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Höfgen: Antrieb der Wassermühle steht still

Höfgen: Antrieb der Wassermühle steht still

Seit dem Juni-Hochwasser ist die technische Schauanlage geschlossen. Mit Spenden soll sie nun wieder instandgesetzt werden. Den Grundstock dafür legte gestern der ADAC Sachsen mit einem Scheck über 25 000 Euro.

"Traditionsreiche Objekte wie die Wassermühle bereichern das regionale Angebot", sagte ADAC-Landesvize Detlef Hastreiter. Sie werde von vielen Menschen in Sachsen angefahren, deshalb würde dem Automobilclub der Erhalt des Touristenmagnets am Herzen liegen. "Aber auch für den Verein selbst ist es wichtig, die Zeit ohne Gäste und damit ohne Einnahmen zu überbrücken", so Hastreiter weiter.

Mehr als zwei Wochen nach dem Hochwasser wagt der Verein eine erste Bestandsaufnahme. "Die Schäden im Gebäude sind nicht so immens wie 2002", sagte Mühlenvereinsvize Michael Hofmann kurz nach der Beräumung von Schlamm. Bei der Jahrhundertflut wären Fundamente unterspült worden und das Gebäude drohte abzurutschen. Aber der musealen Technik habe die Mulde arg zugesetzt. "Holz und Wasser, das passt nicht immer zusammen", ergänzte Heinig. Neben der Reparatur der Mechanik müsse deshalb auch Geld für ein neues Kammrad investiert werden. Außerdem sei das Wehr des Mühlgrabens beschädigt. So bleibe das Wasserrad der Mühle bis auf weiteres ohne Zustrom. "Die Reparatur ist eines der wichtigsten Vereinsziele", so Heinig weiter.

Bereits vor dem Hochwasser rankten sich hoffnungsvolle und tragische Ereignisse um die Wassermühle. So war vor kurzem ein altes Wanderbuch von Ernst Alexander Constantin Becher aufgetaucht. Das Dokument belegt, dass Becher vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts Eigentümer der Mühle war und bringt damit Licht in die Folge der Mühlenbetreiber von Höfgen. Große Ratlosigkeit herrschte dagegen, als kurz vor dem Mühlentag der historische Backofen in der Wassermühle ausgestiegen war. Vereinsvorsitzender Hans-Henning Ruhmer hatte alles daran gesetzt, das Innenleben des nach der Flut 2002 originalgetreu aufgebauten Backofens zu reparieren.

Während es wieder Hoffnung für die Mühle gibt, bleibt das daneben liegende Gasthaus weiter geschlossen. Hier hatte das Hochwasser nicht nur den Gastraum überflutet. Auch die Sanitäranlagen und die biologische Kläranlage wurden zerstört. Gastwirt Ruhmer kann derzeit noch keine Aussage treffen, wann hier wieder Gäste bewirtet werden können.

Die Wassermühle an der Mulde wurde 1721 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1976 ist sie als Museum eingerichtet. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der Arbeit des Müllers in der Zeit um 1800.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2013

Schöppenthau, Birgit

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