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Hochwasserschutz in Fremdiswalde: Mehr Platz für die Launzige

Hochwasserschutz in Fremdiswalde: Mehr Platz für die Launzige

Grimma/Fremdiswalde. Der Grimmaer Ortsteil Fremdiswalde hat einen romantischen Beinamen. Er wird oft als Klein-Venedig bezeichnet. Schließlich erstreckt sich der Ort über drei Kilometer entlang der Launzige.

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Fremdiswalde ist ein Klein-Venedig: Zahlreiche Brücken führen über die Launzige. Janine Hessel von der Stadtverwaltung Grimma arbeitet mit an dem Gewässerkonzept für Fremdiswalde, das am 1. Juni ab 19 Uhr vom Büro "Stowasserplan" aus Radebeul im Landgasthof Fremdiswalde den Bürgern vorgestellt werden soll.

Quelle: Thomas Kube

. Über dem Bach befinden sich zahlreiche Brücken. Unromantisch ist dagegen, dass bei Unwetter wie Starkregen die Keller überfluten. Fremdiswalde gehört neben Höfgen, Kleinbothen und Zeunitz zu den Orten, die dringend ein Gesamtgewässerkonzept benötigen.

"Das Ingenieurbüro Stowasserplan aus Radebeul erstellt derzeit die Konzepte. Darin sollen Maßnahmen zum Hochwasserschutz, zu einer ökologischen Aufwertung und effizienteren Gewässerunterhaltung enthalten sein", sagt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Für etwa 50 Gewässer II. Ordnung sei die Stadt Grimma verantwortlich, da wäre es nicht möglich, alle Brennpunkte zur gleichen Zeit in Angriff zu nehmen. Zu den sieben größten Gewässern gehören außer der Launzige das Mutzschener Wasser, Tannicken-, Thümmlitz-, Fritzschen- und Kranichbach sowie der Schaddelgraben. "In Fremdiswalde wurde bereits ein Arbeitskreis mit Vertretern der Stadtverwaltung, Feuerwehr, Anliegern und Landwirten gebildet", sagt Jochen Lischke, Amtsleiter für Stadtentwicklung. "Denn um eine nachhaltige Gewässerentwicklung zu betreiben, brauchen wir alle Bürger", wirbt Berger für die Versammlung am 1. Juni, 19 Uhr, im Landgasthof Fremdiswalde, auf der das Thema Gewässerunterhaltung und -entwicklung auf der Tagesordnung stehen soll. "Denn das Konzept trägt nur Früchte, wenn jeder seinen Anteil daran trägt", meint er. In den letzten Jahren habe jeder versucht, sich nach seinen Möglichkeiten vor dem Wasser zu schützen. "Wasser sucht sich jedoch seinen Weg. Deshalb ist es erforderlich, dass in den kommenden Jahren dafür gesorgt wird, dass zumindestens außerhalb der unmittelbaren Siedlungsbereiche die natürlichen Grundlagen der Gewässer wieder hergestellt werden", ist Lischke überzeugt. So seien im Zuge der Meliorationsprogramme der DDR viele Abschnitte verrohrt worden, wovon einige wieder geöffnet werden müssten. Auch habe die Kanalisierung und die vermeintliche Bändigung der Fließgewässer zu Problemen geführt. "Das Problem des Hochwasserschutzes und die Wiederherstellung eines guten Gewässerzustandes kann jedoch Grimma nicht allein bewältigen", so der Oberbürgermeister. Es gab bereits Gespräche mit Colditz und Trebsen. "Wir wollen Fördermittel des Freistaates abrufen. Denn Sachsen gewährt Zuwendungen für die Verbesserung des Gewässerzustandes und zum Schutz vor Hochwasser", weiß Lischke. Dazu wären Konzepte erforderlich.

"Wir wollen mit Fremdiswalde beginnen, da hier fast jeder Bewohner von einem besserem Zustand der Gewässer profitiert", erklärt Janine Hessel, Mitarbeiterin im Stadtentwicklungsamt, die das Projekt in Fremdiswalde betreut. "Die Fremdiswalder haben bei Starkregen auch mit Wasser zu kämpfen, das von den Feldern kommt", sagt sie. "Es ist verständlich, dass die Gewässerentwicklung eine Aufgabe von Generationen sein wird. Allerdings gehen wir davon aus, dass wir 2016 mit ersten Maßnahmen beginnen könnten." Dringend wäre zum Beispiel die Entschlämmung des Mühlteiches, dessen Schlamm durch das Hochwasser belastet wurde und somit Sondermüll sei. Denn das passt nicht zu Klein-Venedig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2015
Von Cornelia Braun

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