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Hochwasserschutz in Grimma: "Weiter und zwar beschleunigt"

Hochwasserschutz in Grimma: "Weiter und zwar beschleunigt"

Hochwasserschutz - nach dem zweiten sogenannten Jahrhunderthochwasser innerhalb von nur elf Jahren für viele ein Reizwort. Genau damit setzten sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) und Axel Bobbe, Leiter der Landestalsperrenverwaltung, auseinander.

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Ein Bauwerk mit Lücken: Weil die Hochwasserschutzmauer für Grimma nicht fertig war, wurde beispielsweise die Polizei (oben) von hinten überflutet. WWW.LEIPZIG-LUFTBILDER.NET

Quelle: WWW.LEIPZIGLUFTBILDER.NET

Grimma. Am Ende des Gesprächs stand Einigkeit: Die Realisierung der Schutzmaßnahmen soll forciert werden.

Bobbe fasste das Gespräch im Grimmaer Rathaus kurz und prägnant zusammen: "Die Bürgerschaft erwartet, dass wir weitermachen und das Verfahren möglichst beschleunigen." Genau das solle in Zusammenarbeit mit der Stadt realisiert werden. Dabei gebe es in Sachen Beschleunigung Begrenzungen, die der Klärung bedürften. Gesperrte Zufahrtsstraßen, ein gesperrter Volkshausplatz wären die Folgen. Um das Tageslicht im Sommer optimal zu nutzen, könnte auch in zwei Schichten gearbeitet werden, aber es habe Bedenken wegen Ruhestörungen für das Internat des Gymnasiums gegeben, zeigte Bobbe mögliche Reizpunkte auf. Man brauche dafür grünes Licht von der Stadt.

Berger ließ gegenüber der LVZ keinen Zweifel, wo die Prioritäten gesetzt würden: "Es wird alles dem Hochwasserschutz untergeordnet." Inzwischen sei klar, dass ein hundertjähriges Hochwasser nicht nur alle 100 Jahre komme. "Wir kämpfen gegen die Uhr, nicht gegen den Kalender", unterstrich er den Zeitdruck. Daher habe er wenig Lust auf bestimmte Diskussionen. "Es wird grünes Licht geben."

Thematisiert wurde auch das Thema Umsiedlung. Für Berger kein Tabuthema. "Auch bei den Menschen nicht mehr", sagte er, "ich bin mehrfach angesprochen worden." Es sei jetzt wichtig, mit einem geeigneten Anreizsystem zu vernünftigen Lösungen zu kommen, damit derselbe Schaden nicht beim nächsten Hochwasser wieder auftrete. Bobbe machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass der Freistaat gefordert sei: "Es gilt Lösungen zu finden, bei denen jemand ohne Verschuldung auf den Berg ziehen kann." Dafür gebe es nur ein kurzes Zeitfenster. Es könne nicht sein, dass Fördermittel für den Wiederaufbau im Flutgebiet ausgereicht würden oder bei zerstörtem Trockenbau im Hochwasserbereich wieder Trockenbau unterstützt werde. Vernünftige gesetzliche Grundlagen seien gefragt. "Wir können uns auch sieben Kilometer Deich um drei Häuser nicht leisten, da ist das Schaffen einer neuen Existenz kostengünstiger."

Bezüglich des Grimmaer Hochwasserschutzes räumte Bobbe noch einmal mit einem Gerücht auf: "Viele, zum Teil auch wirre Ideen haben uns zwei Jahre Diskussion gekostet. Aber fertig gewesen wären wir in diesem Jahr auf keinen Fall." Dazu sei der Grimmaer Hochwasserschutz technologisch zu anspruchsvoll. So anspruchsvoll, dass Bobbe inzwischen noch zusätzliches Personal wie Ingenieure für die Bauleitung gebrauchen könnte, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2013

Heinrich Lillie

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