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Hohe Ehrung für Professor Horst Naumann

Hohe Ehrung für Professor Horst Naumann


Grimma. „Er ist ein Wissenschaftler mit Bodenhaftung und Volksverbundenheit, der auch im hohen Alter mit bewundernswerter Schaffenskraft seine wissenschaftliche Tätigkeit weiterführt.

." – Das sagte in seiner Laudatio am Freitagabend Friedhelm Debus über den Grimmaer Professor Horst Naumann, als er ihm den diesjährigen Preis der Henning-Kaufmann-Stiftung verlieh.

Aus ebendiesem Grunde, wegen Naumanns sehr engen Verbundenheit mit seiner Heimat, habe man als Ort für die Übergabe des deutschen Preises für Sprachforschung seine Heimatstadt gewählt. Und ganz speziell das Haus, in dem er einst selbst als Schüler das Einmaleins der deutschen Sprache gelernt hatte und viele Jahrzehnte später sein Wissen auch in anderen Fächern wie Latein wiederum an die Schüler vermittelte. Die Ehrung mit dem 2011-er Preis der Kaufmann-Stiftung fand in der Aula des Seumes-Hauses des Gymnasiums St. Augustin statt. Dort, wo der heute über Ländergrenzen hinaus bekannte Grimmaer Sprachforscher vor 70 Jahren die damalige Deutsche Oberschule besuchte, aber dann drei Tage vor seinem 17. Geburtstag in den Krieg ziehen musste.

Horst Naumann, der in diesem Monat 86 Jahre alt wird, sich jedoch noch lange nicht zum alten Eisen zählt und weiter wissenschaftliche Sprachforschungen betreibt, hat sich durch seine Forschungen und Veröffentlichungen über Flur-, Familien-, Vor- und Straßennamen schon seit Jahrzehnten einen anerkannten Namen gemacht. Friedhelm Debus von der Henning-Kaufmann-Stiftung sagte, dass es bei der Stiftung einen einstimmigen Beschluss gegeben habe, den diesjährigen Preis an den Grimmaer Wissenschaftler zu verleihen, und zwar auf Grund des großen Werkes und der Verdienste für die deutsche Sprache und seiner Forschungen auf diesem Gebiet.

Jochen Lischke, Amtsleiter bei der Stadt Grimma, sagte, dass es auch für Grimma eine Ehre sei, die Auszeichnung für „das Grimmaer Urgestein" hier in seiner Heimat zu vergeben. Naumanns Verbundenheit mit Grimma sei schon mit dem Heimatpreis 2006 und mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt im vergangenen Jahr gewürdigt worden. Peter Heinig, ehemaliger Schulleiter des Seume-Gymnasiums, sprach von der engagierten Traditionspflege, die Horst Naumann diesem Haus zukommen lässt, sowie den fundierten Veröffentlichungen zur Schulgeschichte. Ernst Eichler, Vorsitzender der Gesellschaft für Namenkunde, der in früheren Jahren eng mit Naumann zusammenarbeite, sagte: „Horst Naumann hat die Namenforschung zum unwiderbringlichen Bestandteil der Germanistik gemacht."

Horst Naumann, sichtlich bewegt von der Ehrung, dankte auch im Namen derer „ohne die ich das alles nicht geschafft hätte". Dankte mit einem Vortrag über das slawisch-deutsche Zusammenleben im Raum Grimma und die Entstehung der Ortsnamen. Und bekam schließlich noch ein gebundenes Dankeschön: Seine Veröffentlichungen über Flurnamen und über Namenstheorie in Bänden. „Auch wenn Sie den Inhalt schon kennen", meinte Silvio Brendler von der Kaufmann-Stiftung. Horst Naumann konterte: „Das ist schon so alt, dass ich es bestimmt nicht mehr kenne und auf alle Fälle nochmal lesen werde."

Silke Hoffmann

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