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Hochglanzheft für die „Orte der Reformation zwischen Pleiße und Mulde“

Publikation Hochglanzheft für die „Orte der Reformation zwischen Pleiße und Mulde“

Ob Martin Luther jemals in Colditz war, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Wohl aber, dass hier einer seiner engsten Freunde, der Theologe Wenzeslaus Linck zur Welt kam. Zudem, wurde in der Stadt an der Mulde bereits 1518, ein Jahr nach Luthers berühmtem Thesenanschlag in Wittenberg, die Reformation eingeführt.

Lutherdenkmal in Borna.

Quelle: Saskia Bartel

Borna/Colditz. Ob Martin Luther jemals in Colditz war, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Wohl aber, dass hier einer seiner engsten Freunde, der Theologe Wenzeslaus Linck zur Welt kam. Zudem, wurde in der Stadt an der Mulde bereits 1518, ein Jahr nach Luthers berühmtem Thesenanschlag in Wittenberg, die Reformation eingeführt. Grund genug, dass die Stadt im neuen Heft aus der Reihe „Orte der Reformation“, das die Evangelische Verlagsanstalt in Leipzig herausgibt, eine Rolle spielt. Es handelt sich um eine Hochglanzproduktion mit zahlreichen Texten und ausgewählten Fotos, wie es sie bereits von mehr als 30 Orten in Deutschland und Europa gibt. Die Publikation „Orte der Reformation zwischen Pleiße und Mulde“ erscheint im Oktober.

Die Region zwischen Pegau, Borna, aber auch Leisnig ist zweifellos ein „Kernland der Reformation“ wie es der Bornaer Superintendent Matthias Weismann sagt. Dazu gehört selbstverständlich auch Grimma, die Perle des Muldentals. Allerdings wird die Stadt im neuen Heft der Evangelischen Verlagsanstalt keine Rolle spielen. Grund: Die Stadt war bereits Gegenstand einer früheren Publikation aus der Reihe (die LVZ berichtete), und der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) fungierte deshalb auch als Herausgeber. Was letztlich eine Geldfrage war und ist, denn das Geschäftsmodell für die attraktiven Hefte besteht darin, dass die Produktionskosten für das Druckerzeugnis im Prinzip bereits wieder im Verlagssäckel sind, bevor das Werk an den Mann gebracht ist.

Im Falle des Reformationsheftes für die Orte „Zwischen Pleiße und Mulde“ gibt es zwei Herausgeber: neben Weismann auch dessen Amtskollegen Arnold Liebers, Superintendent des Kirchenbezirks Oschatz-Leisnig und früher lange Jahre Pfarrer in Bad Lausick. Beide Kirchenbezirke teilen sich in die Kosten, die sich auf eine vier- bis niedrige fünfstellige Summe belaufen. Dafür dürfen die Auftraggeber ihr Heft dann selbst veräußern.

Leser werden darin unter anderem Texte über Pegau, Gnandstein und Rötha finden. Nimbschen, der Ort, aus dem die spätere Luther-Gattin Katharina von Bora im Kloster lebte und schließlich floh, spielt in der Publikation ebenso eine Rolle wie der heutige Neukieritzscher Ortsteil Lippendorf, wo die Lutherin zur Welt kam. Und Borna natürlich, wo der Reformator nachweislich mehr als 20-mal auf seine Reisen von und nach Wittenberg bei seinem Geleitsmann Michael von der Straßen zu Gast war.

Dass auch Wurzen als „Ort der Reformation“ benannt wird, wirft immerhin Fragen auf. Schließlich steht fest, dass Luther dort niemals durch die Stadttore gegangen ist. Johannes Popp, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Verlagsanstalt, erklärt das mit der Stadt als Sitz des letzten Bischofs von Meißen, der dann im Zuge der Reformation auf der Strecke blieb. Der Reiz des neuen Heftes bestehe auch darin, dass es eine Region beleuchte, die von vielen Dorfkirchen ebenso geprägt sei wie von der Braunkohlenvergangenheit, so Popp weiter.

Die Fäden für die Erarbeitung der Publikation laufen bei Steffen Raßloff, einem Historiker aus Erfurt, zusammen. Ihm liegen Texte von namhaften Autoren aus der Region vor. Etwa von Wolfgang Ebert, dem bekannten Wurzener Stadthistoriker. Der Leiter des Volkskundemuseums Wyhra, Hans Ketzer, auch Mitglied der Luther-Arbeitsgruppe des Kirchenbezirks, hat sich mit dem Neunseenland sowie Neukieritzsch und Lippendorf befasst.

Von Nikos Natsidis

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