 24. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2015, 80 Seiten, Illustriertes Journal; ISBN 978-3-374-04121-3, 9,90 EUR.

Von Nikos Natsidis

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