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Hohnstädter Feuerwehrmann rettet alten Robur

Hohnstädter Feuerwehrmann rettet alten Robur


Grimma/Hohnstädt. Obwohl das 36 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug nicht mehr zum Bestand der Hohnstädter Feuerwehr gehört, blieb der Truppe ihr Robur dennoch erhalten.

. Kamerad Tino Kießig rettete es vor der Verschrottung und stellt es nun für besondere Anlässe zur Verfügung.

„Ich habe mich um das historische Fahrzeug bemüht und letztendlich den Robur bekommen", erzählt Tino Kießig. Seinen ersten Einsatz nach dem aktiven Dienst hatte der Oldtimer zum traditionellen Tannenbaumverbrennen des Sportvereins, als er den Lampion-umzug anführte. Die Zulassung für das Fahrzeug hatte Kießig erst tags zuvor erhalten, worüber er sehr froh war.

Mit dem Erwerb des Feuerwehrfahrzeugs möchte er ein Stück Hohnstädter Feuerwehrgeschichte bewahren. „Nicht nur der Motor, der gerademal 21 000 Kilometer gelaufen ist, befindet sich im Originalzustand, sondern auch ein großer Teil der Aufbauten."

Feuerwehrmann Torsten Engel blättert gedanklich in der Geschichte des Robur und stellt fest, dass der sie nie im Stich gelassen hätte. Alle wesentlichen Teile hätten sich an Bord befunden, die für einen Einsatz gebraucht wurden. Selbst eine sogenannte Gummitankblase mit 900 Liter Fassungsvermögen gab es, die auf der Pritsche mitgeführt werden konnte. Dadurch war eine erste Brandbekämpfung möglich. Die universelle Einsatzfähigkeit des geländegängigen Roburs zeichnete das Feuerwehrauto aus. Neben Lösch-Utensilien gehörten genauso Leitern zur Ausstattung, die Personenrettungen aus oberen Stockwerken ermöglichten. Neben den zwei Pumpen, die jeweils 800 Liter Wasser in der Minute fördern konnten, befand sich außerdem ein Stromaggregat zum Betreiben zusätzlicher Beleuchtung an Bord. „Das Fahrzeug war sogar noch etliche Jahre nach der Wende im Einsatz, bis wir unser modernes Löschfahrzeug bekamen", hebt Torsten Engel hervor.

Tino Kießig ist zwar erst seit etwa zwei Jahren Mitglied der Hohnstädter Wehr, doch fühle er sich seit langem mit dem Fahrzeug verbunden, denn: „Als die Feuerwehr die Hohnstädter Schule besuchte, bin ich schon als Schüler auf dem feuerroten Robur mitgefahren." Deshalb besitze er einen persönlichen Bezug zu dem Auto. Für ihn sei es wichtig, solche Technik für nachfolgende Generationen zu erhalten. Er sei zwar Student und habe neben seinem Maschinenbaustudium und der Feuerwehrarbeit noch weitere gesellschaftliche Verpflichtungen, doch die Zeit für die Werterhaltung der historischen Technik nehme er sich.

Torsten Engel sagt, das Gefährt habe der Wehr schon viele Dienste erwiesen. Bei Brandbekämpfungen war es ebenso im Einsatz wie zum Hochwasser in Grimma. Obwohl das Wasser schon weit über den Achsen stand, sei der Robur bis zuletzt gelaufen. Als Besonderheit hebt er hervor, dass die Achsen mit Luft gefüllt werden können, um einen Wassereintritt zu verhindern.

Für Kamerad Tino Kießig stellt der Erhalt des Feuerwehrautos auch ein gesellschaftliches Anliegen dar, mit dem Feuerwehrgeschichte lebendig bleibt.

René Beuckert

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