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Grimma Hunderte Kilometer Radwege stehen auf der Wunschliste im Landkreis Leipzig
Region Grimma Hunderte Kilometer Radwege stehen auf der Wunschliste im Landkreis Leipzig
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06:00 05.10.2016
Vielerorts müssen sich Radfahrer die Straßen mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen Quelle: Archiv
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Landkreis Leipzig

Damit man im Landkreis noch besser in die Pedale treten kann, wurde die Radverkehrskonzeption aus dem Jahr 2010 überarbeitet. Nach Einschätzung des Planungsbüros „StadtLabor“ gibt es beim Thema noch eine Reihe von Schwachstellen, die von der Qualität der Wege bis hin zur mangelnden Ausschilderung reichen. Dabei ist die Ausgangslage durchaus nicht unkomfortabel: Mit zwei sächsischen Radfernwegen – dem Mulde- und dem Elsterradweg, die sich auf 65 beziehungsweise 18 Kilometern durch die Region schlängeln – verfügt der Landkreis über zwei bedeutende touristische Rad-Pfade.

An weiteren Hauptrouten herrscht kein Mangel: Die längste ist die Neuseenlandradroute mit 82 Kilometern, gefolgt von der Leipzig-Elbe- ( 49 Km) und der Parthe-Mulde-Radroute. Zu den Winzligen zählen noch die Kohle-Dampf-Licht-Radroute, die auf vier Kilometern im Landkreis verläuft, und die künftig den Bogen schlagen soll von der einstigen Kohleregion rund um Borna Richtung der sächsischen Industriemetropole Chemnitz. Eine wichtige Verbindung stellt auch der äußere Grüne Ring dar, der knapp 90 Kilometer durch den Kreis verläuft.

Leider müssen sich Radler vielerorts ihre Wege mit den Autos teilen. Deshalb sei der Bedarf, entlang klassifizierter Straßen separate Radwege auszuweisen, besonders hoch, so die Verfasser der Studie. Wurden 2014 von den Kommunen 229 Kilometer Radwege aufgelistet, ist die Wunschliste bis dato um weitere 22 Kilometer gewachsen. Der größte Bedarf besteht entlang von Staatsstraßen. Hier liegen 30 Meldungen für insgesamt 124 Kilometer Radwege vor. An Kreisstraßen wurden 85 Bedarfe für rund 55 Kilometer angemeldet. Für Bundesstraßen halten 36 Antragsteller einen separate Radweg auf insgesamt rund 50 Kilometern Länge für angebracht. Dass all diese Wünsche kaum realisierbar sind, wird an einer Zahl deutlich: Seit dem Jahr 2014 wurden an klassifizierten Straßen im Landkreis lediglich zwölf Kilometer für Radler neu errichtet. Eine überschaubare Zahl angesichts der vielen Wünsche von Lokalpolitikern, die sich seit Jahren um bessere Bedingungen vor allem im Alltagsverkehr und für Schulkinder bemühen.

Dennoch sehen die Verfasser der Studie auch kurzfristige Optimierungschancen. So soll die Streckenführung auf dem Äußeren Grünen Ring zwischen Belgershain, Oelzschau und Pötzschau verbessert sowie in Borsdorf und Beucha mit der Parthe-Mulde-Radroute zusammengeführt werden. Da sich wegen des schlechten Zustandes im Planitzwald der Mulderadweg nicht ins überregionale SachsenNetzRad integrieren lässt, wird eine Verlegung auf die ehemalige Bahntrasse östlich der Mulde empfohlen. Um das Gebiet am Zusammenfluss von Freiberger und Zwickauer Mulde zu stärken, soll das Wegenetz Im Raum Colditz ertüchtigt und eine Rastanlage gebaut werden. Arbeit steht ebenso an der Neuseenland-Strecke ins Haus. Im Zuge des Autobahnbaus müssen die Wege an den Hainer See neu geschaffen werden. An der Leipzig-Elbe-Radroute wird eine Optimierung im Schlosspark Machern sowie eine kürzere Route direkt von Machern nach Nepperwitz empfohlen.

Positiv sei, dass der Landkreis gemeinsam mit Nordsachsen und der Stadt Leipzig als Modellregion für eine Komplettbeschilderung der bestehenden SachsenNetz-Rad-Routen ausgewählt wurde, so die Planer. Es wird empfohlen, sich rechtzeitig einzubringen, bevor die ersten Schilder angebracht und damit Fakten geschaffen werden. In der Modellregion existieren rund 950 Kilometer Routen, die einheitlich beschildert werden sollen. Wegweiser werden dabei den Pedaleuren an allen Abzweigungen oder Kreuzungen den Weg weisen. Auf den Schildern wird jeweils ein Fernziel als großräumige Orientierung und die nächste Ortschaft als Nahziel mit Entfernungsangabe ausgewiesen. Im Unterscheid zum neu beschlossenen Kreis-Konzept hat das SachsenNetz einen entscheidenden Vorteil: Die Erstausstattung wird zu 100 Prozent durch den Freistaat gestemmt.

Von Simone Prenzel

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