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Hüter des Waldes: Forstwirt Volkmar Wagner in Colditz für 40 Dienstjahre geehrt

Auszeichnung Hüter des Waldes: Forstwirt Volkmar Wagner in Colditz für 40 Dienstjahre geehrt

Bäume fällen, junge Kulturen freischneiden, Borkenkäferfallen aufstellen, Hochstände reparieren – das schlaucht. Und doch sieht der 56-jährige Waldarbeiter Volkmar Wagner wie das blühende Leben aus. Forstdirektor Andreas Padberg gratulierte dem Vorarbeiter einer dreiköpfigen Brigade am Donnerstag in Colditz zu stolzen 40 Dienstjahren.

Der Colditzer Forstwirt Volkmar Wagner (li.) hat am Donnerstag sein 40. Dienstjubiläum begangen. Dazu gab es Glückwünsche und eine Urkunde von Forstbezirksleiter Andreas Padberg (M.) und der Colditzer Forstrevierleiterin Barbara Kotschmar (r.).

Quelle: Thomas Kube

Colditz. Seinen Facharbeiter machte er in Morgenröthe-Rautenkranz, der Heimat des ersten Deutschen im All. Doch während Sigi nach den Sternen griff, widmet sich Volkmar Wagner ganz den irdischen Dingen. Als Forstwirt, zunächst in seiner erzgebirgischen Heimat, seit 1985 dann in Colditz, ist er der Hüter des Waldes. Am Donnerstag überraschte ihn sein großer Chef, Andreas Padberg, direkt am Arbeitsplatz – mitten im Grünen. Der Leiter des Forstbezirkes Leipzig gratulierte dem Vorarbeiter einer dreiköpfigen Brigade zu stolzen 40 Dienstjahren.

Er überbrachte dem mit der Sonne um die Wette strahlenden Jubilar nicht nur die Grußbotschaft des Landesforstpräsidenten Hubert Braun, sondern auch eine persönliche, aufwendig errechnete Sauerstoff-Kohlendioxid-Bilanz: „Lieber Herr Wagner, allein in den 11,8 Jahren, da Sie unter Ihrer charmanten Revierleiterin Barbara Kotschmar arbeiten, haben Sie rund 30 Hektar jungen Wald aufgeforstet, das sind rund 206 000 Pflanzen, vor allem Eichen und Buchen. Wer kann das schon von sich behaupten?!“ Obwohl er annähernd das gleiche Baujahr sei, werde er es selbst wohl kaum zu 40 Dienstjahren bringen, witzelte Padberg: „Sie sind erst 56 und schon so lange dabei, mein Kompliment. Sie sehen aus wie das blühende Leben, da müssen Sie nun auch noch die 50 voll machen!“

Na ja, er sei keine 20 mehr, und das merke er auch. Es zwicke und zwacke schon hier und da mal, gestand Wagner. Kein Wunder, angesichts der Knochenarbeit, bei Wind und Wetter. Bäume fällen, junge Kulturen freischneiden, Hochstände reparieren, Borkenkäferfallen aufstellen – das schlaucht. Und doch können seine Kollegen Mario Paul und Tobias Streicher, aber auch Chefin Kotschmar nur Gutes über ihn berichten: Er bewahre immer die Ruhe, sei kein Freund großer Worte, dafür ein Mann der Tat. Selbst in der Freizeit: Unvergessen seine Hilfstransporte nach Rumänien, der Weihnachtsmarkt auf seinem Hof – sogar den Pfarrer vertrat er am Heiligen Abend in der voll besetzten Ebersbacher Kirche.

Der Waldumbau im Colditzer Forst liegt ihm besonders am Herzen. Damit erfüllt er das Vermächtnis des legendären Heinrich von Cotta, Begründer der Forstschule in Tharandt. Der plante 1822 die Wiederbewaldung in Colditz mit Fichte. Damals eine echte Pionierleistung! „Er wusste damals schon, dass die Fichten nur ein erster Anfang sein konnten. Wegen der zu geringen Niederschlagsmengen und der zu hohen Durchschnittstemperaturen ersetzen wir sie ganz gezielt durch standortgerechtere Eichen- und Buchenmischwälder“, sagt Volkmar Wagner.

Er hegt und pflegt den Nachwuchs – im Wald genauso wie im „wahren Leben“. Der Vater von drei Töchtern und einem Sohn lebt das sonst oft verschütt gegangene Wir-Gefühl. Er und seine Familie luden Kollegen, Ehemalige und deren Anhang zu Schwein am Spieß ein. In der Truppe ging es auf Radtour von Meißen nach Torgau, zur Whiskyverkostung, in die Masuren, sogar nach Kanada.

Selbst wenn Sturm und Nassschnee, wie vor ein paar Jahren passiert, die Bäume an der Bundesstraße wie Streichhölzer abknickte – Volkmar Wagner geht jeden Tag gern auf Arbeit: „Ich könnte mir nie vorstellen, am Fließband zu stehen oder im Büro zu sitzen.“ Als Fußballer habe er nie geholzt, verriet er. Und zur Feier des Tages lüftete er noch ein kleines Geheimnis, nämlich, wie es ihn, den Erzgebirger, überhaupt nach Sachsen verschlagen hatte: „Es war der Liebe wegen, meine Frau stammt von hier, wir hatten uns im Urlaub kennen gelernt.“ Im Wald? – „Nein, an der Ostsee.“

Von Haig Latchinian

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