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Grimma Hochwasserschäden in Grimma: Durch die Grundmühle geht ein Riss
Region Grimma Hochwasserschäden in Grimma: Durch die Grundmühle geht ein Riss
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14:52 19.05.2015

n. "Das sind Setzrisse", erklärt er. Während der jüngsten Hochwasserkatastrophe steht die Mulde bis zu 1,60 Meter im Fasskeller des aus dem Jahre 1970 stammenden Gebäudes. Dabei zerstört sie nicht nur die gesamte Einrichtung und Anlagen. Durch den Anstieg des Grundwassers wird das Haus angehoben.

Die Versicherung schickt Bauexperten, die Gutachten erstellen. Der Schaden wird auf über 100 000 Euro geschätzt. An vereinzelten Stellen werden die Risse punktuell zugegipst. Das dient zur Beobachtung der weiteren Bewegungen am Gebäude. Trotz der gravierenden Bauschäden bleibt der aus Hamburg stammende Unternehmer relativ gefasst. "Ich hab schon viel einstecken müssen", sagt er fast beiläufig und lässt den Blick über das Gelände schweifen.

Als er 2011 die Mühle - vom Großbetrieb Maschinen- und Anlagenbau zu Schulungs- und Repräsentationszwecken erbaut - übernimmt, da findet er ein grünes Fleckchen Erde, das er für sich, seine Frau, Tochter und die beiden Border Terrier Lucie und Pico entwickeln will. Ein Kunsthaus schwebt ihm vor, dass Drucke von 22 000 Gemälden verschiedener Künstler und Epochen druckt und in alle Welt versendet. Aber Einbrüche in die etwas abseits gelegene Mühle, Vandalismus und Diebstahl werfen ihn zurück. Als das Landratsamt mit der Räumung der Mühle droht, weil die Genehmigung für das Gewerbe fehlt, gerät Gerull an seine Grenzen. Mit einem nachgeschobenen Bebauungsplan auf Kosten der Stadt Grimma wird das Investment von Gerull in naher Zukunft legalisiert werden. Nachdem er Pläne für den Ausbau des Nebengebäudes entwickelt, verschaffen sich Kritiker erneut Gehör, fordern von Gerull eine Beteiligung an den Planungskosten. Gerull winkt ab. Er spielt mit offenen Karten, will die ehemalige Gaststätte in der Grundmühle ruhen lassen und reproarte, den Druckbetrieb, an die Mulde zu verlegen. Grimma empfängt ihn mit offenen Armen. "Ich hab viel investiert, nicht nur finanziell, auch emotional."

Damit ist er noch nicht am Ende. Zwar drückt momentan die Sanierung der Hochwasserschäden. Aber parallel dazu will der Kaufmann sein Gewerbe erweitern. "Wir wollen den Umsatz verdreifachen, das gibt der Markt her", so der Unternehmer. Voraussetzung dafür sei aber ein Hochwasserschutz für die Grundmühle. Dazu sollen Mauern und das an die Böhlschen Wiesen abgrenzende Gelände um zwei Meter angehoben werden. "Mit Kiesel aus der Mulde", so Gerull, der eine natürliche Lösung in der ländlichen Idylle anstrebt. Auch Parkplätze, die Einfahrt und die Gebäude will er durch eine Mauer vor künftigem Hochwasser schützen. "Anders ist der Standort nicht zu sichern", sagt der Geschäftsmann und schaut dann doch etwas skeptisch über den Rand seiner Brille. Er baut darauf, dass diese nachhaltige Investition vom Freistaat gefördert wird.

Wenn der gordische Knoten bei Genehmigungen für Gewerbe und Erweiterung durchschlagen ist, dann zieht Gerull noch eine weitere Karte. Auf dem Papier existieren bereits Planungen, nach denen das Nebengebäude der Grundmühle zu Wohnzwecken umgebaut werden soll. Im Erdgeschoss, im ehemaligen Tanzsaal und unter dem Dach sollen Wohnungen mit einer Fläche zwischen 90 und 120 Quadratmetern entstehen. Alle mit Blick auf die Mulde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.01.2014
Schöppenthau, Birgit

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