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Hubschrauber rettet Monteure

Hubschrauber rettet Monteure


Trebsen. Wer nah ans Wasser gebaut hat, dem dürfte es dieser Tage nicht entgangen sein: Am 24. Juli, 19 Uhr, erreichte die Mulde 2,97 Meter.

. Bis zum Ausrufen der Hochwasseralarmstufe 1 fehlten nur 23 Zentimeter. Am 13. August jährt sich die Jahrhundertflut zum achten Mal. Für Rentner Frank Haubold ist das Anlass genug, die bisher unveröffentlichte Geschichte einer längst verlassenen Ruine zu erzählen.

Wie ein Grabstein erinnert der einstige Bungalow an die zerstörerische Flut, vor allem aber an das Wedniger Ferienlager des VEB Bodenbearbeitungsgeräte. Ansonsten ist längst Gras über das Kapitel Trebsener Stadtgeschichte gewachsen.

Haubold war 32 Jahre lang Objektleiter des Kinderparks Muldenufer. Das Fleckchen Erde ist sein Leben. Dabei stammt er aus Leipzig, wo er bis zur Wende im Neubaublock wohnte. Immer von April bis Oktober lebte er im Ferienlager direkt an der Mulde auf. In einem Holzbungalow genoss der Großstädter die Natur und die Arbeit mit den Kindern. Als das Ferienlager zur Wende auf der Abschussliste stand, musste Haubold fürchten, seine geliebte Idylle für immer verlassen zu müssen. Das neue Fährhäuschen, in dem zuletzt die Küchenfrauen untergebracht waren, sollte zu seinem persönlichen Rettungsanker werden. Er kaufte es und brachte es auf Vordermann. Nie hätte sich Haubold träumen lassen, hier für immer wohnen zu können. Doch nachdem er die Kindervereinigung Dresden als Träger gewinnen konnte, hatte er in Wednig sogar wieder eine berufliche Perspektive. Zumindest bis zur Flut 2002. Danach folgten Kurzarbeit und Neubeginn am Grillensee in Naunhof, wo der Rentner mittlerweile sogar zum „Botschafter der Kindervereinigung" ernannt wurde.

Im Herzen ist Haubold immer Wedniger geblieben. Gern erinnert er sich noch an die Weihnachtsfeiern mit den Trebsenern. Oft durchstreift er den einstigen Kinderpark und hält an besagter Ruine inne: „An der Stelle stand mein Holzbungalow. Weil ich ja schon im Fährhaus wohnte, konnten wir hier 2001 einige Monteure unterbringen, die die Stahlkonstruktion der benachbarten Autobahnbrücke neu beschichteten." Im Winter brannte der Bungalow völlig aus. Trocknende Arbeitssachen fingen Feuer, so Haubold. „Die Monteure hatten noch bis 2004 an der Brücke zu tun, wollten unbedingt weiter in Wednig bleiben. Also bauten sie sich in Eigenleistung und an der gleichen Stelle ihren Bungalow, diesmal aus Stein." Die Monteure waren gerade eingezogen, da kam die Jahrhundertflut. Mathias Knepper von der gleichnamigen Bautenschutzfirma: „Die Kinder waren längst in Sicherheit. Wir übernachteten noch und wurden am nächsten Tag als Letzte gerettet. Stundenlang standen wir auf dem Dach des Bungalows. Einer nach dem anderen wurde per Seil in den Hubschrauber gehievt. Trebsen werden wir nie vergessen. Auch nicht unseren Bungalow, der fortan unbewohnbar war."

Nicht auszudenken, es wäre noch der Holzbungalow gewesen, so Frank Haubold: „Die Arbeiter hätte es weggespült. Ihr Transporter jedenfalls musste Tage später ganz woanders geborgen werden."

Haig Latchinian

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