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Grimma Hochwasserschutz in Grimma: Schwerer Boden verzögert Arbeiten
Region Grimma Hochwasserschutz in Grimma: Schwerer Boden verzögert Arbeiten
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05:00 24.06.2011
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. Oberirdisch ist erst ein reichliches Zehntel der zwei Kilometer langen Anlage geschafft. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die so genannte Grundwasserkommunikation.

Mit der Dichtwand wird Grimma auch unterirdisch komplett gegen die Mulde abgeriegelt, damit im Hochwasserfall kein Wasser von unten in die Stadt hineindrückt. Für ein gleichmäßiges Grundwasserniveau in normalen Zeiten soll die Grundwasserkommunikation mit acht entlang der Mauer verteilten Schächten sorgen. Von jedem Schacht aus werden vier bis sechs Filterrohre, jedes um die 40 Meter lang, sternförmig unter die Stadt geschoben. Die sollen das Grundwasser aufnehmen. Entsprechend füllt sich der Schacht bis zu einer Leitung, die weiter oben aus dem Schacht die Mulde führt. Steigt das Wasser in der Mulde über das Ableitrohr, schließt sich eine Rückschlagklappe, so dass kein Wasser in die Stadt einströmen kann.

Während die acht Schächte fertig sind und auch schon sieben der acht Ableitungen, dauert der Bau der Horizontalfilterstränge – so nennen die Fachleute die Rohre unter Grimma – länger als vorgesehen. Gerüchte, die selbst unter Stadtratsabgeordneten kursierten und von einigen öffentlich geäußert wurden, sprachen sogar davon, dass ein beteiligtes Unternehmen das Handtuch geworfen habe.

Da sei nichts dran, versichert Heinz Kaiser, der Projektverantwortliche der Landestalsperrenverwaltung (LTV): „Alle gebundenen Firmen machen ihre Arbeit". Tatsächlich gehen die Arbeiten voran, derzeit im Schacht am Volkshausplatz. Allerdings langsamer als gedacht, was laut Kaiser am bekannt komplizierten Boden unter Grimma liege. Der bestehe vor allem aus Geröll, Kies und Sand, worin sich immer wieder auch größere Steine befinden. Teilweise ziehen sich Gesteinsadern durch. Um ein 40 Meter langes Filterrohr in den Untergrund zu schieben – immer in Stücken zu einem Meter – braucht es mehrere Wochen. Die Arbeit verrichtet eine auf dem Boden der Schächte platzierte hydraulische Presse, die mit um die 100 Tonnen drückt. Das gelöste Material wird vom Grundwasser selbst herausgespült – wenn nicht gerade ein großer Brocken den Vortrieb versperrt.

Kaiser sieht die Verzögerungen dennoch eher gelassen, zumal man bei allen anderen Arbeiten gut im Rennen liege, wie er sagt. „Die Grundwasserkommunikation ist das Herzstück der Anlage", deswegen nehme man sich dafür die Zeit, die erforderlich ist. Erst wenn die Grundwasserkommunikation fertig ist und funktioniert, wird die unterirdische Dichtwand geschlossen.

Für den späteren Verlauf der oberirdischen Mauer ließ die LTV erneut ein Stück Baufreiheit schaffen. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurden rückwärtige Anbauten am Alten Seminar abgerissen. Das hilft der Stadt, die in dem Gebäude ihr Gymnasium erweitern will. Der Hochwasserschutzmauer bringt der Abriss einen geradlinigen Verlauf und weniger Fensteröffnungen, die im Hochwasserfall abgedichtet werden müssten.

André Neumann

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