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Holocaust-Überlebende auf Schloss Döben

Jüdische Woche Holocaust-Überlebende auf Schloss Döben

Überlebende des Holocaust weilten jetzt anlässlich der jüdischen Woche in Leipzig. Das Besuchsprogramm führte die Gäste auch aufs Schloss Döben.

Leipziger Überlebende des Holocaust waren zu Besuch auf Schloss Döben.

Quelle: Detlef Rohde

Grimma/Döben. Dorothea und Hubertus von Below waren jetzt Gastgeber einer internationalen Botschaftergruppe mit Überlebenden des Holocaust. Die Gäste beendeten auf dem Schlosshof Döben ihre einwöchige Reise nach Leipzig.

Die Stadt Leipzig hatte bis zur Machtergreifung der Nazis die größte jüdische Gemeinde Deutschlands. Bereits zum 25. Mal lud sie nun in diesem Jahr zur jüdischen Woche ein. Mehr als 40 Gäste aus Israel, Großbritannien, den USA, Neuseeland, Chile und Australien reisten an. Die beiden ältesten Teilnehmerinnen waren Channa Gildoni (94), Vorsitzende der ehemaligen Leipziger in Israel, und Eva Wechsberg (95), die jetzt in Los Angeles lebt und ganz allein den langen Flug auf sich nahm. Das Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig führte das Besuchsprogramm durch. Seit einigen Jahren wurde es auf die Nachfahren der zweiten und dritten Generation erweitert, die nun gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern oder auch allein auf Spurensuche in der ehemaligen Heimat gehen. Dabei werden neben den alten Wohn- und Geschäftsadressen auch die jüdischen Friedhöfe mit den Gräbern der Familien aufgesucht. Auch das heutige Leipzig und die Region sollen den Besuchern nahe gebracht werden.

Bei ihrer Ankunft in Döben wurden die Gäste, darunter einige wenige Überlebende des Holocaust, durch die Schlossherren begrüßt. Hubertus von Below betonte die Bedeutung der Freundschaft zwischen Israel und Deutschland. Es dürfte nicht als selbstverständlich genommen werden, sagte er, dass gerade die Menschen, denen so viel Leid widerfahren ist, ihrer alten Heimat die Hand der Freundschaft reichen. Avishay Golz aus Haifa betonte, dass es an der Zeit sei, dass die alten Generationen beider Staaten den Stab der Erinnerung an ihre Enkel und Urenkel weiterreichen. Das sei wichtig, damit auch künftige Generationen in Frieden und Freiheit leben können.

Mit einem Varietéprogramm wurde die Zeit bis zum Abendessen überbrückt. Wer mochte, konnte die Reste des ehemaligen Schlosses besichtigen, von dem der größte Teil in den 1970er-Jahren von der SED gesprengt worden war. Dabei erzählte der 85-jährige Olaf Strasmann von seiner Kindheit in Altenburg und seinem späteren Internatsaufenthalt in einem jüdischen Lyzeum in Leipzig. Die Zeit in Leipzig habe er als die Schönste seiner Kindheit in Erinnerung. Zumindest bis zu dem Tag, als seine Schulkameraden nach Theresienstadt deportiert wurden, von denen er nicht einen wiedergesehen hat. Als Halbjude hatte er Glück und konnte damals noch rechtzeitig mit seinen Eltern nach Chile emigrieren, später dann nach Israel.

Von Detlef Rohde

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