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Husaren marschieren in Grimma ein

Husaren marschieren in Grimma ein


Grimma. Der Husarenverein Grimma als „Zweites Königlich-Sächsisches Husarenregiment Nr. 19" hatte am Wochenende zum 10. Sommerbiwag eingeladen.

. Mit gleichgesinnten Uniformierten aus Dresden, Bielefeld, Stendal, Magdeburg und Gotha sowie aus Borna, Geithain und Großenhain bezogen sie ihr Feldlager in Höfgen auf einer Wiese zwischen Wassermühle und Mulde.

Das Biwak begann mit einer Offiziersbesprechung, bei der ein Schlachtplan ausgearbeitet und als Befehl formuliert wurde. Darin stand, dass die Husaren in die Grimmaer Altstadt einmarschieren. Sowieso, um mit einem Salutschießen die obligatorische Kranzniederlegung am Husarendenkmal in der Leipziger Straße zu zelebrieren, die von Landrat Gerhard Gey und Oberbürgermeister Matthias Berger vorgenommen wurde. Aber auch, um sich vor der ehemaligen Husarenwache am historischen Rathaus, der heutigen Rathausgalerie, zu versammeln. Dort konnten Besucher eine nachgestellte Postenablösung beobachten, wie sie einst stattfand.

Als erster Husar postierte sich der fünfjährige Enzo Göbel vor dem Wachhäuschen, sein Opa Ulrich Göpel löste ihn aber im Strammstehen ab. „Nur der Säbel liegt dabei locker auf der rechten Schulter", erklärte der Soldat seine Haltung. Dann hallten Befehle von Rittmeister und Vereinschef Jürgen Rolle über den Markt. „Fertig werden, Aufstellung nehmen." Kommandos, die sogar den Besuchern Respekt abnötigten. So wurde wenigstens für Wachtmeister Bernd Epperlein ein Spalier gebildet, der mit seiner Truppe zur Wachablösung anmarschierte. Die Formation bot nun jenes historisch belegte Bild, so erklärte Rolle, das auf vielen Dokumenten und Ansichtskarten zu sehen sei. Nach einer Präsentation der Uniformen, wie sie die Grimmaer Husaren zwischen 1791 bis 1910 trugen, folgte der Befehl „Soldauszahlung". Und ein gehöriger „Anschiss" für Husar Clement Hecht. „Bringen Sie Ihre Kragenbinde in Ordnung", rügte ihn der Wachtmeister schroff und bestrafte ihn sofort mit zehn Kniebeugen. Und weil Clement auch sein Soldbuch nicht dabei hatte, gab es den nächsten Rüffel vom preußischen Zahlmeister Frank Stille. Freilich ging der Husar nicht leer aus und bekam für damalige Verhältnisse eine stattliche Summe. „Die wurde dekadenweise im Voraus ausgezahlt, also immer am ersten, 10. und 30. des Monats bezog ein Soldat drei Mark", sagte der Zahlmeister. „Und bedenkt man, dass eine Mark damals den jetzigen Wert von hundert Euro hatte, bekamen die Soldaten rund 900 Euro. Viel Geld auch für Frauen und Bier, denn Kost und Logie hatten sie in den Kasernen frei."

Zum Vergleich, so Stille, kostete ein ordentlicher Humpen Bier fünf Pfennig und ein Essen im Wirtshaus fünfzehn Pfennig. Zwar schmunzelten die Besucher über das Erlebte. „Aber so, oder so ähnlich hatte es sich damals zugetragen", meinte der Rittmeister zu dem, was seine Husaren lebendig nachstellten.

Frank Schmidt

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