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Grimma Höfgener Gastwirt spricht erstmals über schwere Krankheit
Region Grimma Höfgener Gastwirt spricht erstmals über schwere Krankheit
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05:00 16.03.2012

. Die war die Ursache für Gerüchte, das traditionsreiche Gasthaus Wassermühle könnte verkauft oder gar geschlossen werden.

Es begann Ende 2009 mit Schmerzen, Atemnot und hohem Blutdruck. In der Herzklinik sagte man ihm, er sei akut lebensgefährdet. Die Diagnose stellte ihm erst ein Spezialist in Grimma, den ihm ein Bekannter, der auch Arzt ist, empfohlen hatte: Hans-Henning Ruhmer hat Lupus Erythematodes, eine seltene Immunschwächekrankheit, bei der die Abwehrkräfte die Organe des eigenen Körpers angreifen.

Hans-Henning Ruhmer entschied sich für eine medikamentöse Behandlung, damit er seiner Arbeit weiter nachgehen kann. Bis zu dieser Zeit stand er noch selbst mit in der Küche, außerdem liefen bei ihm alle organisatorischen, kaufmännischen und technischen Fäden für die Wassermühle zusammen. Immerhin beschäftigt der 54-Jährige in der Saison bis zu zehn Leute und seine Frau geht ihrer eigenen Arbeit als Lehrerin nach, wie auch die zwei Kinder erfolgreich eigene berufliche Wege gehen. „Ich konnte mich hier nicht raus lösen", war ihm klar.

Zehn Monate dauerte die Behandlung. In der Zeit dachten Hans-Henning Ruhmer und seine Familie intensiv über die Zukunft nach. 1,6 Millionen DM hatte Ruhmer 1997 und 1998 in den Neubau des Gasthauses investiert.Noch lastete ein guter Teil des Kredits auf der Familie. Die galt es abzusichern, für den Fall, das Ruhmer nicht überlebt oder nicht mehr arbeiten kann.

Damals dachte der Gastwirt tatsächlich auch über einen Verkauf nach, sprach auch mit Bekannte, Kollegen und seiner Bank darüber. Über seinen Fachverband versuchte er zudem einen Koch zu finden, der sich in Höfgen einarbeiten und nach ein paar Jahren vielleicht das Geschäft schrittweise übernehmen könnte. Obwohl der Mann kurzfristig absagte, blieb auch das nicht verborgen. So machten bald Gerüchte über die beliebte Ausflugsgaststätte die Runde, die Hans-Henning Ruhmer immerhin schon in fünfter Generation führt.

Mittlerweile besserte sich sein Gesundheitszustand. Zwar muss er täglich weiterhin starke Medikamente nehmen, aber er spürt Entspannung. Auch bei seinen Mitarbeitern, die zwischendurch stark verunsichert waren und für die er sich ebenfalls verantwortlich fühlt. Deswegen schaut er jetzt optimistisch nach vorn und sendet die klare Botschaft nach außen: Die Wassermühle macht weiter. Dabei ist ihm auch klar, dass er sich mit fast 55 Jahren langsam nach einem Nachfolger umsehen muss. Denn über eins ist er sich auch mit seiner Familie einig: Die Wassermühle soll nicht eines Tages der Wohnsitz gut betuchter Leute werden, die soll eine Gaststätte bleiben.

André Neumann

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